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Brandenburg/Havel Gewalttäter verbreitet Angst und Schrecken
Lokales Brandenburg/Havel Gewalttäter verbreitet Angst und Schrecken
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00:17 25.02.2017
Der Angeklagte am Dienstag im Potsdamer Gerichtssaal. Quelle: Julian Stähle
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Brandenburg/H

Yama F. aus Kabul schlägt und beleidigt laut Anklage Flüchtlinge, Flüchtlingshelfer und andere Menschen, er schüchtert sie ein, verbreitet Angst und hält die Behörden zum Narren. Eine Abschiebung ist wegen des laufenden Asylverfahrens nicht möglich. Das Landgericht Potsdam prüft im laufenden Strafverfahren, ob seine zwangsweise Unterbringung in der Gerichtspsychiatrie in Betracht kommt.

Yama F. (37) kann freundlich sein. Doch oft genug ist er es nicht. Die ehrenamtliche Flüchtlingshelferin Juliane G. (28) brachte er mit seinem Verhalten so weit, dass sie ihr Engagement einstellte. „Ich will nichts mehr zu tun haben mit Flüchtlingen“, sagte die Zeugin am Dienstag im Gerichtssaal. Der Afghane, der seit rund 26 Jahren in Deutschland lebt, hat die Studentin so eingeschüchtert, dass sie mehr als ein Jahr nach der Tat noch immer Angst vor dem Gewalttäter hat.

Junge Ehrenamtlerin hat noch heute Angst

Am Abend des 19. Dezember 2015 schmückte die Helferin mit dem befreundeten Hausmeister in der damaligen Asylunterkunft am Nicolaiplatz den Weihnachtsbaum, als Yama F. betrunken aufkreuzte. Wie an etlichen Orten in Brandenburg an der Havel galt dort für ihn wegen früherer Ausfälle ein Hausverbot. Doch Yama F. will nicht weichen. Er wird wütend und geht auf die Studentin und den Hausmeister los.

Die Frau beschimpft er als „Schlampe“, boxt ihr in den Unterleib. Er schleudert einen dicken Schlüsselbund mit Vierkant aus kurzer Distanz in Richtung Oberkörper. Am schlimmsten für die junge Mutter ist, dass der unberechenbare, aggressive Mann droht, ihren kleinen Sohn umzubringen. Daran muss sie bis heute jeden Tag denken. Vorsorglich hat sie alle Fotos des Kleinen im Internet gelöscht.

Weiteres

Der Hausmeister des Flüchtlingsheims am Nicolaiplatz muss mit Ärger rechnen nach dem Verlauf des Strafprozesses gegen Yama F. am Dienstag. Es geht um zwei Sachverhalte.

Zeugenbeeinflussung: Der Versuch, Zeugen zu einer Falschaussage anzustiften, ist strafbar. Im Gerichtssaal wurde die Sprachnachricht des Hausmeisters an eine Zeugin laut vorgespielt. Der Hausmeister versuchte auf die Zeugin einzuwirken, dass sie für den Angeklagten günstig aussagt.

Falschaussage: Die Staatsanwältin könnte prüfen, ob der Hausmeister als Zeuge im Prozess bewusst falsch ausgesagt hat, um den Angeklagten zu schützen. Auch das wäre strafbar.

Im Gerichtssaal bricht die Zeugin in Tränen aus, so dass Richter Andreas Dielitz die Verhandlung unterbricht. Anschließend wird klar, warum die Zeugin so verstört ist. Kurz vor dem Prozess hat sie eine Sprachnachricht des Hausmeisters erhalten. Der hat mit dem Angeklagten gesprochen und bittet sie, die Wahrheit vor Gericht schön- und den damaligen Angriff kleinzureden.

Nicht allein wegen des Gewaltausbruchs am Nicolaiplatz steht Yama F. vor der 5. Strafkammer des Landgerichts Potsdam. Im Dezember 2015 hat er einen Discothekenbesucher ins Gesicht geschlagen und verletzt, wollte ihm dann das Handy abnehmen und drohte ihm mit den Worten: „Ich ficke dein Leben. Ich mache dich kaputt.“

Bedrohungen, Beleidigungen, Angriffe

Im Februar 2016 befindet sich Yama F. zur Entgiftung in der Asklepios-Psychiatrie auf dem Görden. Dort bedroht er eine Ärztin, rückt ihr ganz nah, beschimpft sie als Rassistin. Zwei Krankenschwestern beleidigt er als „Huren“, ehe er aus der Klinik verwiesen wird.

Wegen schwerer Straftaten in seiner deutschen Heimatstadt Hamburg stand der Afghane, seit 2002 wiederholt vor Gericht und saß mehrere Jahre im Gefängnis. Danach stand er stets unter Bewährungsaufsicht. Sein Bewährungshelfer sieht ihn an diesem Dienstag allerdings erstmals, da Yama F. Verabredungen platzen ließ und auch sonst gegen etliche Regeln verstieß.

Wiederholt wegen schwerer Straftaten vor Gericht

Seine Antwort auf die Frage des Bewährungshelfers, wo er sei: „Mal hier, mal da, mal bei meiner Familie, mal bei Bekannten.“ Dabei hätte er sich in der Unterkunft Upstallstraße aufhalten müssen, wo er nie war.

Gegenwärtig laufen in Hamburg noch etwa zehn Strafverfahren gegen Yama F. Nicht einmal die Brandenburger Justiz hat bisher einen exakten Überblick, wie viele es sind. Yama F. hat nach 26 Jahren in Deutschland einen Asylantrag gestellt, um dem zu entgehen. Seit seiner Festnahme im Sommer 2016 lebt der Angeklagte hinter verschlossenen Türen.

Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Jürgen Lauterbach

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