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Brandenburg/Havel Gitarrist Julian Wolf in der Turbine: Inspiriert von Clapton und Zappa
Lokales Brandenburg/Havel Gitarrist Julian Wolf in der Turbine: Inspiriert von Clapton und Zappa
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14:15 08.02.2019
Ausgezeichneter Musiker: Julian Wolf fasziniert mit musikalischem Fingerspitzengefühl. Quelle: Tobias Wagner
Brandenburg/H

Ob Frankreich, die Niederlande oder Tschechien – 94 Auftritte eines Solomusikers in ganz Europa innerhalb einer Tournee zeugen nicht nur von einer Menge Mut für ein solches Mammutprojekt, sondern auch von ganz viel Liebe für die Musik. Am Donnerstagabend machte der Gitarrist Julian Wolf Halt in der Turbine in Brandenburg an der Havel, dem 13. Stop seiner Tour.

Der 20-jährige frisch gebackene Abiturient aus dem sächsischen Radebeul stellte hier sein erstes eigenes Album „Demos & Covers“ vor. Mit dabei: ein Koffer mit all dem, was er für die Tour braucht, eine Gitarre und ausgezeichnetes Fingerspitzengefühl.

Durch Europa mit dem Zug

„Ich bin mit dem Zug gekommen, dem Haupttransportmittel für die Tournee“, sagt Wolf. „Ich plane alles alleine, denn so habe ich die größte Kontrolle.“ Dazu gehören für den jungen Musiker nicht nur das Wälzen der Fahrpläne der Bahn und das Buchen der Unterkünfte, sondern auch das Schreiben und Spielen seiner Musik. Selbst das Cover seines Albums hat Wolf selbst entworfen. Ein unermüdlicher Autodidakt, dem die Musikalität in die Wiege gelegt wurde.

Insgesamt 94 Konzerte gibt Julian Wolf auf seiner Solo-Tour, die vom Januar bis Oktober läuft. Quelle: Tobias Wagner

„Meinen Hunger und das Talent für die Musik habe ich von meinen Vater geerbt“, so Wolf. „Er ist als Gitarrist der Band Emergency Break bereits in den 1980er-Jahren beim Rock-im-Park-Festival als Vorband von Metallica aufgetreten.“ Schon früh versuchte der Vater, den Sohn für die Musik zu begeistern.

„Er hat mich immer mit diesem Auftritt, den er mit 25 Jahren hatte, aufgezogen“, schmunzelt Wolf. „Er sagte immer mit einem Augenzwinkern, dass ich das erstmal schaffen müsse.“

2018 war es dann soweit: Gemeinsam mit namhaften Künstlern wie Prinz Pi oder Arcade Fire trat Wolf auf dem Hurricane-Festival in Niedersachsen auf. Da war er 19 Jahre alt.

Musiker seit dem dritten Lebensjahr

Der Beginn seiner musikalischen Karriere war jedoch schon früher. Bereits im Alter von drei Jahren spielte Wolf Schlagzeug, bevor er mit sechs Jahren seine Vorliebe für das Gitarrenspiel entdeckte.

Im Oktober 2016 gründete der angehende Abiturient gemeinsam mit seinen Freunden Johannes Kellig, Jan Zeimetz und Julius Weber vom musikalisch ausgerichteten Gymnasium Coswig in Sachsen-Anhalt die Band Funk Fragments.

2017 feierten sie erste Erfolge als Sieger des Regionalfinales bei der Schooljam im Werk 2 Kulturfabrik in Leipzig. Es folgten weitere erste Plätze beim Bandcontest „Schule rockt“ im Landkreis Meißen und im April 2018 bei der „Schooljam“ auf der Frankfurter Musikmesse. Hier wurde Wolf zudem als bester Nachwuchsgitarrist Deutschlands ausgezeichnet.

Erwachsener Sound mit jeder Menge Blues

Dabei ist der Klang seiner Musik weit entfernt vom üblichen Schulband-Geschrammel. Zu seinen größten Einflüssen zählt Wolf immerhin Musikerlegenden wie Eric Clapton, Peter Frampton, Frank Zappa oder BB King.

Und die Einflüsse machen sich bemerkbar. Wolf spielt einen unaufdringlichen und entspannten Sound, dem der Blues aus jeder Pore tropft. Zudem streut er hier und da ein dem Stil seiner Musik angepasstes Cover in den Auftritt. So durften die zahlreichen Gäste der Turbine Neuinterpretationen der Songs von Eric Clapton, Rage Against the Machine und, natürlich, Metallica lauschen.

Wolf freut sich schon auf die nächsten 81 Stationen seiner Tour, die im Januar begann und bis zum Oktober andauern wird, denn: „Was kann es Erfüllenderes für einen Künstler geben?“, so Wolf.

Von Tobias Wagner

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