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Brandenburg/Havel Warm gehaltener Reis kann heikel sein
Lokales Brandenburg/Havel Warm gehaltener Reis kann heikel sein
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17:34 29.08.2018
Eine Lebensmittelkontrolleurin bei der Arbeit zu begleiten, das gestattet die Stadtverwaltung nicht. Dieses Foto entstammt daher dem MAZ-Archiv. Quelle: unbekannt
Brandenburg/H

Sie kommen unangemeldet und schauen in fremde Kühlschränke und Kochtöpfe. Vier städtische Lebensmittelkontrolleure sind das Jahr über im Stadtgebiet unterwegs und entnehmen in überwachungspflichtigen Betrieben mehrere hundert Proben, um sie im Labor untersuchen zu lassen.

In den vergangenen beiden Jahren hat das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt der Stadt 122 Verwarnungen ausgesprochen, 22 Mal Bußgelder verhängt und in sieben Fällen Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet, teilt Stadtsprecherin Angelika Jurchen auf Anfrage mit.

„Am gravierendsten sind Beanstandungen im Rahmen von lebensmittelbedingten Erkrankungen beim Menschen“, berichtet die Verwaltungssprecherin. Gegarten warmgehaltenen Reis nennt sie als Beispiel für Lebensmittel, die mikrobiell, also mit gesundheitsgefährdenden Bakterien belastet sind oder ein Gift (Toxin) gebildet haben.

Novovirus: Unbestätigte Verdachtsfälle

Dagegen spielen Salmonellen im Hühnerfleisch offenbar keine Rolle in der alltäglichen Kontrollpraxis der Brandenburger Lebensmittelüberwacher. Unbestätigte Verdachtsfälle meldet die Verwaltung im Hinblick auf Lebensmittelvergiftungen, die das Norovirus oder Campylobacter-Bakterien hervorgerufen haben.

1469 überwachungspflichtige Betriebe gab es vergangenes Jahr in der Stadt. Die Anzahl ist seit 2010 um fast 50 Prozent gestiegen. Ähnlich stark hat die Zahl der Kontrollen seither allerdings nicht zugenommen, die der entnommenen Lebensmittelproben ist sogar etwas gesunken.

Jeweils gut 2000 Lebensmittelkontrollen in der Stadt meldet das zuständige Amt für die Jahre 2016 und 2017. Jedes Jahr nehmen die Kontrolleure zwischen etwa 350 und 400 Lebensmittelproben.

Jede 5. bis 7. Probe beanstandet

Immerhin ergibt sich aus den folgenden Laboranalysen, dass in jeder fünften bis siebten Probe ein Grund für Beanstandungen vorliegt.

Angelika Jurchen: „Am häufigsten gibt es Beanstandungen bei der Kennzeichnung, zum Beispiel von Allergie auslösenden Stoffen.“ Wurde etwas beanstandet und haben die Kontrolleure Auflagen verhängt, finden in der Regel Nachkontrollen statt. Verstöße werden auch mit Verwarnungen oder Bußgelder geahndet.

Die Kontrolldichte hat in den vergangenen Jahren abgenommen. Im Jahr 1995 gab es in der Stadt zwar nur halb so viele überwachungspflichtige Betriebe und Einrichtungen wie rund 20 Jahre später, aber etwa anderthalb Mal so viele Lebensmittelkontrollen, nämlich mehr als 3600.

Preise falsch ausgezeichnet

Das Überwachungsamt kontrolliert nicht nur die Lebensmittel, sondern auch Preisauszeichnungen und die Handelsklassen im Einzelhandel. In knapp 1200 kontrollierten Fällen im Jahr 2017 waren die Preise 34 Mal falsch ausgezeichnet.

Die Handelsklassen von Obst und Gemüse sind in etwa jedem zehnten kontrollierten Fall nicht korrekt angegeben. Bei Eiern und Geflügel gibt es deutlich seltener einen Grund zu Beanstandung.

Die MAZ hätte gern einen der Lebensmittelkontrolleure bei der Arbeit begleitet. Leider macht die Verwaltung das nicht möglich. Der angegebene Grund: Die kontrollierten Betriebe müssten vorab ihr Einverständnis geben. Doch das können sie gar nicht, weil sie ja vorab nicht wissen, dass die Kontrolleure der Stadt kommen.

Von Jürgen Lauterbach

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