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Brandenburg/Havel Gestatten, die Feuerwehrfamilie aus Emstal
Lokales Brandenburg/Havel Gestatten, die Feuerwehrfamilie aus Emstal
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02:16 01.11.2015
Die Feuerwehrfamilie Riesenberg-Leo aus Emstal. Quelle: Claudia Nack
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Emstal

Vater, Mutter, Zwillinge: Marko Riesenberg-Leo, Anja Leo sowie die vierjährigen Töchter Marie und Elisa sind eine Feuerwehrfamilie. Und stolz darauf.

„Wie unsere Kinder bin auch ich von klein auf mit der Feuerwehr aufgewachsen“, sagt der 36-jährige Rettungsassistent. Sein Vater Dieter Riesenberg war bis vor wenigen Jahren Wehrführer in Lehnin und ist noch aktiv. Sohn Marko ist seit 1991 dabei, gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Lehniner Jugendwehr. Bei den Erwachsenen ließ er sich vom Truppmann bis zum Zugführer ausbilden. Seit 2012 ist er stellvertretender Gemeindewehrführer in Kloster Lehnin und neben Sebastian Koppe für rund 270 Einsatzkräfte aus derzeit 13 Ortsteilen zuständig, die in vier Züge aufgeteilt sind. Hinzu kommen 110 junge Brandschützer. Vor acht Jahren wechselte der gebürtige Lehniner nach Emstal. Der Liebe wegen. Chefin dort ist seine Frau.

Mutter kam erst später dazu

„Ich bin Quereinsteigerin“, erzählt Anja Leo, die eine leidenschaftliche Motorradfahrerin sei, dieses riskante Hobby ihren Kinder zuliebe aber aufgegeben habe. Die Feuerwehr hatte die Emstalerin 1997 über Veranstaltungen im Dorf für sich entdeckt. „Ich war als Helferin dabei und wollte dazugehören.“ Also trat sie ein, absolvierte die Grundlehrgänge, machte schließlich den Gruppenführer. Als der damalige Ortswehrchef Dirk Baatzsch bei der Kommunalwahl 2008 zum Ortsvorsteher gewählt wurde, gab er sein anderes Ehrenamt ab und fragte Anja Leo. Sie sagte Ja. „Um eine Lanze für die Frauen zu brechen und ihnen Mut zumachen, denn von den 13 Ortswehrführern in Kloster Lehnin bin ich die einzige Frau.“

In der Emstaler Wehr wird sie als Chefin akzeptiert. „Anja ist durchsetzungsfähig, lässt aber auch gewisse Freiräume“, sagt ihr Mann. Beide wissen, wo der Schuh drückt. Daher lassen sie keine Gelegenheit aus, um über Mundpropaganda die Werbetrommel für die Wehr zu rühren. Denn bei nur elf Aktiven sei es schwer, die Tageseinsatzbereitschaft abzudecken – zumal bis auf Leo die anderen außerhalb arbeiten – und alle Ausbildungstermine wahrzunehmen. Die technische Grundausstattung sei gegeben, aber nicht mehr auf dem neuesten Stand. Die 38-Jährige würde sich wünschen, dass nicht nur die Stützpunktwehr berücksichtigt werde, sondern auch alle anderen ringsum.

Eine junge Frau neu in ihrer Mitte

Neben den neun männlichen Aktiven gibt es mit der 17-jährigen Anika Ließ in Emstal jetzt noch eine junge Frau. Da sie beruflich die pädagogische Laufbahn einschlagen will, hat Anja Leo sie als Betreuerin für die Jugendwehr geworben. Die erst im vorigen Jahr reaktivierte Nachwuchstruppe hat 17 Mädchen und Jungen zwischen vier und 13 Jahre. Auch Kinder aus Lehnin sind dabei, wo die Zwillinge die Kita „Knirpsentreff“ besuchen. Marie und Elisa gehören dazu, die schon im Kinderwagen zu Feuerwehrveranstaltungen mitgenommen wurden. „Sie wollten unbedingt rein“, erzählen die Eltern, die Anika Ließ als Jugendwarte unterstützen. Die Kinder lernen das Einmaleins der Feuerwehr, aber auch Spiel- und Bastelabende gehören dazu.

Seit acht Jahren wird am Emstaler Schlauch in den Sommerferien an einem langen Wochenende das Gemeindejugendzeltlager veranstaltet. Der Vorschlag, statt einzelner Aktionen in den Ortsteilen ein gemeinsames Zeltlager zu machen, ging auf Anja Leo zurück.

„Anderen helfen zu können, aber auch die Gemeinschaft und das gegenseitige Vertrauen, ist das Reizvolle an der Feuerwehr. Gerade in der heutigen Ellenbogengesellschaft“, ist sich das Ehepaar einig, das auch im Vorstand des Feuerwehrvereins ist. Zwar kennen sich beide aus dem Sandkasten, doch über die Feuerwehr kamen sie sich vor acht Jahren näher. Geheiratet haben sie diesen August auf der Burg Eisenhardt in Bad Belzig ohne Floriansjünger. „Es war eine Spontanhochzeit.“

Von Claudia Nack

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