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Groß Kreutz (Havel) fängt an zu klotzen

Kita, Turnhalle, Feuerwehr Groß Kreutz (Havel) fängt an zu klotzen

Den Gürtel enger schnallen. So lautete jahrelang die Maxime in der Gemeinde Groß Kreutz (Havel). Dank Zuzügen, Konjunktur und niedriger Zinsen kann die Kommune 2018 richtig Geld in die Hand nehmen. Unter anderem wird in Jeserig eine neue Kita gebaut. In Groß Kreutz ist die Sanierung der Schulturnhalle an der Reihe. Es bleiben Fragezeichen.

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2018 soll an der Grundschule in Groß Kreutz mit der Sanierung der Turnhalle begonnen werden.

Quelle: Luise Fröhlich

Groß Kreutz (Havel). Eine neue Kita für Jeserig. In Groß Kreutz wird die Schulturnhalle saniert. Gleich zwei neue Feuerwehrautos (HLF/TLF) stehen auf dem Plan. In der Jeseriger Grundschule sind Elektro- und Deckenarbeiten an der Reihe. Das sind die dicksten Brocken auf der Investitionsliste der Gemeinde Groß Kreutz (Havel) im kommenden Haushaltsjahr. Insgesamt leistet sich die Kommune 2018 Investitionen in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro. Darunter ist auch Geld für die Planung eines neuen Gerätehauses in Krielow und eines Schulanbaus in Jeserig. Rund 158 00 Euro fließen in die Straßenunterhaltung.

Anschaffungen für den Bauhof

Mit knapp 5,6 Millionen Euro erwartet Groß Kreutz (Havel) in 2018 das bislang höchste Steueraufkommen in der Geschichte der Gemeinde. Neben der Gewerbesteuer ist der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer mit 2,5 Millionen Euro ein wichtiger Einnahmeposten. Die Hundesteuer bringt 30 000 Euro.

Zu den Investitionen gehören Anschaffungen für den Bauhof. Unter anderem ein Kettenschleifautomat, Freischneider und Laubsägen. Für den Brandschutz sind neben Fahrzeugen vier neue Löschbrunnen, Hohlstrahlrohre, Kettensäge und Funkmeldeempfänger geplant.

Fast 27 000 Euro gehen an die Ortsbeiräte und als Zuschüsse für Betriebskosten an Vereine. Zur Straßenunterhaltung gehört ein zweiter Radweg-Abschnitt zwischen Jeserig und Schenkenberg. Einen Bitumenüberweg bekommen die Bergstraße in Götzer Berge sowie die Waldstraße und der Fliederweg in Schenkenberg.

„Der Haushaltsplan 2018 zeigt sich von einer anderen Seite. Wir können wieder deutlich mehr Geld ausgeben, auch wenn sich nicht alle Wünsche erfüllen lassen“, sagte Kämmerin Katrin Steuer bei der öffentlichen Gemeindevertretersitzung am Dienstag. Zuzüge, niedrige Zinsen und die gute wirtschaftliche Lage haben die einst dramatischen Rahmenbedingungen für Groß Kreutz (Havel) radikal verändert. Bei ihrer Gründung 2003 stand die Gemeinde so tief in der Kreide, dass die Pro-Kopf-Verschulung 2325 Euro betrug. Jetzt sind es noch rund 280 Euro. Zum 1. Januar sinkt der kommunale Schuldenstand auf 2,3 Millionen Euro. Der letzte Kreditvertrag wird im Jahr 2027 vollständig getilgt sein. Bei Zinsen von 0,43 Prozent. Vor Ablauf der Zinsbindung Ende 2017 waren es über vier Prozent. Für einen schon in diesem Jahr umgeschuldeten anderen Kredit beträgt der Zinssatz sogar nur 0,15 Prozent.

Mit dem Haushalt machen die Gemeindevertreter den Weg für umfangreiche Investitionen frei

Mit dem Haushalt machen die Gemeindevertreter den Weg für umfangreiche Investitionen frei.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Dass Groß Kreutz (Havel) 2018 ohne Haushaltssicherungskonzept auskommt, ist auch dem Anstieg der Gewerbesteuer geschuldet. Obwohl die Hebesätze unverändert bleiben, plant die Verwaltung vorsichtig 1,7 Millionen Euro ein. Nur 2016 war diese schon mal höher. Doch wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Wegen der guten Steuerentwicklung kürzt prompt das Land die Schlüsselzuweisungen um über 700 000 Euro auf 2,25 Millionen. Auch Potsdam-Mittelmark langt sofort kräftig zu. Erstmalig sind über vier Millionen Euro Kreisumlage fällig, zahlbar in monatlichen Abschlägen. Wegen der vielen Vorhaben ist der neue Etat nicht ausgeglichen, doch mit einem Griff in die angesparte Rücklage kann Kämmerin Steuer Erträge von 12,8 Millionen Euro und Aufwendungen in Höhe von 14,4 Millionen Euro in ein ausgewogenes Verhältnis bringen. Noch vor wenigen Jahren undenkbar.

Die Gemeindevertreter folgten dem Haushaltsplanentwurf einstimmig. In den Ortsbeiräten war das Papier zuvor ausführlich beraten worden. Sichtlich erfreut über die Entwicklung in Groß Kretuz (Havel) zeigte sich Bürgermeister Reth Kalsow. Er erinnerte an den schweren Start vor 14 Jahren, als die heutige Großgemeinde per Gesetz aus den damals noch eigenständigen Gemeinden Bochow, Deetz, Groß Kreutz, Krielow, Schmergow, Götz, Jeserig und Schenkenberg gebildet wurde. Damit verbunden war das Ende für die Ämter Groß Kreutz und Emster-Havel. „Ich danke allen Abgeordneten, die den nicht leichten Weg der konsequenten Entschuldung mitgetragen haben. Wir haben trotzdem immer investiert. Doch jetzt können wir erstmals richtig Geld in die Hände nehmen“, sagte Kalsow. Allerdings gibt es jetzt andere Rahmenbedingungen, die die ambitionierten Zeitpläne ins Stocken bringen könnten. „Baufirmen und Planungsbüros arbeiten wegen der hohen Nachfrage am Limit“, sorgt sich der Bürgermeister. Auch die Kostenentwicklung ist wegen knapper Kapazitäten nur schwer zu kalkulieren. Zum Beispiel soll Baubeginn für die neue Jeseriger Kita, die hinter der Gemeindeverwaltung errichtet wird, Mitte des kommenden Jahres sein.

Von Frank Bürstenbinder

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