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Brandenburg/Havel Gegen den Verkehrsinfarkt: Weiterer Zubringer zur Autobahn gefordert
Lokales Brandenburg/Havel Gegen den Verkehrsinfarkt: Weiterer Zubringer zur Autobahn gefordert
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16:22 29.05.2018
Autos und Lastwagen stehen im Stau nach einem LKW-Unfall auf der Autobahn A2. Die häufigen Unfälle und die fehlende Entlastungsstrecke bringen den Verkehr in der Stadt Brandenburg und im nahen Umland häufig zum Erliegen. Quelle: dpa
Brandenburg/H.

Der Stadt Brandenburg droht der Verkehrsinfarkt. Die zahlreichen Unfälle auf der Bundesautbahn A2, die bereits jetzt überlastete Bundesstraße 1, die Planebrücke, die sich täglich als Nadelöhr erweist und die Brücke in der Potsdamer Straße, die nur noch notdürftig zu reparieren sein wird, sorgen in der Summe dafür, dass der Stau in der Stadt zum Dauerproblem wird.

Und, dass auch die Umlandgemeinden genervt sind. Erst am zurückliegenden Wochenende sorgte ein umgestürzter Sattelschlepper mit einem Mähdrescher auf der Autobahn dafür, dass dort über Stunden nichts mehr ging und sich der Schwerverkehr über die Dörfer seinen Weg suchte.

Brandenburg an der Havel darf nicht vom Verkehr abgeschnitten sein

„Brandenburg ist ein regionaler Wachstumskern“, stellt Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) klar. Da sei es auf Dauer nicht akzeptabel, dass die Stadt quasi vom Verkehr abgeschnitten sei. „Wir brauchen da eine Lösung, auch wenn die in der Zukunft liegt“, so Scheller zur MAZ.

Auch mit Blick auf das noch längst nicht ausgelastete Gewerbegebiet in Kirchmöser ist für Scheller klar, wohin der Weg führen soll: „Wir brauchen einen weiteren Autobahnanschluss über Kirchmöser und dann als Spange an Wenzlow, Mahlenzien und Viesen vorbei.“ Selbstverständlich für ihn sei, dass es dafür Ortsumgehungen geben müsse. Neu seien die Pläne nicht, sagt Scheller und verweist auf einen Packen Unterlagen mit Plänen. Die sind vor Jahren entstanden und nicht billig. 30 Millionen Euro würde so eine Anbindung über die Landesstraße kosten, hat der OB von seinen Fachleuten erfahren.

Holzschuher unterstützt Scheller

Unterstützung bekommt Scheller in dieser Frage vom SPD-Unterbezirksvorsitzenden und Landtagsabgeordneten Ralf Holzschuher. Der hatte bereits vor Wochen erklärt: Die Stadt würden die aktuellen Verkehrsprobleme noch über Jahre begleiten. Deshalb fordere er, dessen Partei ja das Potsdamer Infrastrukturministerium besetzt, „dass wir langfristig neue Verkehrsprojekte zur Entlastung dieser Bereiche brauchen. Dazu gehört auch die Anbindung von Kirchmöser an die Autobahn.“

In der Tat ist die Diskussion, den industriell geprägten Ortsteil Kirchmöser an die Autobahn anzubinden, schon viele Jahre alt. Und die Hoffnung war groß, als der damalige Außenminister Frank-Walter Steinmeier vor fast zehn Jahren die Gründung eines Bahnforschungszentrums in Aussicht stellte und dafür Konzerne wie Siemens und Linde mit ins Boot holen wollte. Das Projekt zerschlug sich jedoch.

In Gesprächen mit Scheller hat Holzschuher nun offenbar zugesagt, sich beim Wirtschafts- und beim Infrastrukturministerium für das Projekt stark machen zu wollen. Scheller begrüßt das ausdrücklich und hofft, dass Holzschuher in dieser Frage seine Regierungsfraktion im Sinne der Stadt und der Region beeinflussen kann.

Provisorische Reparatur im Juni

An der Misere ändert auch nichts, dass die Brücke jetzt in der Potsdamer Straße provisorisch so instand gesetzt werden soll, dass zumindest einspurig wieder LKW mit einem Gewicht bis zu 30 Tonnen diese passieren können. Womöglich schon an drei Tagen in der Woche nach dem Havelfest, das bis zum 17. Juni geht, soll die Potsdamer Straße für drei Tage voll gesperrt werden.

In dieser Zeit, so Scheller, soll die gebrochene und gerissene Stahlkonstruktion wieder so auf Vordermann gebracht werden, dass man den Abriss durch das Einschweißen neuer Streben zumindest herauszögern kann. Wann ein Ersatzneubau kommt, ist offen. Durch die sensible Bahnverbindung – der RE1 fährt zwei mal in der Stunde unter der Brücke hindurch – werde das Neubauprojekt erschwert.

Wie stark befahren die Bahnstrecke über den RE1 hinaus befahren ist, erfahren Autofahrer in stundenlanger Wartezeit an der Wuster Schranke täglich. In den kommenden beiden Jahren soll die Brücke im laufenden Bahnbetrieb durch einen Neubau ersetzt werden. Für den Schwerlastverkehr, der das Bauwerk schon jetzt nicht mehr passieren darf, kommt das in einer industriell geprägten Stadt einem GAU gleich.

Brückensperrung bringt Probleme für viele Firmen

„Die Brückensperrung der B1/B102 für LKW stellt die Brandenburger Wirtschaft schon seit einiger Zeit vor große Probleme, da darüber fast der gesamte Fernverkehr abgewickelt wird“, beklagte Ralf Holzschuher (SPD) jüngst. Seine Forderung, den Verkehr zumindest bis 30 Tonnen wieder freizugeben, scheint jetzt erhört worden zu sein.

Allerdings hält Scheller den Plan des Landesstraßenbauamtes für unzureichend: „Wir werden uns mit aller Kraft gegen eine einspurige Lösung wehren.“ Aus seiner Sicht scheine es denkbar, neben einem Überholverbot und einer Abstandsregelung eine zweite, schmalere Fahrsprur für PKW über die Brücke zu führen.

Die Nachricht des Landesbetriebes für Straßenwesen, wonach die Brücke über die Bahn im Zuge der B1/102 wieder für den Schwerlastverkehr befahrbar gemacht wird, wenn zunächst auch nur einspurig“ begrüßt Holzschuher im Grundsatz. Dann seien „bald keine großen Umwege für den Schwerlastverkehr mehr nötig.“ Aber neben einer provisorische Ertüchtigung der Brücke sei es dringend nötig, langfristig „neue Trassen zu finden, um den Verkehr besser zu organisieren.“

Zentrumsring als Nadelöhr

Der Zentrumsring und die Kreuzung zur Wilhelmsdorfer Straße blieben Nadelöhre. „Für den Straßenverkehr brauchen wir neue und visionäre Planungen. Vielleicht bildet die in der Stadtverordnetenversammlung geplante Leitbilddiskussion für die Zeit bis 2035 da eine Chance, gemeinsam Strategien zu entwickeln“, so Holzschuher. Er werde den Landtagsabgeordneten beim Wort nehmen und hoffe auf dessen inhaltliche Unterstützung in Potsdam über schöne Worte hinaus, sagt Scheller abschließend.

Von Benno Rougk

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