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Brandenburg/Havel Königin mit Qualitäten: Wagner-Orgel erklingt wieder
Lokales Brandenburg/Havel Königin mit Qualitäten: Wagner-Orgel erklingt wieder
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01:05 31.08.2014
Gerhard Weinberger an der Wagner-Orgel. Quelle: V. Maloszyk
Brandenburg an der Havel

Acht Monate schwieg die Orgel des Brandenburger Doms, die der Berliner Orgelbauer Joachim Wagner von 1723 bis 1725 schuf. Die umfangreichen Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen des bedeutenden Gotteshauses anlässlich seines 850-jährigen Bestehens 2015 haben der „Königin der Instrumente“ eine Ruhepause gegönnt. Jedoch nicht durchgängig, denn die Orgelbaufirma Schuke aus Werder hat sie gereinigt, eine Generalstimmung vorgenommen sowie die historischen Windladen repariert. Nun ist sie bereit, ihre vielfältige Klangpracht bei Gottesdiensten und Konzerten wieder ertönen zu lassen. Längst ist sie zum prägenden Instrument der märkischen Orgellandschaft geworden.

Am Mittwochabend wurde das zweimanualige Werk mit seinen 29 originalen und insgesamt 33 Registern, mit dem größten historischen Bestand aller erhaltenen Wagner-Orgeln während der Sommermusik wieder in Betrieb genommen. Domkantor Marcell Fladerer-Armbrecht lud dazu den Münchener Gerhard Weinberger ein. Der international renommierte Musiker hatte nicht das erste Mal die „Königin“ unter seinen Händen und Füßen. Vor gut zehn Jahren spielte er ein Bach-Programm für eine CD ein.

Geschichte einer Orgel

Wegen der Sanierungsarbeiten am Dom und der Reinigung der Orgel war die „Königin“ seit Jahresanfang verstummt.
Handwerker der Potsdamer Traditionsfirma Schuke haben das historische Instrument seit Januar dieses Jahres aufgearbeitet.
Die Experten haben dazu alle 2010 Pfeifen der Wagner-Orgel ausgebaut.
Bereits im 14. Jahrhundert gab es wohl eine Orgel im Dom. 1646 fertigte Martin Grabow einen Nachbau, der wurde 1722 vom Blitz zerstört.
Von 1723 bis 1725 schuf der Orgelbauer Joachim Wagner eine neue. 2180 Taler plus freie Logis sowie Transport der Werkzeuge und Materialien kostete das. 29 von 33 Registern sind noch original erhalten.
Im 19. Jahrhundert wurden Disposition und Stimmen geringfügig nach Zeitgeschmack geändert. Von 1944 bis 1947 war die Orgel in der Krypta eingelagert. 1951 und 1965 wurden Änderungen zurückgenommen.
In den Jahren von 1997 bis 1999 haben Handwerker die Wagner-Orgel des Domes saniert.

Weinberger, dem eine Gesamteinspielung aller Orgelwerke Johann Sebastian Bachs zu verdanken ist, kennt die meisten historischen Orgeln Deutschlands und darüber hinaus. Nicht nur aus eigener Anschauung, auch aus musizierender. Vor allem jene Instrumente interessieren ihn, auf denen er Werke aus der Barockzeit, besonders Bachs, spielen kann. Auch die Dom-Orgel gehört dazu. Weinberger brachte mit seiner edlen Werkauswahl die Qualitäten des Instruments zur Geltung. Er wartete mit aparten Klangmischungen auf.
Dabei begeisterte die wunderbare Klarheit und Wärme, das kernige, niemals dicke Plenum oder die Zungenregister, die Wagners Kenntnis der französischen Orgelbautradition verraten.
Eine der wichtigsten Figuren französischer Orgelmusik des 17.Jahrhunderts war Nicolas de Grigny, der mit 31 Jahren starb. Dessen Venit creator (Komm Schöpfer) ist kontrapunktisch kunstvoll gearbeitet. Die Formen und Setzweisen sind typisch französisch, die Harmonik farbig und abwechslungsreich.

Für die strenge Orgelkunst de Grignys ist Gerhard Weinberger ein kompetenter Sachwalter. Die differenzierte Registrierung ließ die majestätische sowie die intime Musik in rechtem Licht erscheinen.
Dann erklangen Werke Bachs, darunter vier abwechslungsreich gestaltete Choralbearbeitungen, die großformatigen Fantasia c-Moll BWV 1121 und die Passacaglia und Fuge c-Moll BWV 582. Leider gab es zwischen den Chorälen erstaunlich große Pausen, die zur Verwunderung herausforderten. Dadurch ging etwas Spannung verloren. Doch man hörte, dass Weinberger auf der Orgelempore fast im Dunkeln saß. Dadurch wurde eine zügige Registrierung verhindert.

Zu Höhepunkten gerieten die Fantasia in c-Moll und die Passacaglia und Fuge, ebenfalls in c-Moll geschrieben. Auch hierbei zeugte des Gastorganisten Spiel von einer langen Beschäftigung mit historischer Aufführungspraxis. Es zeichnete sich durch klare Linienführung aus. Weinberger gelang exemplarisch, durch detailliert ausgearbeitete Agogik, die Werke ausdrucksstark zum „Reden“ zu bringen.
Der Beifall der dankbaren Zuhörer war groß.

Von Klaus Büstrin

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