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Brandenburg/Havel Was wird aus dem Fitness-Studio am Molkenmarkt?
Lokales Brandenburg/Havel Was wird aus dem Fitness-Studio am Molkenmarkt?
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14:36 26.03.2018
Seit dem 18. Dezember kann niemand mehr im Fitnessstudio am Molkenmarkt trainieren. Quelle: Britta Pedersen
Brandenburg/Havel

Die Kunden waren offenbar genauso überrascht wie die Betreiberfirma und die Mitarbeiter, als am 18. Dezember der Gerichtsvollzieher ins Fitnessstudio am Molkenmarkt einrückt und den Laden räumt. Drei Monate später ist noch immer unklar, was aus dem Fitnessstudio wird, an dem zwei Unternehmer gescheitert sind. Eine Perspektive ist derzeit nicht erkennbar.

„Tolle Gesellschaft. Von Heute auf Gleich einfach zugemacht. Und keine Informationen an die Mitglieder. Der Geschäftsführer ist gegenwärtig nicht erreichbar.“ So reagiert Kunde Frank Ulbrich im Internet auf das plötzliche Ende der Sport- und Trainingsstätte. Betreiber ist die Fitplus Brandenburg, die als eigenständige Gesellschaft zu einer Fitness-Unternehmensgruppe mit Sitz am Bodensee gehört.

Schaden in sechsstelliger Höhe

Nach Angaben der dortigen Geschäftsführung befindet sich Fitplus Brandenburg, für das 15 Frauen und Männer gearbeitet haben, in der geregelten Insolvenz. Das Fitnessstudio im einstigen Stoffel-Haus am Molkenmarkt lief, so heißt es, trotz der fast 1000 Mitglieder die ganze Zeit defizitär und habe der Unternehmensgruppe einen Schaden in sechsstelliger Höhe beschert.

Ein BIld aus besseren Tagen: Training im Fitnesstudio am Brandenburger Molkenmarkt. Quelle: Heike Schulze

Für das abrupte Ende mit dem Gerichtsvollzieher, der kurz vor Weihnachten mit dem Schlüssel anrückt und das Studio wenig später von außen abschließt, gibt es nach Auskunft der übergeordneten Geschäftsführung mehrere Gründe. Entscheidend ist die offenbar hohe Miete, die bei rund 10.000 Euro im Monat liegen soll.

Vermieter ist eine israelische Fondsgesellschaft in London, wie Firmenrechtsanwalt Ingo Rubbert in einer Verhandlung vor dem Arbeitsgericht ausführt. Diese Geldanleger haben die Schließung veranlasst, weil die Miete über längere Zeit nicht in voller Höhe bezahlt wurde. Dem Studiobetreiber ist nicht recht erklärlich, warum der Eigentümer der Immobilie trotz zuletzt guter Verhandlungsgespräche die Schließung in die Wege geleitet und warum ihn die Zahlung von 60.000 Euro nicht umgestimmt hat.

Alt-Inventar einfach stehen gelassen

Fitplus Brandenburg hat sich in seiner Entwicklung nicht nur wegen des Mietpreises gebremst gesehen. Die gewünschte strategische Positionierung im Premium-Segment sei nicht möglich gewesen. Statt sein Pfandrecht an den Geräten des vormaligen langjährigen Betreibers „Silence“ wahrzunehmen und das Inventar zu verkaufen, habe der Vermieter es einfach stehen lassen. Dadurch habe er die Neuausstattung des Nachfolgers behindert.

Das Stoffel-Haus am Brandenburger Molkenmarkt. Quelle: Heiko Hesse

Für die beabsichtige Erweiterung des Trainingsgeländes durch Umbauten habe die Fondsgesellschaft keine Freigabe erteilt. Den Todesstoß hat womöglich die preiswertere Konkurrenz in Brandenburg-Nord dem Studio von Fitnessplus versetzt. Der insolvente Anbieter spricht dabei von einem „Discount-Angebot“. Fitplus Brandenburg hatte im Herbst 2015 Silence als Betreiber des Studio mit fast 1000 Quadratmeter Fläche abgelöst. Klemens Willner hatte sein Silence-Studio im Oktober 2004 eröffnet und fast elf Jahre lang durchgehalten.

Arbeitnehmerin fordert ausstehenden Lohn ein

Wie es auf der oberen Etage des Stoffel-Kaufhauses künftig weitergeht scheint ungewiss. „Die Immobilie ist tot“, vermutet Rechtsanwalt Rubbert im Arbeitsgericht. Dort geht es um eine Arbeitnehmerin, die ausstehenden Lohn einfordert.

Ihr Anwalt Simon Daniel Schmedes wundert sich über die Umgangsformen: „Den Arbeitnehmern hat man nicht gekündigt, sie standen plötzlich im Hausflur.“

Von Jürgen Lauterbach

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