Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° Nebel

Navigation:
Gegen Hähnchenmast in Schmergow

Ortsbeirat bleibt bei Ablehnung Gegen Hähnchenmast in Schmergow

Die Schmergower wollen keine Hähnchenmast mit 165 000 Tierplätzen. Der Ortsbeirat lehnt dieses Vorhaben wie schon im Herbst 2014 geschlossen ab. Nächste Woche positionieret sich noch einmal der Gemeinderat von Groß Kreutz (Havel). Das Landesumweltamt hatte die Kommune im Zuge der Vollständigkeitsprüfung erneut wegen einer Stellungnahme angeschrieben.

Voriger Artikel
Jacaranda zu Gast im Oman
Nächster Artikel
Auto brennt auf der A2 komplett aus

Diese Schmergower sammelten Unterschriften gegen die Mast.

Quelle: C. Nack

Schmergow. Die geplante Hähnchenmast mit 165 000 Tierplätzen lässt die Schmergower nicht kalt. Etwa 35 Einwohner versammelten sich am Donnerstagabend zur Ortsbeiratssitzung in der voll besetzten „Neuen Schule“. Das dreiköpfige Gremium bleibt dabei und lehnt dieses Vorhaben wie schon im Herbst 2014 geschlossen ab.

Am kommenden Dienstag positionieren sich dazu auch noch einmal die Gemeindevertreter von Groß Kreutz (Havel), die sich damals mehrheitlich ebenfalls gegen eine Ansiedlung der Hähnchenmast aussprachen. Das Landesumweltamt mit Sitz in Groß Glienicke hatte die Kommune im Zuge der Vollständigkeitsprüfung wegen einer erneuten Stellungnahme angeschrieben. Bürgermeister Reth Kalsow geht davon aus, dass es bei dem ablehnenden Votum der Volksvertreter bleibt.

Mehrheitlich gegen eine Ansiedlung

Die Firma Terhorst agrar GmbH & CO will bei Schmergow zwischen Ketziner Siedlung und Havel drei Stallgebäude mit je 55 000 Hähnchenplätzen nebst Kadavercontainer errichten. Ein Stall soll 105 Meter lang und 24,5 Meter breit sein. Der Antrag wurde bereits 2011 gestellt. Der aus Rees (Nordrhein Westfalen) stammende Heinrich Terhorst, dessen Familie im Ort seit 2009 eine Biogasanlage und Ackerbau betriebt, war am Donnerstag nicht anwesend.

Wie Norbert Stein von der Gemeindeverwaltung unter Berufung auf das Landesumweltamt jetzt erklärte, bleibe es inhaltlich bei diesem Antrag, der in Einzelheiten ergänzt worden sei. Bei der Beteiligung verschiedener Behörden habe es einige Nachforderungen gegeben, etwa von der Unteren Naturschutzbehörde. So seien zum Beispiel technische Veränderungen bei den Stallgebäuden vorgenommen, eine grafische Darstellung nachgereicht und einige Gutachten überarbeitet worden. Insgesamt umfasst das Projekt mehrere hundert Seiten, so Stein. Im Laufe des Genehmigungsverfahrens wird es eine öffentliche Auslegung für einen Monat geben, bei der Bürger ihre Hinweise darlegen können.

„Je mehr Einwände kommen, umso besser ist das für eine Ablehnung, um das Ganze abzuwenden“, appellierte Peter Roth an die Einwohnerschaft. Er gehört zu den engagierten Schmergowern, die im Ort und Umgebung 1531 Unterschriften gegen die Mastanlage gesammelt und im März 2015 an den Petitionsausschuss des Landtages übergeben hatten. Auch viele Ketziner unterzeichneten.

„Je mehr Einwände, desto besser“

Wie Verwaltungsmitarbeiter Stein weiter informierte, gibt es inzwischen eine umfangreiche Umweltverträglichkeitsstudie. Darin kommt man zu dem Fazit, dass es unter Beachtung bestimmter Hinweise möglich sei, das Vorhaben bei Schmergow zu verwirklichen. Der Standort liegt im Landschaftsschutzgebiet Brandenburger Osthavelniederung und grenzt an ein Vogelschutzgebiet. „Warum nimmt man dafür nicht Brachflächen mit alten verfallenen landwirtschaftlichen Stallanlagen, denn davon gibt es im Land Brandenburg genug?“, schüttelt Herbert Vater den Kopf, der zu den Hähnchenmast-Gegnern gehört und in der Förderung der Massentierhaltung eine „verfehlte Landespolitik“ sieht.

„Bei acht Durchgängen pro Jahr, wären das etwa 1,32 Millionen Hähnchen, die jährlich bei uns gemästet werden sollen“, rechnet Vater vor. Außerdem befürchten die Schmergower zu den bereits vorhandenen Industrieansiedlungen und Emissionsproblemen zusätzliche Belastungen.

Die Hähnchenmastgegner, die nichts gegen eine Biolandwirtschaft hätten, hoffen auch auf Rückenwind durch das erfolgreiche Volksbegehrens gegen Massentierhaltung in Brandenburg mit knapp 104 000 Unterschriften.

Von Claudia Nack

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg