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Brandenburg/Havel Giftspinne vor den Toren Brandenburgs
Lokales Brandenburg/Havel Giftspinne vor den Toren Brandenburgs
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13:36 28.07.2016
Eine Ammen-Dornfinger-Spinne.  Quelle: dpa
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Saaringen

 Aufregung in der Saaringer WhatsApp-Gruppe! Alexandra König hat etwas gefunden. Und zwar genau über der Eingangstür ihres Eigenheims in der Dorfstraße. Ein auffälliges Tier mit acht hellen Beinen, einem bräunlich gefärbten Kopfpanzer und zwei kräftigen Kieferklauen – eine Dornfinger-Spinne! Das giftige Biest befand sich außerhalb seines Brutgespinstes in der Ecke der Türlaibung, wo die Eier des Weibchens befestigt waren.

Der Saaringer Dornfinger-Fund. Quelle: Privat

» Haben Sie auch eine Dornfinger-Spinne gesehen? Schreiben Sie uns, wann und wo Sie das Exemplar entdeckt haben: online@maz-online.de

Alexandra König wusste aus aktuellen Beiträgen in der MAZ, dass die Dornfinger-Spinne ihren Nachwuchs angriffslustig verteidigt. „Nach dem ersten Schreck griff ich zum Besen und fegte die Spinne von der Wand“, berichtete die Saaringerin der MAZ. Das Tier fiel auf den Boden, ein Handy-Foto wurde gemacht. Am Ende überlebte die Spinne ihren Einzug nach Saaringen nicht. Das Gespinst wurde mit Insektenspray unschädlich gemacht.

Schmerzhafter Biss

Vermutlich mit dem Klimawandel ist die Ammen-Dornfingerspinne aus der Familie der Dornfinger-Spinnen in Deutschland heimisch geworden. Ihr Biss ist giftig, aber kein Grund zur Panikmache.

Im Fall eines Bisses rät die Amtsärztin der Kreisverwaltung, Karen Brinkmann, jede körperliche Anstrengung zu vermeiden. Die Wunde sollte besser nicht gekühlt, sondern mit 50 Grad warmem Wasser behandelt werden. Dies mindert die Symptome. Auf jeden Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden, wenn sich an der Bissstelle absterbendes Gewebe zeigt.

Als Symptome eines giftigen Bisses können Schmerzen, Schwindel, Übelkeit, Schüttelfrost oder Fieber auftreten. Bisher gab es nur eine Anfrage wegen eines Bisses an den Fachdienst Gesundheit des Landkreises Potsdam-Mittelmark.

 Jetzt machen sich Alexandra König und ihre Freundinnen, alles junge Mütter, Gedanken. Wie gefährlich kann ihnen und ihren Kindern diese Spinnenart wirklich werden? „Bisher war davon die Rede, dass die Spinnen sich im Grünen aufhalten. Doch jetzt krabbeln sie schon an unseren Fassaden entlang“, sorgt sich Alexandra König.

Sie warnen vor der Dornfinger-Spinne in Saaringen: Stephanie Nathert, Nicole Dilz und Alexandra König (v.l.). Quelle: Frank Bürstenbinder

Erst war es ein Grundstück in Falkensee, dann eine Kleingartensparte in Beelitz. In den Medien häufen sich in diesem Sommer die Schlagzeilen über die aus dem Mittelmeerraum eingewanderten Insekten. Tatsächlich sind die Klauen der Dornfinger-Spinne kräftig genug, um menschliche Haut zu durchbeißen. Die Bissstellen können durch das einfließende Gift sehr schmerzhaft sein. Die Saaringer warnen sich gegenseitig vor dem Auftauchen der Dornfinger-Spinne, die das Zeug zum Sommerlochtier 2016 hat. „Wir wollen keine Panik machen, aber anderen Familien mit Kindern zur Vorsicht auf ihren Grundstücken raten“, meint Nachbarin Nicole Dilz. Schwere Symptome sollte immer ein Arzt untersuchen – ganz besonders, wenn Kinder gebissen werden.

Ganz so neu ist das Phänomen der Dornfinger-Spinne rund um Brandenburg jedoch nicht. Schon 2010 berichtete die MAZ über einen Fund dieser Spinne in Göhlsdorf (Kloster Lehnin). Damals war es die Leiterin der Lehniner Bahnhofs-Apotheke, Manuela Deutsch, die ein Exemplar von einem Beifußstengel abnahm und in einem Glas konservierte. Heute wie damals rät die Naturschutzbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark sich von den gut zu erkennenden Gespinsten fern zu halten. Apothekerin Deutsch hatte bereits mehrere Patienten mit undefinierbaren allergischen Reaktionen beraten, die von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausfallen können. Überliefert ist der Fall einer betroffenen Frau, die nachts im eigenen Haus gebissen wurde. Die Mittelmeer-Giftspinne saß über einem Lichtschalter.

Friedlicher Geselle: Ein Walker in Ziesar. Quelle: Privat

Für den Menschen völlig harmlos dagegen ist eine andere seltene Art, die es bis nach Ziesar geschafft hat. Rene Mertens entdeckte im Juni einen Türkischen Maikäfer, der auch Walker genannt wird. Dieser ist ein Vertreter der Blatthornkäfer (Scarabaeidae). Der Walker ist die einzige Art seiner Gattung in Mitteleuropa. Vor dem Brummer muss niemand Angst haben.

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Von Frank Bürstenbinder

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