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Brandenburg/Havel Gnadenhochzeit: Sie lieben sich seit 70 Jahren
Lokales Brandenburg/Havel Gnadenhochzeit: Sie lieben sich seit 70 Jahren
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18:08 20.03.2017
Hans und Marianne Wysocka am Montag in ihrer Wohnung in Brandenburg an der Havel, in der das Ehepaar seit 60 Jahren schon wohnt. Quelle: Marion von Imhoff
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Brandenburg/H

Sie kann den Tulpenstrauß in ihren Händen nur fühlen, dessen Frühlingsfarben lediglich erahnen, den ihr am Montag Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann in die Hände drückt als Beglückwünschung zu ihrer Gnadenhochzeit: „Sie haben einen tollen Mann an Ihrer Seite“, sagt Tiemann zu der gebrechlich wirkenden Frau, die zum Atmen ein mobiles Sauerstoffgerät benötigt. Die erblindete Marianne Wysocka ist an diesem Märztag seit genau 70 Jahren mit ihrem Mann verheiratet. Und ihn, Hans Wysocka, kennen Hunderte Brandenburger von ihren Tanzabenden im Clubhaus des Bau- und Montagekombinats ( BMK) Ost in der Wilhelmsdorfer Landstraße. Dort war Hans Wysocka eine gefühlte Epoche lang künstlerischer Leiter.

Von 1958 an bis zum Eintritt in die Rente 1990 – und damit 32 Jahre lang – war Hans Wysocka Chef des Sieben-Mann-Orchesters und des Kulturangebots im Clubhaus. Wie er an Tanzabenden die bis zu 300 Gäste binnen Sekunden auf das Parkett bekam, wie er die Stimmung so anheizte, dass es niemanden mehr in den Sesseln hielt, das weiß der 88-Jährige noch heute: „Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt“, das war der Renner, sagt Hans Wysocka. Das 1943 komponierte Lied von Gerhard Winkler von den Capri-Fischern, das sogleich verboten wurde, weil im gleichen Jahr auch die Amerikaner auf Capri gelandet waren, liebten Jahre später die Brandenburger Gäste des Tanzlokals. Seine Frau Marianne aber schwärmt für Roy Blacks Schlager „Ganz in Weiß“ von 1966. „Ganz in Weiß mit einem Blumenstrauß, so siehst du in meinen schönsten Träumen aus.“

Ganz in Weiß stand Marianne Bohm am 20. März 1947 ihrem Hans gegenüber. Mit ihm war wie im April 1935 eingeschult worden. Beide stammen aus Wusterwitz oder Großwusterwitz, wie es damals hieß. Ihre Elternhäuser lagen nur wenige Gehminuten von einander entfernt. Jahre später – nach der Schule – hatte Hans Wysocka Glück. Er war knapp zu jung für Hitlers letztes Aufgebot. Marianne Bohm absolvierte ein Pflichtjahr in der Landwirtschaft.

Die Liebe zwischen ihnen wuchs erst, als sich beide fast schon aus den Augen verloren hatten: Hans Wysocka ging in den Harz für eine Ausbildung zum Musiker an Cello, Schlagzeug und Posaune. Marianne Bohm begann eine Lehre beim Reichsbahnausbesserungswerk in Kirchmöser. Als Hans Wysocka bei der Tanzkapelle Genthin anheuerte, begegneten sich beide wieder. Von da an trennte sie nichts mehr. Mit 18 heirateten sie. Wenige Monate danach kam Tochter Doris auf die Welt, zwei Jahre später der Sohn. Heute haben die Wysockas drei Enkel und drei Urenkelkinder.

Im Wohnzimmer der Drei-Raum-Wohnung in Brandenburg, in der das Ehepaar seit 60 Jahren lebt, hängt ein Foto. Darauf hält Marianne Wysocka ein Urenkelkind im Arm. Damals, vor vier Jahren, konnte sie noch sehen. Heute ist sie durch eine Krankheit vollends erblindet.

Es steht das Porzellan bereit für die große Familienfeier am Nachmittag. Sätze fallen von der bitterarmen Nachkriegszeit, „wir hatten keinen Kinderwagen, mussten uns einen leihen“, berichtet Marianne Wysocka.

Tochter Doris Heymann aber erzählt von „einer wunderbaren Kindheit. Bei jedem Fest im Clubhaus waren wir mit dabei.“ Und ihr Vater ergänzt: „In all den Jahren habe ich stets auf der Bühne gestanden. Nur ein Mal konnten wir als Familie Silvester zusammen feiern. Da wurde das Clubhaus gerade umgebaut.“

Jeden Samstag gab es Kabarett oder Tanz, Frühlings-, Sommer- und Winzerfeste, den Literaturball mit dem Eulenspiegelverlag und Auftritte namhafter Künstler. „Ich musste die Verträge abschließen“, erinnert sich Hans Wysocka. Zirkelgruppen trafen sich. Nach der Wende wurde der Betrieb samt Clubhaus abgewickelt. Trifft Hans Wysocka heute Gleichaltrige, kommen sie auf, die Erinnerungen: „Hans, es war schon eine tolle Zeit!Weißt du noch? Damals im Clubhaus?!“

Von Marion von Imhoff

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