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Gemeinsam kochen in der Senioren-WG

Neubau am Pritzerber Markt Gemeinsam kochen in der Senioren-WG

Auf einer Brachfläche am Pritzerber Markt soll eine Senioren-WG entstehen. Die Stadtverordneten von Havelsee haben in dieser Woche den Verkauf des kommunalen Grundstücks an einen privaten Investor beschlossen.

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Es war einmal: An Stelle dieses bereits abgerissenen Ackerbürgerhauses soll bald ein Neubau für eine Senioren-WG entstehen.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Pritzerbe. Das Ackerbürgerhaus am Markt mit der Hausnummer 14 steht nicht mehr. Abgerissen. Jetzt soll es auch der knapp 400 Quadratmeter großen Brachfläche mitten in der Pritzerber Altstadt an den Kragen gehen. Dafür haben die Stadtverordneten am Donnerstag die Weichen gestellt. Die Abgeordneten beschlossen bei einer Enthaltung von Wolfgang Vogeler den Verkauf der kommunalen Fläche an private Investoren.

Dabei handelt es sich um das in Berlin ansässige Unternehmen Elaro Elektrotechnik mit den beiden Geschäftsführern Lars Sperling aus Marzahne und Rosario Mandanici. Die Firma will rund eine Million Euro in den Bau eines mehrgeschossigen Wohnhauses für Senioren investieren. Damit ist eine ursprüngliche Idee, wonach die Stadt Havelsee selbst als Bauherr und Investor auftritt, vom Tisch. Dafür greift die Elaro GmbH auf bereits von der Kommune beauftragte Planungsleistungen zurück, die jedoch den Vorstellungen der Investoren angepasst werden.

„Die nächsten Wochen werden zeigen, ob sich die planerischen Optimierungen im Rahmen einer Baugenehmigungsänderung realisieren lassen. Ist jedoch ein neues Bauantragsverfahren nötig, wird alles länger dauern“, sagte Elaro-Geschäftsführer Sperling der MAZ. Der Neubau soll einmal Wohnungen für zwölf Mieter bieten. Darunter sind auch Apartments für Ehepaare.

Zehn Jahre betreutes Wohnen

Die künftige Senioren-WG am Markt wird nicht die erste Einrichtung für betagte Bürger in Pritzerbe sein. Auf dem Nachbargrundstück betreibt der Pflegedienst „Nora“ aus Brandenburg seit zehn Jahren eine betreute Wohnanlage, die in der 1989/90 errichteten Kinderkrippe eingerichtet wurde.

Gespräche über ein Engagement von „Nora“ auch in der neuen Senioren-WG führten nach Auskunft des Investors nicht zum Erfolg. Wann mit dem Neubau begonnen werden kann, hängt vom Ausmaß der Umplanungen des ursprünglichen Projektes ab.

Entgegen ursprünglicher Planungen werden Treppenhaus und Fahrstuhl in den Außenbereich verlagert, um im Innern mehr Platz zu haben. Auf jeder der Etagen gibt es eine Gemeinschaftsküche. „Wir wollen, dass sich die Mieter nicht abschotten, sondern zusammen kochen. Außerdem wird es einen großen Raum für gemeinschaftliche Aktivitäten geben“, kündigte Sperling an. Das neue Haus am Markt 14 wird deshalb den Charakter einer Senioren-WG haben.

Menschen werden älter

„Mit dem Investor hat die Kommune ein gute Lösung gefunden. Die Stadt muss sich nicht selbst dem unternehmerischen Risiko aussetzen. Trotzdem bleiben wir unserem Leitbild treu, wonach sich die Stadt auf die Herausforderungen der demografischen Entwicklung einstellen muss. Die Menschen werden älter, wollen aber ihre vertraute Heimat nicht verlassen“, sagte Havelsee-Bürgermeister Günter Noack der MAZ.

Die Investoren wollen das Haus nach seiner Fertigstellung nicht selbst betreiben. Als zukünftigen Partner holen sich die Elektro-Fachleute die PSL „Ihr Pflegedienst für Stadt und Land“ GmbH aus Brandenburg ins Boot. So soll der Pflegedienst die Vermietung und pflegerische Betreuung der Bewohner übernehmen. Der Pflegedienst ist im Amt Beetzsee nicht unbekannt. Eine eigene Neubau-Investition in der Brielower Hauptstraße war am Kauf einer kommunalen Fläche gescheitert, den eine Mehrheit der Gemeindevertreter abgelehnt hatte. Dafür nahm der Pflegedienst erste Aktivitäten in Radewege auf.

Auch Ortsbeirat einverstanden

Vor der Stadtverordnetenversammlung von Havelsee hatte sich auch der Pritzerber Ortsbeirat unter Vorsitz von Thomas Schenk für einen Verkauf der Brachfläche am Markt ausgesprochen. Mit dem Kaufpreis übernehmen die Erwerber einen großen Teil der Planungskosten in Höhe von 47 000 Euro, mit der die Stadt in Vorleistung gegangen war.

Von Frank Bürstenbinder

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