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Vom Nutzgarten zum Rückzugsort

Ausstellung: Gärten im Mittelalter Vom Nutzgarten zum Rückzugsort

Im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg hat am Donnerstag eine neue Sonderausstellung mit dem Namen „Gärten im Mittelalter“ eröffnet. Sie soll thematisch das Buga-Jahr 2015 abschließen. Gezeigt werden unter anderem Nachbildungen von Pflanzen sowie auch getrocknete Pflanzen und Pflanzensamen.

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Wolf Bennewitz aus Berlin war einer der ersten Besucher der Sonderausstellung.

Quelle: Norman Giese

Brandenburg/H. Wer rund vier Wochen nach dem Ende der Bundesgartenschau mal wieder Lust auf eine Ausstellung über Pflanzen hat, ist im Archäologischen Landesmuseum im Paulikloster an der richtigen Adresse. Dort beschäftigt sich seit Donnerstag eine neue Sonderausstellung mit dem Thema „Gärten im Mittelalter“. „Die Ausstellung schließt das Buga-Jahr 2015 thematisch ab“, sagt Museumssprecherin Juliane Lippok. Zu sehen ist die Schau im oberen Kreuzgang des Pauliklosters.

Zu Beginn des Mittelalters waren Gärten in erster Linie zur eigenen Versorgung da

Zu Beginn des Mittelalters waren Gärten in erster Linie zur eigenen Versorgung da.

Quelle: Norman Giese

„Die Ausstellung stellt die drei Gartenwelten des Mittelalters vor“, so Lippok. Es handle sich dabei um Klostergärten, Burg- oder Lustgärten sowie bürgerliche Gärten. Konzipiert wurde die Sonderausstellung von Alice Selinger. Die Kunsthistorikerin hatte 2014 bereits die erfolgreiche Ausstellung „Frauen im Mittelalter“ entworfen.

Nachbildungen von Pflanzen und getrocknete Pflanzensamen

Mit sechs Glasvitrinen und zwölf Informationstafeln werden nun bis zum 29. Februar 2016 „Gärten im Mittelalter“ im Archäologischen Landesmuseum thematisiert. Gezeigt werden unter anderem Nachbildungen von Pflanzen sowie auch getrocknete Pflanzen und Pflanzensamen. „Darüber hinaus sind reproduzierte Abbildungen von Gärten und Pflanzen aus mittelalterlichen Handschriften zu sehen“, sagt Juliane Lippok.

Mit Efeu gegen Hühneraugen

Im Mittelalter wurden Blumen vor allem wegen ihres Dufts verehrt. Eine der wichtigsten Pflanzen war die Rose. Sie schmückte fast alle Gärten.

Neben der Rose war die Lilie die beliebteste Blume dieser Zeit. Eine weiße Lilie stand für Unschuld und Reinheit. Viele Adlige führten die Blume in ihrem Wappen.

Zahlreichen Pflanzen wurde zudem eine heilende Wirkung nachgesagt. Flieder kam zum Beispiel als Mittel gegen Fieber und Verdauungsschwäche zum Einsatz.

Efeu war die dominierende Kletterpflanze im Mittelalter. Als Heilpflanze wurde sie gegen Hühneraugen und Hautausschläge verwendet.

Einer der ersten Besucher war am Donnerstag Wolf Bennewitz aus Berlin. „Ich bin schon öfters hier im Museum gewesen“, erzählt er. Die archäologischen Ausstellungen seien hervorragend, findet Bennewitz. Von der neuen Sonderausstellung hatte er allerdings mehr erwartet. „Ein bisschen dürftig“, lautet sein Fazit. Der Berliner hatte sich einige größere grafische Darstellungen und Fotos erhofft. Für das Erscheinungsbild der Ausstellung findet er hingegen lobende Worte: „Optisch ist alles sehr angenehm gestaltet.“

Rosen und Lilien als Sinnbild weiblicher Schönheit

Verglichen mit den hoch entwickelten Gartenkulturen der römischen Antike oder des islamischen Raums waren mittelalterliche Gärten in Mitteleuropa eher unspektakulär. „Sie waren weniger reich an Blumen, denn viele Zierpflanzen stammen ursprünglich nicht aus Europa“, erklärt Museumssprecherin Lippok. Die Gärten im Mittelalter seien zunächst keine Orte gewesen, die primär der Erholung dienten, sondern der Versorgung. In den Klöstern wurden Obst und Gemüse angebaut, aber auch systematisch Heilkräuter und Gewürze gepflanzt.

Im Hochmittelalter entwickelten sich dann die Lustgärten der ritterlich-höfischen Gesellschaft. Sie erweiterten die Konzepte der Klostergärten und besetzten den Garten mit symbolischen Vorstellungen. Rosen, Lilien und Veilchen wurden dabei zum Sinnbild weiblicher Schönheit. Die Lustgärten dienten im Spätmittelalter dann als Vorbild für die bürgerlichen Gärten, die sich mit dem Aufblühen der Städte und des Handels herausbildeten. Wohlhabende Bürger brachten ihren gesellschaftlichen Status durch einen repräsentativen Garten zum Ausdruck. Der Garten wurde schließlich zum idyllischen Rückzugsort, der mit Nutzpflanzen aber auch zur Versorgung der Haushalte beitrug.

Von Norman Giese

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