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Gäste kamen nicht: Auf Weihnachtsbraten sitzen geblieben

Brandenburg an der Havel Gäste kamen nicht: Auf Weihnachtsbraten sitzen geblieben

Zahlreiche Gäste ließen ihre Reservierungen für die Weihnachtsfeiertage platzen oder vergaßen sie schlicht: So blieben Brandenburger Restaurantbetreiber auf vielen Festbraten und damit auf ihren Kosten sitzen.

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Jasper Krombholz, der das Brandenburger Restaurant Am Humboldthain führt, bereitet das Essen für die nächsten Gäste vor.

Quelle: Rüdiger Böhme

Brandenburg/H. Restaurantbetreiber in Brandenburg/Havel sind auf einem Teil ihrer Festtagsbraten sitzengeblieben. Gäste, die Tische reserviert hatten, sind einfach nicht gekommen oder haben ganz kurzfristig abgesagt. Einige Brandenburger Lokale hatten damit zu kämpfen, darunter Humboldthain-Chef Jasper Krombholz, der schmerzliche Einbußen an den Feiertagen verzeichnet.

Unzähligen Gästen musste Restaurantbetreiber Krombholz in den Wochen vor dem Fest schweren Herzens absagen, weil sein Humboldthain bis auf den letzten Platz ausgebucht war. Theoretisch war das Restaurant voll. In der Praxis jedoch blieben viele Stühle, sogar Tische leer.

Gäste mit Reservierungen verzichteten ganz kurzfristig. Der Küchenchef blieb auf seinen hochwertigen Speisen sitzen und trägt somit den Schaden in vierstelliger Höhe. Denn auch zusätzliches Personal hatte er wegen des vermeintlich großen Andrangs ja organisiert.

Sein Vater Ralf Krombholz, der das renommierte Restaurant mit aufgebaut hat, bemerkt eine allgemeine Tendenz unter Gästen, es mit den eigenen Reservierungen nicht mehr so eng zu sehen. Das Nachsehen habe dann der Gastwirt, der sich kaum wehren könne gegen den Ausfall.

Jasper Krombholz steht keineswegs allein mit dem Problem. Die fast benachbarte Trattoria Jassi erlebte ähnliches. Am Abend des 23. Dezember bestellten Gäste, die bereits im Mai für 18 Personen reserviert hatten, ihren Tisch dort ab. „Das ist schon eine Menge für ein kleines Restaurant mit etwa 35 Plätzen“, sagt Restaurantchefin Birgit Bleck. Denn die Ware für die eigens geschaffene Weihnachtskarte war schon bestellt und geliefert. Zum Glück sei noch Laufkundschaft gekommen, so dass noch ein Sechsertisch besetzt werden konnte. In der „Werft“ wurden einzelne für Weihnachten reservierte Plätze nicht eingenommen, wie Küchenchef Marius Peschel berichtet Der Trend zum Nichterscheinen hat nach seiner Erfahrung in letzter Zeit zugenommen, vor allem beim Sonntagsbrunch.

Ben Feindor, Chef im Buhnenhaus, gibt sich selbst ein wenig die Schuld an den leer gebliebenen Plätzen an den beiden Weihnachtsfeiertagen. Die Gruppen um 11 Uhr seien alle gekommen, das Lokal war also voll. Doch um 13 Uhr blieben 40 der kalkulierten Gäste dem Ausflugsrestaurant trotz Reservierung fern. Und das zu Weihnachten, wo keine Laufkundschaft auf gut Glück vorbeischaut.

Einen bösen Willen erkennt Feindor allerdings nicht. Die meisten der ausgebliebenen Gäste hätten ihre Tische schon vor einem Jahr oder noch länger zurück reserviert, diese Reservierung dann aber schlicht vergessen. Viele hätten sich im Nachhinein entschuldigt. „Ich hätte noch einmal anrufen sollen“, fasst sich der Restaurantchef an die eigene Nase. Der Gastronom trauert allerdings denen hinterher, denen er im vergangenen halben Jahr für Weihnachten abgesagt habe, weil das Lokal ausgebucht war.

Zu den Restaurants, die keine Probleme hatten gehört außer der Remise auch das Parduin im Sorat-Hotel. „Seit August waren wir an allen drei Tagen ausgebucht und alle Gäste sind auch gekommen“, verrät Judith Nauendorff.

Die Hotelchefin lässt alle Reservierungen zwei, drei Wochen vor Weihnachten noch einmal abtelefonieren, das funktioniert. Reservierungen ab zehn Personen lässt sie sich schriftlich bestätigen mit dem Hinweis, dass bei Nichterscheinen 80 Prozent Stornokosten fällig werden. Außerdem überbucht sie ein wenig, so dass am Ende alles gut aufgeht. Auch das klappt.

Von Jürgen Lauterbach

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