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Brandenburg/Havel Ekkehard Prophet war ein widersprüchlicher Mensch
Lokales Brandenburg/Havel Ekkehard Prophet war ein widersprüchlicher Mensch
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01:02 28.11.2014
Ekkehard Prophet bei der Arbeit. Quelle: Heike Schulze
Brandenburg an der Havel

Durch einen Telefonanruf erfuhr ich, dass Ekkehard Prophet verstorben ist. Da kommen auf einmal Erinnerungen.
Unsere Lebenswege trafen sich, gingen einige Jahre gemeinsam und trennten sich wieder. Die Verbindung war lose geworden, mit langen Pausen, riss aber nie ganz ab. Bei der letzten Begegnung wurde noch ein erneutes Treffen vereinbart. Ekkehard konnte den Termin dann nicht wahrnehmen. Nun ist es unmöglich geworden.

Unsere erste Zusammenkunft, vor über 20 Jahren, in meinem damaligen Büro, steht mir immer noch sehr lebendig vor Augen.

Er hatte sich beworben, Intendant (später Generalintendant) des Brandenburger Theaters zu werden. Die Atmosphäre war freundlich – freundschaftlich und begeisternd.
Begeistern konnte Ekkehard Prophet. Er hat das Ensemble zu hohen künstlerischen Leistungen geführt. Das Publikum wurde förmlich mitgerissen. Die Premieren waren Höhepunkte, zu denen man sich traf. Das Theater eroberte sich einen bedeutenden Platz im städtischen Leben und auch weit über die Stadtgrenzen hinaus.

Unvergessen sind Opern, Konzerte und Schauspiele, die zum Teil auf Tourneen bundesweit aufgeführt wurden.

Geradezu legendär war „Anatevka“ mit Ekkehard Prophet als Milchmann Tewje. Immer wieder ausverkauft und standing ovations. Alles lief hervorragend, bis an einem Tag alles zusammenbrach.
Auslöser war die Stasiakte von Ekkehard Prophet. Die Vergangenheit hatte ihn eingeholt. So hatte die Stasi auch nach der Wende noch ihre Wirkung.
Ekkehard Prophet wirkte stark und hatte eine große Ausstrahlung. Wer ihn jedoch genauer kannte, sah Empfindsamkeit und Verletzlichkeit. Dies wusste die Stasi zu nutzen und machte ihn sich gefügig.
Die Einschätzung, ob er mehr Täter oder Opfer war, trifft ohnehin jeder für sich allein. Er hat über viele Jahre eine schwere Last getragen, nicht nur psychisch, sondern auch physisch in Folge schwerer Krankheit. Angesichts seines Todes sollte man ihm seinen Frieden gönnen.

Ekkehard Prophet war ein widersprüchlicher Mensch.

Stark sein und Halt geben und auch wieder Halt brauchen. Den hat er vor allem in seiner Familie gefunden.
Dazu fällt mir ein Gedicht von Wolfgang Borchert ein: „Ich möchte Leuchtturm sein/in Nacht und Wind,/für Dorsch und Stint,/für jedes Boot –/und bin doch selbst/ein Schiff in Not.“ Diese Bild bleibt in meiner Erinnerung stets mit ihm verbunden.

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Christa Kühne: Er hat unser Theater auf den Höhepunkt gebracht. Herausragende Theaterereignisse waren „Ein Sommernachtstraum“ im Theaterpark und Goethes „Faust I“ im Kloster. „Anatevka“ mit Ekkehard Prophet als Tewje erlebte 50 Aufführungen und stand von 1992 bis 1997 auf dem Spielplan. Immer wieder zog es den Mimen ans Brandenburger Theater zurück. Er moderierte 2008 ein Konzert zum Muttertag, letztmalig zwei Silvesterkonzerte 2009 und brachte unter rasendem Beifall „seines“ Publikums aus „Anatevka“ „Ist es Liebe?“ mit seiner Musicalpartnerin Beate Koch-Breunung und das unvergessene „Wenn ich einmal reich wär“. Mit ihm geht ein wunderbarer Theatermensch, der dieses Theater geprägt hat.
Elisabeth Scholz: Ich habe ihn als Tewje in bester Erinnerung, er gehörte zu den großen Schauspielern.
Heidi Hauffe: Ja, Anatevka! Da war auch ich mehrfach im alten Brandenburger Theater! Er lebte den Tewje.
Rico Kühne: Er hat viel für dieses Theater ins Rollen gebracht. Ohne ihn gäbe es keine Studio-Bühne. Vielen hat er geholfen und wie wurde er belohnt... Nach ihm war es ein Leichtes, das Ensemble zu entlassen und fast die Schließung des Theaters herbeizuführen.

Der Autor: Helmut Schliesing war von 1990 bis 2002 Oberbürgermeister von Brandenburg an der Havel.

Von Helmut Schliesing

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