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Brandenburg/Havel Geheimnisvolle Führung durch altes Gemäuer
Lokales Brandenburg/Havel Geheimnisvolle Führung durch altes Gemäuer
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14:27 28.10.2018
Ein ganz besonderes Erlebnis: Die Taschenlampenführung erkundet den Steintorturm. Quelle: Tobias Wagner
Brandenburg/H

Historische Gebäude in einem anderen Licht kennenlernen: der Museumsaktionstag „Feuer und Flamme“ bot am Samstagnachmittag eine besondere Begehung des Steintorturmes in Brandenburg an der Havel. Bei einer geheimnisvollen Führung erkundeten die Gäste das Museum des mittelalterlichen Turmes im Schein von Taschenlampen. Überraschungen waren nicht ausgeschlossen.

„Wir veranstalten diese Taschenlampenführung das erste Mal im Rahmen des Museumsaktionstages“, sagt Museumspädagogin Heike Köhler. „Mit so vielen Gästen hat allerdings niemand gerechnet.“

Etwa 40 große und kleine Geschichtsinteressierte zwängten sich durch die engen Treppengänge des Steintorturmes in der Steinstraße, um den im Dunkeln gruselig anmutenden Turm und die Schifffahrtsausstellung im Inneren zu erforschen. Seit 2001 bietet hier die Dauerausstellung „Entlang der Havel –Schiffe, Schiffer, Traditionen“ verblüffende Einblicke in die Geschichte der Schifffahrt und des Schiffbaus der Havelstadt.

Bereits vor Beginn der Führung hatte sich eine lange Schlange von Besuchern vor dem Turm gebildet. Die Wartezeit wurde vom Freundeskreis des Stadtmuseums jedoch mit wärmendem Glühwein und Kinderpunsch überbrückt.

Die Führung startete stilecht: Betritt man den größten von noch insgesamt vier intakten Tortürmen der Stadt, befindet man sich sofort im ehemaligen Kerker der einstigen Befestigungsanlage. In dem im 14. und 15. Jahrhundert erbauten Gemäuer darbten an dieser Stelle zahllose Gefangene in der Gefangenschaft. „Vielleicht finden aufmerksame Augen ja die Einritzungen der Gefangenen“, so Köhler.

Weiter ging es in der ersten Etage des Steintorturmes. Hier tauchten dutzende Taschenlampen die Gemälde und den um 1800 erbauten Kaffenkahn in ein gespenstisches Licht. Das älteste Modell der Ausstellung wurde ursprünglich unter anderem in der Schifffahrtsschule Lehnin zu Unterrichtszwecken genutzt.

Bei schummrigem Licht lernten die Gäste daraufhin in der zweiten Etage vom Schiffsbau in Brandenburg. Die 1877 erbaute Werft der Gebrüder Wiemann auf dem Gelände des Packhofs gehörte beispielsweise einst zu den größeren deutschen Schiffsbauunternehmen.

„Da fahre ich immer mit dem Fahrrad vorbei, wenn ich den Spielplatz besuche“, sagt Amelie Steinberg. Die neunjährige Brandenburgerin besuchte mit ihrer Mutter die Taschenlampenführung. „Zum Glück sind hier so viele Leute“, zeigte sich die Schülerin erleichtert. „Ganz allein wäre der Turm schon sehr gruselig.“ Trotz nahendem Halloweentag gab es jedoch keine paranormalen Vorkommnisse. Wer auf die Sichtung eines Geistes gehofft hatte, wurde leider enttäuscht.

Stattdessen wartete in der letzten Etage des Steintorturmes ein Schatz auf die kleinen Besucher. Die Schatzkiste, gefüllt mit Losen, konnte jedoch schnell gefunden und der Inhalt an die Kinder verteilt werden. Für die Lose erhielten die jungen Gäste eine kleine Überraschung in Form von Süßigkeiten beim Verlassen des historischen Bauwerkes.

Bevor es jedoch so weit war, durften die Mutigsten noch die Plattform des Steintorturmes betreten. Hier bot sich den Teilnehmern dieser ganz besonderen Museumstour mit einem herrlichen Ausblick über Brandenburg ein gelungener Abschluss des Nachmittages. Viele nutzten die Chance, um noch ein Bild von sich und dem Nachwuchs zu schießen.

„Eine tolle Erinnerung an die Führung“, sagt Thomas Witzeck. Der 32-Jährige war mit seiner Familie aus Wusterwitz angereist. „Uns hat es sehr gefallen und wir kommen auf jeden Fall wieder.“ Auf Geister möchte man jedoch auch beim nächsten Mal verzichten.

Von Tobias Wagner

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