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Brandenburg/Havel Geisterrad für einen kleinen Engel
Lokales Brandenburg/Havel Geisterrad für einen kleinen Engel
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16:18 29.01.2018
Ein weißes Fahrrad erinnert an der Kreuzung Upstallstraße/Rathenower Landstraße im Stadtteil Höhenstücken an den tragischen Unfall vom 24. Januar 2018, bei dem ein radelndes Mädchen (10) von einem Lastwagen überrollt wurde. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg//H

Ein weißes Fahrrad steht an der Kreuzung Rathenower Landstraße Upstallstraße. Es lehnt an einem Stahlträger, als ob die Besitzerin gleich zurückkommen würde. Doch das Rad wird dort stehen bleiben – als Erinnerung an ein Mädchen, das dort starb. Wie berichtet, war dort in Hohenstücken in der Vorwoche eine Zehnjährige von einem LKW überrollt worden. Das Kind starb wenig später im Krankenhaus an den Folgen. Nun erinnert das weiße Rad an ihren Tod.

Mit dem sogenannten „Geisterrad“ wird in vielen Ländern an im Straßenverkehr tödlich verunglückte Radfahrer gedacht. Es passiert immer wieder und zu oft, dass Radfahrer beim Linksabbiegen in den toten Winkel der Lkw. Noch ist unbekannt, wer das weiße Rad in Hohenstücken aufgestellt und dort angeschlossen hat. Doch die Botschaft ist eindeutig: Hier hat jemand versucht, seiner Betroffenheit Ausdruck zu verleihen und sein Mitgefühl den Angehörigen zu zeigen.

Gleichzeitig symbolisiert das Rad: Fahrt vorsichtiger! Radfahrer sind der schwächste Teil des Verkehrs auf der Straße. Das Rad in Hohenstücken ist das erste seiner Art in Brandenburg. Ursprünglich kommt diese Form des Gedenkens aus den USA, seit einigen Jahren gibt es sie auch in Berlin. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) hat die Aktion dort übernommen. „2017 mussten wir neun Räder in der Stadt aufstellen, diese Woche kam das erste für 2018 dazu“, sagt Lara Eckstein vom Berliner ADFC in der Vorwoche der MAZ.

Eine 52-jährige Frau war am Dienstag, also einen tag vor dem Brandenburger Mädchen, in Berlin-Schöneberg ebenfalls durch einen abbiegenden Lastwagen überfahren worden. Der ADFC veranstaltete eine Mahnwache am Unfallort, 200 Menschen kamen. „Die Angehörigen waren sehr dankbar für die Unterstützung von unserer Seite“, sagt Eckstein.

Ein Jahr lang bleiben die weiß gefärbten Räder als stumme Zeugen an den Unglücksorten, bevor sie wieder abgebaut werden. Auf einem Schild sind Datum des Unfalls und Alter des Verunglückten zu lesen. „Es ist zynisch, aber im Prinzip müssten wir diese Räder immer vorrätig haben, weil es jederzeit zu einem tödlichen Unfall kommen kann“, sagt Eckstein. Bei der Aktion gehe es im Übrigen nicht darum, Lkw-Fahrer anzuprangern.

Die Geisterräder sollen an die Verantwortung appellieren, die jeder im Straßenverkehr trage. „Je mehr Tonnen Blech und Stahl ich transportiere, desto stärker muss ich mir dieser Verantwortung bewusst sein“, so Eckstein. In erster Linie sei die Aktion aber auch ein Zeichen an die Politik.

Von Christina Koormann und Benno Rougk

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