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Brandenburg/Havel Ginkgo erinnert an die Schulzeit
Lokales Brandenburg/Havel Ginkgo erinnert an die Schulzeit
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14:35 21.07.2016
Die Sechstklässler der Pritzerber Grundschule haben zum Abschied einen Ginkgo gepflanzt. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Pritzerbe

Angeln, baden und ein wenig faulenzen – so stellt sich Mats Lahrius die nächsten Wochen vor. Doch bevor der Pritzerber Sechstklässler in dieser Woche entspannt in die großen Ferien starten konnte, muste der Junge zum Spaten greifen. Im Schulgarten hob er ein Loch für einen Ginkgo aus, der noch in vielen Jahrzehnten an die Abgänger der Jahrgangs 2016 erinnern soll. „In Pritzerbe habt ihr eure Wurzeln. Vielleicht kommt ihr eines Tages mit euren Kindern in die Schule zurück, um ihnen diesen Baum zu zeigen“, sagte Schulleiterin Michaela Braatz zum Abschied.

Unter Denkmalschutz

Das unter Denkmalschutz stehende Hauptgebäude der Grundschule aus roten und schwarzen Klinkern wurde 1853/54 errichtet und erlebte mehrere An- und Umbauten. Erst in den vergangenen zwei Jahren gab es eine umfangreiche Sanierung und Umsetzung aktueller Brandschutzvorschriften.

2012 ließ das Amt Beetzsee auf der gegenüberliegenden Seite der Kirchstraße einen zweigeschossigen Neubau errichten. In diesem werden vor allem die jüngeren Jahrgänge unterrichtet. Ihren Namen erhielt die Schule am 22. März 1949 zum 200. Geburtstag Goethes.

Für die Sechstklässler geht mit der Zeugnisübergabe, die bereits am Dienstag im Fohrder Sportlerheim stattfand, ein Lebensabschnitt zu Ende. Denn mit dem neuen Schuljahr trennen sich ihre Wege. Die einstigen Klassenkameraden werden künftig weiterführende Schulen an verschiedenen Standorten in Brandenburg und Premnitz besuchen. Zuvor schmückten sie den jungen Ginkgobaum mit bunten Zetteln, auf denen ihre Wünsche für die Zukunft geschrieben waren. Immer wieder war zu lesen: „Vielen Dank für die schönen Jahre.“ Klassenleiterin Birgit Senst trennt sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge von ihren Schützlingen, mit denen sie seit der 4. Klasse durch dick und dünn ging. „Es war ein guter Jahrgang, der mir sehr ans Herz gewachsen ist“, sagte sie der MAZ.

Wo schon die Großeltern die Schulbank drückten: Blick in das Pritzerber Schulmuseum. Quelle: JACQUELINE STEINER

Der Ginkgo war eine spontane Idee der Elternschaft und eine Reminiszenz an den Namensgeber der Schule ihrer Kinder – Johann Wolfgang von Goethe. Deutschlands großer Dichter war ein Ginkgo-Fan, widmete dem Baum im „West-östlichen Divan“ ein eigenes Gedicht. Mit der Baumpflanzaktion auf dem eigenen Schulgelände will Schulleiterin Braatz eine neue Tradition begründen, die in der Pritzerber Heide leider zu Ende ging. Viele Jahre lang pflanzten die Sechstklässler zur Erinnerung an ihre Schulzeit zusammen mit der Forstverwaltung Bäume entlang einer eigens angelegten Schulallee.

Die Inschrift der 1949 angebrachten Steintafel wurde vor wenigen Wochen von Bürgermeister Günter Noack wieder lesbar gemacht. Quelle: JACQUELINE STEINER

Überhaupt gibt es noch einiges zu tun auf der Freifläche, die von der Stadt Havelsee angekauft wurde, um die beengten Verhältnisse auf dem benachbarten Schulhof zu entspannen. Einerseits soll das Areal wieder als Schulgarten dienen, andererseits aber auch Platz für mehr Bewegungsfreiheit bieten. „Es ist vor allem einer Elterninitiative und mehreren Arbeitseinsätzen zu verdanken, dass das Gelände überhaupt wieder urbar gemacht wurde. Jetzt geht es Schritt für Schritt an die Gestaltung“, so Schulleiterin Braatz.

Die Sechstklässler des Jahrgangs 2016 sagen „Tschüss!“ Grundschule. Quelle: JACQUELINE STEINER

Was die Grundschulabgänger im neuen Schuljahr verpassen ist die komplett modernisierte Schulküche, die am 4. September ihren Betrieb aufnehmen wird. Dann kochen die Pritzerber nach monatelangen Bauarbeiten wieder selbst (MAZ berichtete). Dass Generationen von Schülern in der langen Geschichte des über 160 Jahren alten Schulhauses ihre Spuren hinterlassen haben, können sich Besucher im kleinen Schulmuseum anschauen, dass liebevoll in einem Raum des sanierten Altbaus eingerichtet wurde. Die Exponate, wie zum Beispiel eine Schulbank oder eine handgemalte Landkarte, stammen zum Teil aus den Dorfschulen der umliegenden Orte.

Von Frank Bürstenbinder

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