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Gefesselte Joggerin hatte Todesangst

Prozess in Brandenburg/Havel Gefesselte Joggerin hatte Todesangst

Eine junge Frau aus Brandenburg/Havel hat vergangenes Jahr im Mai einen wahren Albtraum erlebt. Beim Joggen ist sie hinterrücks von einem jungen Mann angegriffen und später an einen Baum gefesselt worden. Der 39-Jährige steht wegen der Attacke jetzt vor Gericht. Dort kommen nun Einzelheiten der Tat ans Licht.

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Der Angeklagte Marcel B. möchte sein Gesicht nicht zeigen.

Quelle: Julian Stähle

Brandenburg/H. Die junge Lehrerin durchlitt Todesangst, als ein Fremder sie am 31. Mai 2015 am Gördensee überfiel, würgte, mit einem Küchenmesser bedrohte und an einen Baum fesselte. Die Staatsanwältin ist überzeugt, dass der 39 Jahre alte Marcel B, Patient der Brandenburger Gerichtspsychiatrie, der Täter ist. Am Freitag begann im Landgericht der Prozess gegen den vorbestraften Mann.

Die Kapuze seines Pullovers bedeckt das Gesicht, als der gebürtige Kyritzer in Handschellen den Gerichtssaal betritt. Der glatzköpfige Mann ist wieder eingesperrt in der Gerichtspsychiatrie, wo er nach seiner Verurteilung 1998 untergebracht ist. Allerdings genoss dieser Patient sogenannte Lockerungen, als die angeklagte Tat geschah. Seinerzeit wohnte er in einer Wohngruppe auf dem Gelände des Asklepios-Klinikums.

Marcel B. genoss einige Freiheiten

Zu bestimmten Zeiten hatte er Ausgang. Ob Marcel B. diese Freiheit für die schreckliche Tat ausnutzte, soll der Prozess vor der 4. Strafkammer aufklären. Er ist angeklagt unter anderem wegen Entführung, Freiheitsberaubung und Körperverletzung. Der Angeklagte schwieg zum Prozessauftakt zu den Vorwürfen und gab auch keine Auskunft über seinen persönlichen Werdegang.

Am Sonntag, 31. Mai des Vorjahres, zwischen 13.45 und 14.45 Uhr joggte eine inzwischen 33 Jahre alte Lehrerin im Wald auf der Strecke um den Gördensee. Plötzlich packte sie ein Fremder von hinten, würgte sie mit den Armen, bedrohte sie mit einem Küchenmesser mit orangefarbenem Griff und zerrte sie den Hang hoch ins Gebüsch.

Als die Joggerein losschrie, drückte er ihren Hals mit den Händen zu und befestigte ein Klebeband über ihrem Mund. Laut Staatsanwältin soll er gesagt haben, dass er sie nicht vergewaltigen, sondern nur reden wolle. Das Klebeband entfernte er wieder, allerdings bedrohte er sie weiter mit dem Messer, damit sie ruhig bleibe. Die Lehrerin musste sich an einen Baum setzen, damit er sie fesseln konnte.

Küchenmesser mit orangenem Griff gefunden

Als sie vor lauter Angst weinte, verschwand er. Ein Zeuge sah zur fraglichen Zeit, wie Marcel B. über das Klinikgelände flitzte und in seinem Haus verschwand. Die Polizei nahm ihn wenig später fest und stellte in seinem Zimmer Beweisstücke sicher, unter anderen ein Küchenmesser mit orangenem Griff.

Das Opfer konnte sich befreien, wurde in der Notaufnahme behandelt und erstattete Anzeige. Die Frau trug Würgemale am Hals davon, eine Gesichtsprellung sowie Blutergüsse und Schürfwunden an Armen und Beinen. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Jürgen Lauterbach

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