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Gefährliche Köder gegen Hundekot

Illegale Selbsthilfe in Brandenburg Gefährliche Köder gegen Hundekot

Der Konflikt um Hundekot in Brandenburg an der Havel eskaliert. Ein Hasser der „Tretminen“ hinterlässt nicht nur Botschaften, sondern auch gefährliche Köder mit Reißzwecken und schädlichem Pulver. Eine junge Mutter, stolze Besitzerin einer Bordeaux-Bulldogge, sorgt sich um ihren Vierbeiner – und um die Kinder.

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An dieser Stelle in der Wredowstraße lag der Köder mit der Reißzwecke.

Quelle: JAST

Brandenburg/H. Franziska Thiele, selbst stolze Besitzerin einer Bordeaux-Bulldogge, mag es überhaupt nicht, wenn Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer Tiere nicht entsorgen. Noch viel schlimmer findet sie allerdings Köder mit schädlichem Pulver oder Reißzwecken. Der Konflikt Hundeköder gegen Hundekot eskaliert vor allem rund um die Wredowstraße. Die Verwaltung kontrolliert diese Hundekothochburg besonders intensiv.

Die Brandenburgerin Franziska Thiele ist nicht nur Hundebesitzerin, sondern auch Mutter eines kleinen Jungen. Um so mehr sorgt sie sich wegen der Funde in der jüngeren Vergangenheit und fürchtet den Unbekannten, der offenbar so die Nase voll hat von Hundehinterlassenschaften auf seinen Wegen, dass er in der Wredowstraße zu seiner Art der Selbsthilfe griff.

Auch Mütter haben Angst

Tatsächlich liegen mehrere Hundehaufen zwischen Bürgersteig und Mauer auf einer Art Beet. Dort hatte der Hundekothasser einen Zettel in den Boden gesteckt, auf dem stand: „... Ich bin die Faxen jetzt hier dicke – jeder Hundehalter lässt jetzt seinen Köter fein kacken – und entsorgt die Superköstchen nicht, die sein Minenleger hinterlässt. Leut, ich habe Rattengift, Rasierklingen etc... Hund tot – alles gut.“

Daneben legte der vermutlich gleiche Bürger ein Stück Brötchen, in dem eine Reißzwecke steckte. Dieses Beweisstück hat Franziska Thiele samt Botschaft zwar fotografiert, die Finderin hat es jedoch in den Müll geworfen. Die junge Mutter fürchtet, dass Schlimmeres passieren könnte, wenn der Konflikt rund um die Wredowstraße weiter eskaliert. Denn dort sind außer Hunden auch kleine Kinder unterwegs.

Hundetoiletten im Unterhalt zu teuer

Der Stadtordnungsdienst kontrolliert in gleich bleibendem Umfang die beschriebenen Verstöße. Das geschieht laut Verwaltung unregelmäßig, so dass die Bürger sich nicht darauf einstellen können.

In den letzten Jahren hatten deutlich mehr Bürger kein geeignetes Material zur Beseitigung des Hundekots dabei, berichtet Ordnungsamtschef Michael Scharf. Dies habe sich verändert. Die Hundehalter könnten bei Kontrollen fast alle Material zur Kotaufnahme nachweisen. Eine andere Frage sie, ob sie dies auch benutzen.

Hundetoiletten werden nicht aufgestellt, denn deren Wartungs- und Betriebskosten seien auf Grund von Vandalismus und Diebstahl sehr hoch, Vor Jahren wurde der Versuch mit Hundetoiletten aus diesem Grund eingestellt.

Ein sogenannter Giftköderradar und andere Seiten im Internet warnen Hundehalter täglich aktuell über Giftköder und mutmaßliche Gefahrenzonen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Im November 2014 war ein Hund in Hohenstücken wegen eines Giftköders verendet. Auch in Schildow (Oberhavel) und in Potsdam wurden in den vergangenen Jahren Giftköder ausgelegt

Die Aktion Reißzwecke ist nicht der erste gegen Hunde beziehungsweise deren Herrchen gerichtete Akt der verbotenen Selbsthilfe. Im vergangenen Juli hatte Franziska Thiele verdächtiges rotes Pulver entdeckt und es zum Ordnungsamt gebracht.

Das Ergebnis der labortechnischen Analyse war nicht so schlimm wie befürchtet. Denn ein Rattengiftscreening war negativ, ein Gerinnungshemmer wurde nicht festgestellt, berichtet Stadtsprecherin Angelika Jurchen. Aber immerhin zielten das Gemüsepaprika und das Cayennepulver auf empfindliche Hundenasen. Ermittelt wurde der Pulverstreuer nicht, so wenig wie der Mann mit der Reißzwecke.

Täter legen Reißzwecken aus

Die Wredowstraße ist der Stadtverwaltung als Bereich bekannt, „welcher augenscheinlich mit Hundehinterlassenschaften konfrontiert ist“. Die Wredowstraße ist bereits seit 2009 ein Kontrollschwerpunkt für den Stadtordnungsdienst, berichtet Michael Scharf, Fachbereichsleiter für Ordnung und Sicherheit.

Allerdings ist das Risiko nicht allzu hoch für ungezogene Hundehalter. 16 einschlägige Verstöße registrierte die Verwaltung im vergangenen Jahr im gesamten Stadtgebiet, etwa so viele wie im Jahr zuvor (14). 2012 und 2013 waren Hundehalter 37 beziehungsweise 49 Mal auf frischer Tat erwischt worden.

Franziska Thiele hatte vor einigen Tagen erneut Grund zur Sorge. Auf dem Bürgersteig lagen Brotkrumen. Die können harmlos gewesen sein oder auch nicht. Die von ihr verständigte Polizei bat die Frau nur, die Krümel zu beseitigen.

Von Jürgen Lauterbach

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