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Brandenburg/Havel Gastwirt stellt alte Ansichten von Pritzerbe aus
Lokales Brandenburg/Havel Gastwirt stellt alte Ansichten von Pritzerbe aus
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14:23 16.08.2016
Gastwirt Klaus Meyer in seiner Torbogen-Galerie. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Pritzerbe

Der kürzeste Weg in den Biergarten von Klaus Meyer führt durch das historische Pritzerbe. Das kann einerseits wörtlich genommen werden, weil die Gaststätte „Am Kreuzdamm“ tatsächlich im Herzen des über 1050-jährigen Havelstädtchens liegt. Gemeint ist jedoch der Torbogen in der Puschkinsstraße, durch den schon vor über 100 Jahren die Gespanne auf den Hof des Wirtshauses rollten, das einst den stolzen Namen Prinz Albrecht von Preußen führte. Der Bruder von Kaiser Wilhelm I. gab höchstpersönlich seine Erlaubnis für die Namenspatenschaft in Pritzerbe. Die hochherrschaftliche Genehmigung ist noch heute im Gastraum ausgestellt.

Angesichts dieses Ritterschlages in vergangenen Zeiten ist es nicht verwunderlich, dass Gastwirt Meyer sich in besonderer Weise für die Geschichte seiner Heimatstadt interessiert. Bereits zum dritten Mal hat er die Ziegelwände seiner Tordurchfahrt mit über 30 Aufnahmen geschmückt, die Pritzerbe und das Umland zur Kaiserzeit und in der Weimarer Republik zeigen. Ansichten der Havel dürfen ebenso wenig fehlen, wie Partien am Pritzerber See, Aufnahmen von der Fähre sowie Blicke auf die vielfältige Wirtshauskonkurrenz, den Bahnhof und die einstigen Werften der Stadt.

Als Quellen benutzte Meyer einerseits bis zu 100 Jahre alte Ansichtskarten, Luftbilder aber auch Fotos, die dem Gastwirt von Bürgern überlassen wurden. Diese bilden auch die Grundlagen für die Heimatkalender, die der Pritzerber inzwischen seit über zehn Jahren herausgibt. Als rustikale Rahmen für die Bilder finden gusseiserne Dachfenster aus dem eigenen Hause Verwendung. Die erste Galerie im Torbogen arrangierte der Gastwirt 1998 zur 1050-Jahr-Feier. Auch jetzt ziehen die Aufnahmen immer wieder Neugierige an. Denn das Tor wird zur Öffnungszeit der Gaststätte weit geöffnet. „Es ist erstaunlich, wie viel Gesprächsstoff diese kleine Ausstellung bietet“, findet Meyer.

Schon der Torbogen allein könnte viele Geschichen erzählen. Über ihm befindet sich der Gaststättensaal, wo sich schon Generationen von Pritzerbern vergnügten. Rechts von der Einfahrt war einst der Pferdestall, der später zur Milchsammelstelle umfunktioniert wurde. Darüber befindet sich der Heuboden, mit dem Meyer noch etwas besonderes vorhat. Wenn 2017 die 150-jährige Wiederkehr der Prinz-von-Preußen-Namensgebung ins Haus steht, soll der Heuboden als Heimatstube eröffnet werden. Ausstellungsstücke hat der Gastwirt schon viele zusammengetragen. „Nur die Zeit zur Einrichtung hat mir bisher gefehlt“, sagte Meyer der MAZ. Über den nächsten Winter will er jedoch seinem Ziel näher kommen.

Von Frank Bürstenbinder

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