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Gefängnisstrafe für Frauengrabscher

Brandenburg an der Havel Gefängnisstrafe für Frauengrabscher

Ein Asylbewerber aus Westafrika hat in Brandenburg an der Havel drei Frauen begrapscht. Das Amtsgericht Brandenburg verurteilt ihn am Mittwoch zu einem Jahr und acht Monaten Gefängnis. Wegen seiner vielen Vorstrafen als Dieb, seiner schlechten Sozialprognose und der Fluchtgefahr erhält der notorische Cannabis-Konsument keine Bewährung.

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Blick in einen Gerichtssaal.

Quelle: dpa

Brandenburg/H. Ein Asylbewerber aus Westafrika hat in Brandenburg/Havel drei Frauen begrapscht. Allerdings allein und nicht aus einer Gruppe heraus wie in der Kölner Silvesternacht 2016.

Das Amtsgericht Brandenburg verurteilte den wegen etlicher Diebstähle vorbestraften Mann am Mittwoch zu einem Jahr und acht Monaten Gefängnis ohne Bewährung. Im Edekamarkt in Nord hatte der Angeklagte eine 54 Jahre alte Verkäuferin zwischen die Beine gefasst.

Bernard N. (22) hat seine Heimat in der Kameruner Millionenstadt Douala bereits vor vielen Jahren verlassen. Über Algerien, Spanien, und Belgien, wo sein Asylantrag abgelehnt wurde, landete er in Deutschland und lebt seit 2015 in Brandenburg/Havel. Der relativ kleine schmächtige Mann mit den langen schwarzen Rastalocken ließ die bittere Armut in seinem Heimatland einst hinter sich, dort wo er sich das Cannabisrauchen angewöhnte, um den permanenten Hunger zu besiegen und bei Bedarf die Energie zum Arbeiten zu haben. Cannabis ist so etwas wie der „Lebensretter“ für den jungen Mann. „Allein wenn er das Wort Cannabis hört, bekommt er leuchtende Augen“, sagte der psychiatrische Gutachter Ingolf Piezka im Gerichtssaal. Allerdings führen die Ärzte die psychotischen Störinge, die bei dem 22-Jährigen auftreten, auf den Cannabiskonsum zurück.

Am 11. Januar bekamen drei Brandenburger Frauen die Folgen der Störung im Gemüt des Angeklagten zu spüren. In den Mittagsstunden schmiegte er sich plötzlich an den Körper einer Passantin in der Steinstraße, versuchte sie zu umarmen, wollte sie küssen.

Die 47 Jahre alte Verkäuferin flüchtete in den Teeladen, doch auch dorthin folgte der übel riechende Mann ihr. Mehr passierte zwar nicht, doch das Opfer hatte große Angst und erlebte den Übergriff als äußerst unangenehm.

Das gilt auch für eine 34 Jahre alte Mutter zweier kleiner Kinder, die er einige Stunden später vor der Tür ihres Hauses in der Pater-Grimm-Straße ansprach und eindeutig bedrängte mit der wiederholten Frage: Do you want to fuck? Die Frau mit dem Kind auf dem Arm sagte deutlich Nein und rief immer wieder, er solle abhauen. Während der Kleine weinte, versuchte er ihr in den Schritt zu fassen. Die zitternde Frau konnte ihn schließlich wegdrängen und die Haustür schließen.

Am immer noch selben Januartag um 19.30 Uhr wagte er im Edeka-Markt in der Seelenbinder-Straße einen erneuten sexuellen Übergriff. Er bedrängte eine Verkäuferin am Regal und griff ihr an den Po. Die Schichtleiterin wurde hinzu gerufen und vertrieb ihn. Doch er kehrte zurück und fasste die 54-Jährige tief zwischen die Beine. Wenig später wurde Bernard N. gefasst, er sitzt seit dem 17. Januar in Untersuchungshaft.

Vor dem Schöffengericht ist er weitgehend geständig, versichert, dass er Respekt vor Frauen habe und dass er sich schäme. „Eigentlich geht es ihm gut, ihm fehlt nur eine Frau“, fasste der Gutachter seinen Eindruck zusammen.

Bernard N. entschuldigt sich und versichert immer wieder, dass er sich und sei Leben ändern werde. Die Richter halten das jedoch für fast ausgeschlossen und folgen der Einschätzung des Staatsanwaltes. Peter Mitschke zeichnet das Bild eines Mannes, dessen Leben ein ständiger Rechtsbruch sei.

Er konsumiere Drogen, sei nicht ausreisewillig, fahre ohne Fahrkarte zum Drogenkauf nach Berlin und stehle gewerbemäßig. Außer den sexuellen Übergriffen sind in dem Prozess auch drei Diebstähle angeklagt. Bei Kaufland in Wust, bei Rewe in der Neustadt und bei Zara in Berlin stahl der wiederholt vorbestrafte Dieb in kurzen Abständen Kopfhörer, Lautsprecher, Rinderbeinscheiben und drei Paar Schuhe.

Trotz aller Beteuerungen und Besserungsgelöbnisse sieht das Schöffengericht schwarz für Bernard N.. Seine Sozialprognose sei schlecht, sagt die Richterin. An ein abstinentes Leben sei bei ihm nicht zu denken. Bewährung bewilligt sie ihm nicht, auch deshalb nicht, weil sie eine Fluchtgefahr erkennt.

Von Jürgen Lauterbach

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