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Gefangenenchor singt auf Vielfruchthof

„Nabucco“ kommt nach Mötzow Gefangenenchor singt auf Vielfruchthof

Derzeit dreht sich in Mötzow alles um Spargel. Doch hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen für die größte Kulturveranstaltung in der Geschichte des Vielfruchthofes. Am 5. August wird vor der Kulisse des backsteinernen Gutshauses Verdis „Nabucco“ aufgeführt. Die Veranstalter rechnen mit bis zu 1000 Zuschauern.

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Freuen sich auf „Nabucco“ und viele Gäste: Gertrud Thiermann (3.v.l.) mit Tochter Isabel (r.), Sohn Christian und Eventmanagerin Natalia Daubert vom Veranstaltungsbüro Pauli.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Mötzow. Lesungen im Schafstall, Bilder in der Kunstmühle, Blasmusik zum Frühschoppen, Klassik und Jazz unter freiem Himmel: als Veranstaltungsort hat sich das Domstiftsgut Mötzow längst einen Namen gemacht. Doch was in diesem Sommer auf dem sechs Kilometer vor Brandenburg gelegenen Hof zukommt, gab es noch nie. Am 5. August breitet sich der Beetzsee-Himmel über ein Open-Air-Spektakel aus, von dem Orte mit wenigen Dutzend Einwohnern normalerweise nur träumen können.

Mötzow verwandelt sich für einen Tag in eine Opernstätte für rund 1000 Besucher. Erwartet werden Sänger, Solisten und Musiker der Prager Festspieloper, die die Sommerpause ihres Stammhauses nutzen, um in Deutschland mit Verdis „Nabucco“ auf Konzertreise zu gehen. Die sieht in der Regel so aus: „Die ersten Trucks mit Bühne, Technik und Stühle kommen morgens um 7 Uhr an. In der folgenden Nacht um 3 Uhr wird der Veranstaltungsort besenrein übergeben“, beschreibt Natalia Daubert vom Veranstaltungsbüro Pauli in Braunschweig den durchorganisierten Alltag der mobilen Oper.

Kartenverkauf läuft

Ab sofort sind die Karten für die „Nabucco“-Aufführungen im Vorverkauf erhältlich. Darunter in der MAZ-Ticketeria in der Sankt-Annen-Galerie. Auf auch dem Vielfruchthof selbst sind Karten im Vorverkauf erhältlich. Die Aufführung beginnt am 5. August um 20 Uhr, Einlass ab 19 Uhr.

Grundlage für die Oper ist das Libretto des Italieners Temistocle Solera (1816-1878). Die Handlung speist sich aus Legenden um den biblischen Herrscher Nabucco (Nebukadnezar II), König Babylons von 605 bis 562 vor Christus. Hintergrund sind die Eroberung Jerusalems und die Wegführung des jüdischen Volkes in babylonische Gefangenschaft.

Giuseppe Verdi wurde 1813 in Le Roncole bei Parma geboren. Aufgewachsen in einfachen Verhältnissen, förderte sein Vater seine musikalische Neigung.1839 begann seine Laufbahn als Opernkomponist. Verdis „Nabucco“ von 1842 mit dem berühmen Gefangenenchor wurde sofort zu einem rauschenden Triumph.

Weil das Management immer auf der Suche nach neuen Aufführungsorten ist, kam in diesem Jahr das Domstiftsgut Mötzow ins Spiel. Für die Techniker der Opern-Karawane sind sowohl der Hof als auch umliegende Flächen gut für den Aufbau der Open-Air-Veranstaltung geeignet. Die Pächter-Familie von Heinrich Thiermann musste nicht lange nachdenken. „Wir übernehmen gern die Rolle des Gastgebers. Eine Nabucco-Aufführung ist auch für uns eine spannende Herausforderung“, sagte Gertrud Thiermann, Ehefrau des Gutspächters, der MAZ. Vor allem die Hofgastronomie ist gefragt, wenn vor dem 1. Akt die Logistik am Buffet und am Tresen reibungslos funktionieren soll.

Die technisch-organisatorischen Vorbereitungen liegen dagegen fast ausschließlich in den Händen des Veranstalters, der seit 18 Jahren Erfahrungen mit Open-Air-Konzerten gesammelt hat. Während sich derzeit auf dem Betriebsgelände alles um den Spargel dreht, laufen die Absprachen über Details des August-Spektakels bereits auf Hochtouren. Für Mötzow sehen die Fachleute zwei Varianten. Entweder spielt sich die prachtvolle Oper mit dem dramatischen Spiel um Liebe und Macht im Biergarten ab, oder die elf mal acht Meter große Bühne für 30 Sänger und acht Solisten wird auf einer Wiese unweit des backsteinernen Gutshauses platziert. Daneben kommt das sechs mal fünf Meter große Feld für die Mitglieder des Orchesters. Platz brauchen auch die rund 1000 Stühle, die bei Bedarf auf 1400 Plätze aufgestockt werden können.

Sollte der weltberühmte Gefangenenchor bei Regen singen müssen, werden an die Zuschauer Capes verteilt. Karten für die Bestuhlung gibt es in drei Kategorien, die auf sechs Bestuhlungsblöcke verteilt sind. „Innerhalb der Blöcke ist freie Platzwahl. In der Regel sind die Karten für die beiden A-Blöcke nahe der Bühne schnell ausverkauft“, berichtet Eventmanagerin Daubert. Wer es nicht nach Mötzow schafft kann am 6. August auf einen nicht weniger ausgefallenen Spielort ausweichen. Dann nämlich wird „Nabucco“ vor Schloss Kartzow bei Fahrland aufgeführt.

Von Frank Bürstenbinder

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