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Brandenburg/Havel Mehr als ein Jahr Haft wegen wüster Beleidigungen
Lokales Brandenburg/Havel Mehr als ein Jahr Haft wegen wüster Beleidigungen
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18:04 05.07.2018
Eine goldfarbene Justitia-Figur. Quelle: Britta Pedersen
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Brandenburg/H

Ein Mann redet sich am Telefon in Rage, weil er sich übers Ohr gehauen fühlt. Er beleidigt und bedroht eine Frau in übler Weise.

Weil er vorbestraft ist und noch weitere Straftaten begangen hat, soll er für ein Jahr und zwei Monate ins Gefängnis.

Ralf S. (30) hat sich nicht schlau verhalten am 2. Februar 2017. An der Endhaltestelle in Hohenstücken tauscht der gelernte Stahlbauer kurz vorher sein LG-Smartphone gegen das I-Phone 6 einer Brandenburgerin. Über Ebay haben sich beide Seiten auf den Tausch verständigt.

Doch bald stellt sich für Ralf S. heraus, dass er kein gutes Geschäft gemacht hat. Der Akku seines neuen Smartphones lädt nicht. Er will den Tausch rückgängig machen.

Der Stahlbauer ruft 45 Mal an

Die andere Seite will aber nicht. Den Schaden habe wohl er nach dem Tausch selbst verursacht, mutmaßt seine Geschäftspartnerin am Telefon.

Der Stahlbauer lässt nicht locker, ruft immer wieder an, angeblich 45 Mal. Doch es herrscht Funkstille. Niemand antwortet auf die verzweifelten Anrufversuche. Am Ende platzt Ralf D. der Kragen. Vor dem Schöffengericht Brandenburg werden drei Sprachnachrichten laut vorgespielt. „Drecksvieh“ ist noch die netteste Beschimpfung, die zu hören ist.

Bei dem mutmaßlich Betrogenen brennen alles Sicherungen durch, er lässt fast nichts aus. Er kündigt der Adressatin seiner Beschimpfungen an, dass er sie anschaffen und vergewaltigen lasse. Ihr Freund könne froh sein, wenn er in 30 Jahren wieder aus einer Schnabeltasse saufen könne.

„Das Getto ist nicht groß für mich“

„Das Getto ist nicht groß für mich, ich finde dich, ekelhafte Dreckschlampe“, versichert der Mann in seiner letzten Sprachnachricht, in der er schließlich an jenem Tag bis 18 Uhr 500 Euro verlangt. Sein Opfer erstattet Strafanzeige.

Die Staatsanwaltschaft Potsdam klagt Ralf S. an wegen des Verbrechens der versuchten räuberischen Erpressung, Beleidigung, Betrugs und Verstoßes gegen die Führungsaufsicht.

Denn der Brandenburger hat auch zu Unrecht Hartz-IV-Leistungen in Höhe von rund 2400 Euro bezogen und als vorbestrafter Mann sämtliche Termine bei seiner Bewährungshelferin geschwänzt.

Einschlägige Vorstrafen

„Ich habe mir Luft gemacht, aber der einzige Sinn war, dass ich mein Telefon zurück haben wollte“, begründet der Angeklagte sein Verhalten. Er weist das Gericht darauf hin, dass er inzwischen eine feste Arbeit habe.

Doch die beträchtlichen Vorstrafen – auch wegen Hartz-IV-Betruges und schweren Raubes –hindern das Schöffengericht trotz seines Geständnisses und seiner beruflichen Perspektive daran, die Strafe zur Bewährung auszusprechen.

Ralf S. wird zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten verurteilt wegen Betruges, Verstoßes gegen Weisungen der Führungsaufsicht, Beleidigung und versuchter Nötigung.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, denn Berufung ist möglich.

Von Jürgen Lauterbach

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