Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Gelebte Inklusion an der Regattastrecke

25 Jahre Lebenshilfe Gelebte Inklusion an der Regattastrecke

Die Lebenshilfe Brandenburg-Potsdam feierte am Wochenende ihr 25. Jubiläum am Beetzsee. Sozialministerin Diana Golze lobte den Verein für seine Arbeit mit Menschen mit Behinderungen.

Voriger Artikel
Auch Kaninchen leiden unter der Hitze
Nächster Artikel
„Wässern, wässern und nochmals wässern“

Für mehr gesellschaftliche Teilhabe: Die Lebenshilfe feierte ihr 25. Jubiläum.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Brandeburg/H.. Mit einem bewegenden Aufmarsch ist am Samstag das große Vereinsfest anlässlich des 25. Jubiläums der Lebenshilfe Brandenburg-Potsdam an der Regattastrecke am Beetzsee eröffnet worden. Ehe die geschmückte „Arche Inklusion“ an der Spitze des Zuges an der mit über 1000 Menschen besetzten Tribüne vorbei in Richtung Festplatz zog, würdigten Sozialministerin Diana Golze (Linke), die Lebenshilfe-Bundesvorsitzende Jeanne Nicklas-Faust und der Behindertenbeauftragte des Landes, Jürgen Dusel, das Wirken der Lebenshilfe für die über 400 betroffenen Menschen in Brandenburg und Potsdam.

Ministerin Golze lobte den Einsatz des Vereins für die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. „Menschen mit einer Behinderung erleben noch zu oft im Alltag und im Beruf Benachteiligungen. Wir wollen eine Gesellschaft, in der niemand ausgegrenzt wird, sondern offen ist für Vielfalt. Jeder Mensch, ob mit oder ohne Behinderung soll sein Leben selbstbestimmt gestalten können“, sagte Golze.

Lebenshilfe: Mittendrin statt nur dabei - Sie haben keine Berechtigung dieses Objekt zu betrachten.

Den betroffenen Menschen stehen in Brandenburg und Potsdam 135 hauptamtliche und mehr als 20 ehrenamtliche Helfer zur Seite. Einschließlich zahlreicher Angehöriger trafen sie sich nach dem offiziellen Festakt auf dem Sattelplatz an der Regattastrecke. Dort begann ein mit Hilfe des Regattateams und des Lebenshilfe-Technikers Thomas Feißel organisiertes buntes und lautes Fest.

Unter denen, die feierten, war auch Ulrich Budick aus Brandenburg mit seinem 54-jährigen Sohn. Ihren Sohn hätten er und seine Frau bis zu dessen 50. Lebensjahr zu Hause versorgt, berichtete der 81 Jahre alte Mann. „Aber es ging nicht mehr, und wir haben uns an die Lebenshilfe gewandt“, so der Rentner. Nun werde der Sohn professionell betreut, arbeite in der Lebenshilfe-Werkstatt in der Potsdamer Straße und besuche regelmäßig seine Eltern. „So wie es ist, haben wir ein gutes Gewissen“, sagte Budick.

Die 28-jährige Franziska Stoof, eine der hauptamtlichen Betreuerinnen in der Wohnstätte in der Nikolaus-von-Halem-Straße, bestätigte dies: Wären ihre Eltern einst auf Betreuung angewiesen, so würde sie sie mit gutem Gewissen in der Wohnstätte unterbringen. „Es ist eine schöne Arbeit“, sagte sie. Den 27 Frauen und Männern in der Wohnstätte stehen 15 Betreuer zur Seite. „Hier wird nichts reglementiert, alles ist so individuell wie möglich, die Mitsprache gesichert, ein Beirat sorgt für ein gutes Klima.“

Wie unterschiedlich die Lebenshilfe wirkt, machte Karin Block deutlich. Sie ist auf einen Rollstuhl angewiesen, lebt aber in einer eigenen Wohnung. Block hat eine Betreuerin, sie bei Arztbesuchen oder Behördenwegen unterstützt. „Ohne die Lebenshilfe wäre ich schlecht dran und in vielen Dingen hilflos“, sagte sie, während sie mit dem Rollstuhl von Stand zu Stand kurvte, um sich alles anzuschauen. Ein buntes Bühnenprogramm sorgte für ausgelassene Stimmung. Die kurze Regenschauer – für einige Besucher eine willkommene Abkühlung beim Tanzen – trübten das Fest zu keinem Zeitpunkt.

Unter den vielfach gewürdigten Lebenshilfe-Mitarbeitern erfuhr Vereinsvorstand Matthias Pietschmann eine besondere Ehrung. Dass er zum Jubiläum mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet würde, damit hatte er nicht gerechnet – und dass obwohl er bei den Planungen des Fests den Hut aufhatte. Pietschmann ist Mitbegründer der Lebenshilfe in Brandenburg.

Von der Selbsthilfegruppe zum Verein

Die Lebenshilfe ist ein gemeinnütziger Verein, der im Jahr 1958 von Eltern geistig behinderter Kinder, Fachleuten und Förderern in Marburg gegründet wurde.

1990 gründeten Eltern den Verein Lebenshilfe für Brandenburg und Potsdam.

Der Verband fördert und betreut in seinen Einrichtungen mehr als 400 Menschen mit geistiger und/oder mehrfacher Behinderung sowie psychischen Beeinträchtigungen.

Deutschlandweit zählt die Lebenshilfe mehr als 130 000 Mitglieder. Der Verein ist damit die größte Interessenvertretung für Menschen mit geistiger Behinderung in Deutschland.

Von Jürgen Krumnow

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg/Havel

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg