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Gerrit Fried sammelt aus Leidenschaft

Gräben auf alten Postkarten Gerrit Fried sammelt aus Leidenschaft

Schmiede, Fleischerei, Wirtshäuser und Läden: Was es in Gräben einmal gab, wäre wohl bald vergessen. Wenn Gerrit Fried nicht wäre. Der Koch sammelt historische Ansichtskarten von seinem Heimatdorf. Auf den Motiven wird Gräbens Geschichte lebendig.

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Gerrit Fried mit historischen Postkarten in der Gräbener Schmiede.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Gräben. Das Gemeindebüro war einmal die Schule. Ernst Thiele nannte sich Kaufhausbesitzer. Und so sahen die beiden Kneipen im Dorf aus. In einem unscheinbaren Album wird die Geschichte von Gräben lebendig. Gerrit Fried (30) sammelt historische Postkarten. Darunter sind sehenswerte Motive aus der Stadt Brandenburg, Zitz, Magdeburgerforth und anderen Orten. Doch besonders angetan haben es ihm Ansichten aus dem eigenen Heimatdorf. Davon gibt es nicht allzu viele. „Ich gehe derzeit von 25 bekannten Vorkriegs- und DDR-Varianten aus. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen wie sich Straßenszenen oder Gebäude über die Jahrzehnte verändert haben“, schwärmt Gerrit Fried, der dem Historischen Verein in Brandenburg angehört, über sein Hobby.

Beruflich ist der Gräbener als Koch im Rottstocker Gasthof Haug beschäftigt. In der Freizeit stöbert er im Internet nach Karten oder tauscht neue Motive bei Sammlerkollegen ein. Im Kaiserreich war die Ankunft eines Fotografen immer noch ein Ereignis. In der Regel waren es die Gastwirte oder Gutsbesitzer, die sich und ihre Anwesen sowie einige Sehenswürdigkeiten ins rechte Licht setzen ließen. Aus Gräben sind daher einige Karten mit Abbildungen des alten Rittergutes derer von Borch erhalten geblieben. Die aus Feldsteinen gebaute Kirche fehlt ebenso wenig in der Sammlung von Gerrit Fried wie die vom Verlorenwasserbach angetriebene „Holz- und Mahlmühle“.

Die älteste Postkarte aus Gräben wurde im Jahr 1904 auf die Reise geschickt. Die Lithografie aus dem Hause Friedländer zeigt Ansichten aus dem Dorf und der Umgebung. Besonders spannend wird es für Sammler immer dann, wenn das eigene Wohnhaus auf einer Karte auftaucht. Das Anwesen in der Hauptstraße 15, in dem Gerrit Fried bei seinen Eltern Margit und Jens-Peter Fried lebt, ist mehrfach in der Sammlung vertreten. Es ist über viele Jahre in Familienbesitz und Standort der Dorfschmiede, wo noch bis 1987 hin und wieder ein Hufbeschlag vorgenommen wurde. Doch mit dem Tod von Heinz Lange, dem Vater von Margit Fried, starb die lange Schmiedetradition aus.

Dafür ist die Originalausstattung der Schmiede bis heute erhalten geblieben. Vielleicht lässt sich zwischen Amboss, Esse, Transmission, Zangen und Hämmer eines Tages eines kleines Heimatmuseum einrichten. Die Sammelleidenschaft steckt in der ganzen Familie. Aus Privatbesitz haben die Frieds eine ganze Reihe von Gerätschaften, Erinnerungen und Gebrauchsgegenständen in der ehemaligen Lehrlingskammer über der Schmiede zusammengetragen. Gräben hatte auch einen Schneider, einen Bäcker, eine Fleischerei, einen Schuster und mehrere Läden. Gerrit Fried hat bei seinen Recherchen nach Postkarten alles für die Nachwelt festgehalten: „Sonst ist bald vergessen, was es einmal in Gräben einmal gab.“

Von Frank Bürstenbinder

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