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Gefängnisstrafe für Unfallflucht in Brandenburg

Tod von Fußgänger in Kauf genommen Gefängnisstrafe für Unfallflucht in Brandenburg

Der Brandenburger, der auf dem Zentrumsring einen Fußgänger überfuhr und schwer verletzte, erhält keine Bewährung, sondern soll ins Gefängnis. Das Amtsgericht Brandenburg verurteilte ihn am Mittwoch wegen Unfallflucht und unterlassener Hilfeleistung zu einer Haftstrafe, weil er den möglichen Tod des Fußgängers billigend in Kauf genommen habe.

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Dieser BMW wurde nach dem Unfall sichergestellt.

Quelle: dpa

Brandenburg an der Havel. Der 26 Jahre alte Brandenburger, der auf dem Zentrumsring einen Fußgänger überfahren und schwer verletzt hat, bekommt keine Bewährung, sondern soll ins Gefängnis. Das Amtsgericht Brandenburg verurteilte ihn am Mittwoch wegen Unfallflucht und unterlassener Hilfeleistung zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten. Damit ging Amtsrichter Michael Strauß über das von der Staatsanwaltschaft Potsdam geforderte Strafmaß von zehn Monaten mit Bewährung hinaus.

„Wildunfall“ nur Schutzbehauptung

Der Richter machte in seiner Urteilsbegründung deutlich, dass Ronny S. nur knapp an einem Verfahren vor der Schwurgerichtskammer und einer Verurteilung wegen versuchten Totschlags durch Unterlassen vorbeigeschrammt sei. Denn der junge BMW-Fahrer war in der Unfallnacht am 8. November 2015 mit Alkohol im Blut Auto gefahren. Der im Nachhinein errechnete Alkoholwert lag nur etwa 0,2 Promille unterhalb des 0,5-Promille-Wertes einer Trunkenheitsfahrt.

Richter Strauß lastete dem Unglücksfahrer an, dass er den Tod des Fußgängers billigend in Kauf genommen habe. Er folgte den Ausführungen des Verkehrssachverständigen. Danach hätte Ronny S. erkennen müssen, dass es kein Tier, sondern ein Mensch war, den er nachts an der Einmündung Vereinsstrafe überfahren hatte. Dass der Angeklagte einen Wildunfall angenommen haben will, sei angesichts des Unglücksortes mitten in der Stadt eine Schutzbehauptung.

Unfallopfer nur knapp dem Tod entkommen

Sein Verhalten nach der Tat sei Ronny S. anzulasten. Denn er habe sein Opfer einfach auf der Straße liegen lassen. Fast wäre der 36 Jahre alte Passant an seinen sehr schweren Verletzungen sogar gestorben. Doch statt sich um ihn zu kümmern, habe der Angeklagte am nächsten Tag die Polizei aufgesucht, um einen Versicherungsschaden zu melden, damit er Geld für den Sachschaden erhält. Erst als der Polizist den Zusammenhang zu dem schweren Unfall herstellte, habe er Wirkung gezeigt und gesagt, dass er sich „beschissen fühlt“.

Mit seinem Strafmaß liegt das Gericht im mittleren Bereich derartiger Straftaten. Weil der Richter keine besonderen Umstände erkennt, die eine Bewährungsstrafe rechtfertigen würden, soll Ronny S. ins Gefängnis. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig. Berufung ist möglich.

Von Jürgen Lauterbach

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