Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Gläubiger von Ex-Minister warten auf ihr Geld
Lokales Brandenburg/Havel Gläubiger von Ex-Minister warten auf ihr Geld
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:42 25.01.2017
Der frühere Minister Günther Krause am Schreibtisch seines Büros in Kirchmöser, wo er über die Energiegewinnung aus Abfall sprach. Das war vor der Insolvenz seiner Firma IBP. Quelle: Volkmar Maloszyk
Brandenburg/H

Die 29 Gläubiger des Unternehmens von Ex-Bundesminister Günther Krause warten bisher vergebens auf ihr Geld, fast 800.000 Euro. Die versprochene Million Euro eines Geschäftspartners von Krause sind nicht wie angekündigt auf das Insolvenzkonto der Firma IBP in Kirchmöser geflossen. Stattdessen stehen Vorwürfe im Raum, aber keine Lösungen.

Wie mehrfach befindet sich die Unternehmensberatung des früheren CDU-Bundespolitikers, der in Kirchmöser aktiv ist, seit dem vergangenen Frühjahr in Insolvenz, so dass der Geschäftsbetrieb eingestellt ist. Die Firma hat rund 800 000 Euro Schulden bei Banken, anderen Unternehmern und früheren Arbeitnehmern. 29 Gläubiger an der Zahl.

Bis zum Ablauf der Frist ist kein Geld eingegangen

Holger Schubart ist ein enger Geschäftspartner von Ex-Minister Krause, beide versprechen sich viel von dem Technologie-Unternehmen Neutrino, sogar so viel dass Schubart sagt: „Neutrino Energie ist durch nichts und niemanden mehr aufzuhalten, der Geist ist aus der Flasche.“ Es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die Technologie durchsetzt, Energie zu gewinnen aus kleinsten Elementarteilchen.

Günther Krause besitzt ein Aktienpaket von Neutrino, als Wert ist ein Betrag von einer Million Euro genannt. Neutrino-Chef Holger Schubart hat dem Insolvenzverwalter Moritz Sponagel zugesagt, die Aktien zurückzukaufen, so dass mit dem Geld die Gläubiger befriedigt werden können.

Doch obwohl als Frist der 31. Dezember 2016 festgelegt wurde und Verwalter Sponagel daran erinnerte, kam kein Millionenbetrag auf dem Insolvenzkonto an, sondern gar nichts. Nach MAZ-Informationen wollte Schubart die erwähnte Neutrino-Million ursprünglich sogar schon vor der Gläubigerversammlung Ende August zahlen. Das geschah nicht. in der Sitzung äußerten mehrere Gläubiger erhebliche Zweifel daran, dass der Rückkauf wirklich gewollt ist.

Von einem Verkauf der Villa ist nur wenig Geld zu erwarten

Somit ist auf dem Anderkonto der IBP nach wie vor kein Geld, die Gläubiger zu befriedigen. Eine Immobilie der IBP in Rostock wurde in jüngster Vergangenheit für 136.000 Euro zwangsversteigert. Davon waren aber die Belastungen des Grundstückes abzulösen. Ein relativ geringer Restbetrag wird zur Insolvenzmasse fließen.

Von einem möglichen Verkauf der Villa in der Brandenburger Allee in Kirchmöser ist ebenfalls nur wenig Masse, also Geld, zu erwarten. Denn das Gebäude ist belastet, aus dem möglichen Erlös müssten erst einmal andere Ansprüche befriedigt werden, wie die MAZ erfuhr.

An der vorläufigen Bewertung der nicht an der Börse gehandelten Neutrino-Aktie mit nur einem Euro hat sich nach MAZ-Informationen bisher nichts geändert. Insolvenzverwalter Moritz Sponagel macht dazu keine Angaben.

Neutrino-Chef will mit Geld aus Aktienerlös Forderungen begleichen

Der Rechtsanwalt wird nun Anfechtungsansprüche, die sich aus den Geschäftsunterlagen ergeben, daraufhin prüfen, was in Euro und Cent zu erzielen ist. Was mögliche Ansprüche gegen den Geschäftsführer Günther Krause betrifft, so sind die Erwartungen des IBP-Verwalters wegen dessen Privatinsolvenz moderat. Das Büro Sponagel sichtet die umfangreichen, größtenteils nicht geordneten Geschäftsunterlagen. Das Ergebnis ist offen. Zu der Frage,wie hoch seine Erwartungen sind, die versprochene Million doch noch von Neutrino-Präsident und -Geschäftsführer Schubart zu erhalten, äußert sich der Verwalter zurückhaltend. Nach seinen Worten stellt Schubart Bedingungen, die in einem seriösen Insolvenzverfahren unüblich und daher nicht zu erfüllen sind.

Gegenüber der MAZ bekräftige der Neutrino-Chef, der Professor Krause als Ansprechpartner und Kontaktperson für die Forschung und Entwicklung führt, dass er das Geld aus dem Aktienerlös weiterhin zur Befriedigung der Gläubigerforderungen bereitstellen wolle.

Vorwurf der Verschleppung

Allerdings müsse der Insolvenzverwalter dazu bestimmte Bedingungen erfüllen bezogen auf die Zahlungsmodalitäten. Vor allem müsse die IBP sofort wieder den Geschäftsbetrieb aufnehmen können, denn es gehe um eine millionenschwere Prototypenentwicklung in Kirchmöser für einen namhaften Automobilkonzern.

Holger Schubart wirft dem Berliner Insolvenzverwalter vor, das Verfahren zu „verschleppen“, in dem „die Person Krause in ungebührlicher Weise beschädigt wurde“. Sponagel geht darauf nicht ein, sieht ein Ende des Verfahrens aber erst, wenn klar geworden ist, mit welcher Insolvenzmasse die Ansprüche der Gläubiger befriedigt werden können. Verfahren dieser Größenordnung dauerten im Durchschnitt fünf Jahre.

Von Jürgen Lauterbach

Bundestagswahl 2017: Erardo Rautenberg, Brandenburgs Generalstaatsanwalt, soll für die SPD in den Bundestag. Er wurde als Direktkandidat für die Wahl als Nachfolger von Frank-Walter Steinmeier vorgeschlagen – im Wahlkreis von Brandenburgs Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU). Rautenberg wäre bereit. Unter einer Voraussetzung.

20.01.2017

Studierende der Technischen Hochschule Brandenburg haben einen Aktionstag gegen den Blutkrebs in ihrem Haus organisiert. 79 Frauen und Männer haben sich bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei DKMS erstmals registrieren lassen und haben Geldspenden abgegeben.

19.01.2017
Brandenburg/Havel MAZ-Sonderseite am Freitag - Zombies! Helau! Baaam! Yeah!

So bunt haben Sie die MAZ noch nie erlebt: Für die Jahresvorschau 2017 haben sich MAZ-Redakteur Odin Tietsche und die Grafikerin Katharina Ibendorf (Havelcom Concept) für die Leser etwas Besonderes einfallen lassen: Sie gestalteten den Ausblick für vier Ausgaben exklusiv als Comic.

19.01.2017