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Goldenes Händchen schmückt die Menschen

Hans-Ulrich Jagemann ist seit 35 Jahren Goldschmied Goldenes Händchen schmückt die Menschen

Erfahren von dem Jubiläum, das am Donnerstag ins Haus steht, hat Hans-Ulrich Jagemann erst von der MAZ. Die Handwerks kammer hatte zuvor mitgeteilt, dass der Goldschmied sein 35. Meister-Jubiläum feiert. „Ich musste erst nachsehen. Das hatte ich nicht auf dem Schirm“, sagt der 61-Jährige. Dafür gibt es einen Grund, denn Hans-Ulrich Jagemann lebt vor allem für seine Arbeit.

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Hans-Ulrich Jagemann feiert heute 35 Jahre Meisterjubiläum.

Quelle: J. Steiner

Brandenburg an der Havel. 35 Jahren hat der Brandenburger Goldschmied nach der Prüfung seinen Meisterbrief bekommen. Den Beruf übt er seither mit einer ganzen Portion Leidenschaft aus und hat in dieser Zeit den Wandel vom Handwerker zum Händler am eigenen Leib miterlebt. Dabei waren die Zeiten nicht immer einfach.

Jagemann musste zunächst um seine Lehrstelle kämpfen. In den 70er Jahren war das, Jagemann ging bei der bekannten Brandenburger Goldschmiede Kretschmer in die Lehre. Dass er den richtigen Beruf erlernen würde, war ihm bereits nach wenigen Tagen klar. „Ich hatte schnell eine Vision, wusste, das ist das Richtige“, sagt er heute in der Rückschau.

Dreieinhalb Jahre dauerte die Ausbildung. Und auch als er diese erfolgreich abgeschlossen hatte, ging der Kampf weiter – diesmal um die Möglichkeit, den Meister abzulegen. Der Rat der Stadt – er verteilte die Genehmigungen – war zunächst nicht begeistert, gab schließlich aber doch sein Okay. Ab 1982 werkelte der mit Meisterbrief ausgestattete Hans-Ulrich Jagemann erstmals in einer eigenen Werkstatt – dreimal drei Meter groß auf einem Hinterhof in der Weberstraße. Hier beschränkte er sich gezwungenermaßen auf kleine Reparaturarbeiten, eine richtige Goldschmiede wurde ihm von der Stadt versagt.

Die Wendezeit hat der passionierte Fachmann in ambivalenter Erinnerung. Plötzlich blieb die Kundschaft weg, Aufträge wurden knapp. Andererseits bot das neue System auch Möglichkeiten, Jagemann eröffnete 1992 sein Goldschmiede- und Juweliergeschäft im Wuster Einkaufszentrum. Dort ist er bis heute ansässig. „Es war mir immer wichtig, den Kunden nicht einfach das teuerste Stück zu verkaufen“, sagt er.

Essentiell für den unternehmerischen Erfolg sei es vielmehr, den Menschen beim Schmuckkauf ein „Aha-Erlebnis“ zu bescheren, sei es durch eine intensive Beratung oder individuelle Anfertigungen.
Jagemann, der seit drei Jahren dem Zentralverband der Deutschen Goldschmiede als Präsident vorsteht, sieht seine Profession noch lange nicht aussterben. Zwar sei es für die Branche immer schwieriger fähigen Nachwuchs zu finden.

Doch ist es ihm wichtig, nur junge Leute auszubilden, „die die nötige Leidenschaft und eigenes Engagement für den Beruf mitbringen.“ Bisher hat das noch jedes Mal geklappt, mindestens ein Lehrling ist in jedem Jahr in Jagemanns Geschäft anzutreffen. Die Weitergabe seiner Fertigkeiten ist dem 61-Jährigen, der noch keine Nachfolgeregelung für sein Geschäft gefunden hat, wichtig. „Das Bedürfnis der Menschen, sich zu schmücken, ist 5000 Jahre alt und wird es immer geben.“

Von Philip Rißling

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