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Gregor Meyle: „Ich habe keine Lust auf Larifari“

Brandenburg an der Havel Gregor Meyle: „Ich habe keine Lust auf Larifari“

Der Sänger Gregor Meyle spricht im Interview mit der MAZ über die Entstehung seiner Musik, die „Leichtigkeit des Seins“ und seine Gedanken vor seinem ersten Besuch in Brandenburg an der Havel am Freitag. Zusammen mit Michael Patrick Kelly ist er der Headliner auf dem diesjährigen Havelfest.

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Popstar Gregor Meyle steht vor allem für gefühlvolle Klänge.

Quelle: Sebastian Sach

Brandenburg/H. Gregor Meyle (38) ist ein deutscher Sänger, der einst bei einer Casting-Show des Fernsehsenders ProSieben entdeckt wurde und mittlerweile einen festen Platz in der deutschen Musiklandschaft hat. Aktuell ist er beim Sender Vox mit seiner eigenen Show „Meylensteine“ zu sehen, für die er Musikerkollegen durch ihren Alltag begleitet. Am Freitagabend spielt er live auf der Stadtwerke-Bühne beim Havelfest in Brandenburg.

Herr Meyle, wie kamen Sie zum Musikmachen?

Ich habe mit vier angefangen, Gitarre zu spielen. Damals hatte der Vater eines Freundes eine E-Gitarre und der Klang mit Verstärker hat mich wahnsinnig fasziniert. Ich wusste eigentlich schon immer, dass ich Musik machen will. Mit 18 fing ich als Tontechniker an, Tourneen zu begleiten, mit 27 begann dann der Einstieg in das professionelle Musikgeschäft. Am Anfang habe ich viel auf der Straße und in Kneipen gespielt – ich bin einfach mit ein paar Teppichen, Lampen und einem Pianisten losgezogen und überall aufgetreten, wo es nur ging. Man darf sich als Musiker für nichts zu schade sein. Jetzt hoffe ich, dass ich den Rest meines Lebens Musik machen darf. Für mich ist die schönste Errungenschaft als Musiker, jeden Tag unterwegs sein zu dürfen. Das genieße ich wirklich jeden Tag.

Waren Sie schon einmal in Brandenburg an der Havel?

Wir sind schon oft in Potsdam aufgetreten, aber noch nie in Brandenburg an der Havel. Wir freuen uns sehr darauf, die Stadt und die Leute kennenzulernen. Zusammen mit Michael Patrick Kelly werden wir auch spontan Musik machen und uns gegenseitig auf die Bühne holen. Es wird auf jeden Fall ganz viele Synergien geben.

Zur Person

Gregor Fabian Meyle wurde am 13. Oktober 1978 in Backnang geboren. Er ist in Jagsthausen im Landkreis Heilbronn aufgewachsen.

Mit zwölf Jahren begann er, erste eigene Lieder zu schreiben, arbeitete neben der Schule in einem Gitarrenladen und gab Gitarrenunterricht.

Mit 16 Jahren gründete er seine erste eigene Band Crack Fabian.

Wie entstehen Ihre Songs?

Ich schreibe viel im Flugzeug und im Zug, weil ich wegen meiner Sendung „Meylensteine“ oft unterwegs bin. Das ist ganz gut, da hat man ein bisschen Ruhe. Die Melodien habe ich meistens schon im Kopf und dann geht es ans Schreiben. Ich nehme mir immer eine kleine Auszeit, um Ideen zu sammeln und die Songs entstehen zu lassen. Ein Lied ist auch auf den Kanaren entstanden, wohin ich mich gerne zurückziehe. Das ist das Tolle am Texten: Man kann es überall machen.

Und wie kommen Sie auf die Themen Ihrer Songs?

Die Musik und Melodien der Lieder bringen mich oft schon in eine Stimmung, einen Text dazu zu schreiben. Das ist ein bisschen filmisch aufgebaut und meistens sehr ruhig. Es sind Texte mit wenigen, aber sehr essenziellen Worten. Das kann pathetisch wirken, ist es vielleicht auch, aber ich habe keine Lust auf Larifari. Auf dem Havelfest werden wir eine Mischung aus alten und neuen Songs spielen.

Für das Album „Die Leichtigkeit des Seins“ haben Sie ja sogar mit einem Streichquartett zusammengearbeitet.

Ja, das Quartett kommt aus Neapel und wir haben das vor Ort, in der Nähe von Pompeji, eingespielt. Das war schon Wahnsinn, eine tolle Umgebung. Das ist auch das Schöne am Musikmachen: Dass man viel herumkommt, neue Leute kennenlernt und auch in anderen Ländern arbeiten kann. Ich habe das Glück, dass ich durch unsere eigene Plattenfirma vieles ausprobieren kann – das bedeutet sehr viel Freiheit. Auf dem Album ist kein einziger Ton programmiert, alles sind echte Instrumente.

