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Brandenburg/Havel „Gottes geheiligte Singstunde“: Paper Kite spielen im Dom selten aufgeführte Stücke
Lokales Brandenburg/Havel „Gottes geheiligte Singstunde“: Paper Kite spielen im Dom selten aufgeführte Stücke
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18:06 03.08.2018
Das Ensemble Paper Kite spielt vor allem Barockmusik. Quelle: Annika Nagel
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Brandenburg/H

Die Komponisten, die während des Dreißigjährigen Krieges im Angesicht von Zerstörung, Tod und Schrecken Musik der Klage, des Schmerzes, des Trostes, der Hoffnung und sogar des Lobes schrieben, gehören zu den erfreulichsten Erscheinungen in der Alten Musik. Es war eine hohe Zeit für die Musica sacra.

Sie musste jedoch im Lauf der Musikgeschichte verschiedene Erfahrungen machen. Manches war vergessen, anderes weniger. Vor allem der Dresdner Hofkapellmeister Heinrich Schütz. Aber auch Andreas Hammerschmidt aus Zittau oder der Wolfenbütteler Johann Rosenmüller gehören zu den Komponisten, die besonders im kirchenmusikalischen Leben nach wie vor eine wichtige Rolle spielen, obwohl ihnen und ihren Kollegen eine noch größere Aufmerksamkeit zukommen sollte.

Ein Ensemble hochkarätiger Musiker

Das Ensemble Paper Kite, das mit der Sopranistin Marie Heeschen, den Geigern Antonio De Sarlo und Rafael Roth, dem Cellisten Guillermo Turina sowie der Organistin Felix Schönherr besetzt ist, hat sich vor allem der frühbarocken Musik und ihrer historisch informierten Aufführungspraxis angenommen und damit auch der Musik aus dem Dreißigjährigen Krieg.

Liedersammlung gibt den Titel für das Konzert

Die Sommermusik am Mittwochabend im Brandenburger Dom trug den Titel „Gottes geheiligte Singstunde“, genannt nach einer Liedersammlung aus dem Jahre 1704 von Philipp Heinrich Erlebach. Sie war natürlich ein wunderbar geeigneter Rahmen für die Geistlichen Konzerte, Motetten und Sonaten, die Paper kite musizierten. Die schon bisher gezeigten Qualitäten der Formation, die man bisher auf einer CD vernahm, bestätigten sich am Mittwochabend vollauf.

Einige der Komponisten studierten in Italien

Die Werke der Komponisten, von denen einige in Italien studierten, stehen absolut auf der Höhe der zeitgenössischen Kunst, geprägt von ambitionierten linearen Entwicklungen und emanzipierten instrumentalen Anteilen, oft in hochexpressive Momente bei der Gestaltung der Gesangsstimme mündend.

Marie Heeschen ohrenfälligste Qualität ist ihr schönes Melos. Ihre Stimme verfügt über ein erhebliches lyrisches Potenzial, die die junge Sängerin intonationsstark auch durch bewegtere Passagen zu führen vermochte. Dabei belebte sie die oft nicht ganz einfach zu bewältigenden Linien souverän, mit bemerkenswerter Leichtigkeit und Delikatesse.

Bewegende und rührende Gestaltung

Bei aller Klangschönheit wäre gelegentlich eine etwas kontrastreichere Tongebung vorstellbar. Dennoch wusste sie den so inhaltlich unterschiedlichen Kompositionen eine sehr bewegend-berührende Gestaltung zu verleihen.

Die vier Instrumentalisten artikulierten sehr klar und pointiert, dennoch nicht sperrig oder eckig. Aus dieser aktiven Artikulation ergab sich ein beredtes Spiel mit etlichen Impulsen für eine gelingende Interpretation.

Insgesamt war das Spiel des Ensembles sehr beweglich, dezent und kontrolliert in den Geistlichen Konzerten und Motetten von Johann Rosenmüller, Heinrich Schütz, Andreas Hammerschmidt, Johann Philipp Krieger und Christoph Bernhard. Bei den Sonaten von Philipp Heinrich Erlebach konnten vor allem die Violinen sich tonlich entfalten.

Plastisches Klangbild

Das Klangbild des Ensembles Paper Kite ist stets plastisch, wirkt gut organisiert, konzentriert, mit schlankem Bassregister und einer schönen Balance zwischen der Singstimme und den instrumentalen Anteilen.

Die Künstler legten ein thematisch dichtes Programm vor. In zeitgenössischen Texten wurden die Erfahrungen von Menschen im Dreißigjährigen Krieg von Rafael Roth hörbar gemacht. Doch leider reichte die Lesung an die Qualität seines Violinspiels nicht heran.

Von Klaus Büstrin

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