Die Höhepunkte auf den anderen Bühnen

Antenne-Brandenburg-Bühne am Salzhofufer

Freitag, 16. Juni
16 Uhr: Offizielle Eröffnung des 54. Havelfestes durch Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann und den Gewerbevereinsvorsitzenden Michael Kilian; außerdem Programm der Kita „Schritt für Schritt“
19 Uhr: Musik und Unterhaltung mit der Band „Empire“

Samstag, 17. Juni
11 und 13.10 Uhr: Unterhaltung mit dem Duo „Inuso“
14 Uhr: Drachenbootrennen, präsentiert vom WSV Stahl Beetzsee; Siegerehrung gegen 16.30 Uhr
19 und 23 Uhr: Unterhaltung mit der Partyband „Flashback“
19.40 Uhr: Fresh Fox & Marco Lessentin präsentieren ihren neuen Titel „Lieblingsfehler“ und Songs vom Album „Augenblicke“
20 Uhr: Konzert mit Schlagerstar Linda Hesse
20.45 Uhr: Präsentation der Kandidatinnen zur Wahl der neuen Havelkönigin
22.15 Uhr: Konzert mit der Partyband „Hot Banditoz“
23.45 Uhr: Höhenfeuerwerk

Sonntag, 18. Juni
11 Uhr: Die Chance on Tour – Talentierte Sänger jeden Alters stellen sich vor
14 und 16 Uhr: Partykanzler Martin Martini präsentiert seine Schlagershow
15 Uhr: 9. Havelfest-Entenrennen mit Verlosung toller Preise

Bühne am Düker

Freitag, 16. Juni
18 Uhr: Unterhaltung mit der Band „Silverwings“

Samstag, 17. Juni
10.30 Uhr: Auftritt der Märkischen Schalmeienkapelle Brandenburg
14 Uhr: Unterhaltung mit der Band „Western Spirit“ – New und Classic Country sowie Country Rock
19 Uhr: Showprogramm mit dem Rock ’n’ Roll Orchester

Sonntag, 18. Juni
10 Uhr: Der Shantychor Brandenburg präsentiert sein Programm „Kapitän nehm uns mit auf die Reise“
13 Uhr: Unterhaltung mit der Band „Twango Guitars“ – Rock, Oldies und Counry

Wollen Sie mit Ihrer Plattenfirma Meylemusic in Zukunft auch andere Künstler unter Vertrag nehmen?

Ich würde das dann als Produzent unter meine Fittiche nehmen, dafür fehlt mir leider momentan noch die Zeit. Aber das ist auf jeden Fall der Plan für die Zukunft. Es ist generell so, dass die Branche große Einbrüche an Einnahmen durch Streamingdienste zu verzeichnen hat und es dadurch schwierig wird, neue Projekte anzugehen. Auf Tourneen nehme ich aber immer schon Nachwuchskünstler mit, die dann auftreten und vor Ort ihre CDs verkaufen können. Ich glaube einfach, dass sich in der Musik viel auf Live-Auftritte konzentrieren wird. Wer Musik machen möchte, muss einfach spielen. Und die Leute, die Konzerte sehen möchten, müssen immer mehr Geld dafür bezahlen, um die Einbußen durch den sich wandelnden Markt auszugleichen. Früher haben wir die meisten CDs auf Konzerten verkauft, dahin wird es meiner Meinung nach auch wieder zurückgehen.

In diesem Sommer treten Sie mit Ihrer Band fast jeden Tag in einer anderen Stadt auf. Ist das für Sie und Ihre Familie eine Herausforderung?

Wir sind immer drei Tage am Wochenende unterwegs und dann zu Hause, das haben wir extra so eingerichtet. Man braucht auch seine Zeit, um sich auszuruhen. Wir haben ja alle Familie, insgesamt sind wir zehn Bandmitglieder, inklusive Technik und Tourneeleitung kommen wir auf 18 Leute. Ich wohne im bergischen Land, in einem ganz kleinen Dörfchen in der Nähe von Düsseldorf. Unser Büro für die Plattenfirma ist in Köln, von dort bin ich aber schnell wieder zu Hause. Auch weil ich beruflich sehr viel in Großstädten unterwegs bin, muss ich privat nicht mehr in irgend einer Stadt wohnen. Für mich ist eine Tour mit den richtigen Leuten eigentlich das Entspannteste meines ganzen Musikerlebens. Das glaubt mir nur immer kein Mensch (lacht).

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

Bis zu meinem Lebensende möchte ich mit Leidenschaft Musik machen und anderen Künstlern, die vielleicht noch nicht so weit sind, helfen. Generell würde ich auch gerne international ein bisschen mehr machen. Gerade muss ich aber auch ein wenig auf die Bremse drücken. Der größte Luxus ist, wenn man sich einfach mehr Zeit nehmen kann für Dinge, die auch wahnsinnig wichtig sind, wie etwa das Privatleben. Aber ich denke, das kriege ich bisher ganz gut hin.

Von Melanie Höhn

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