Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel Große Gefühle beim Poetry Slam
Lokales Brandenburg/Havel Große Gefühle beim Poetry Slam
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:10 18.09.2016
Startklar zum Dichterwettstreit: Die Moderatoren Clara Welsch und Markus Richter (hinten) mit den Poetry Slammern Leo Bauch, Bastian Mayerhofer und Nick Hertzberg (von vorn nach hinten). Quelle: JACQUELINE STEINER
Anzeige
Brandenburg/H

Diesmal haben sie sich getraut: Gleich fünf Brandenburger standen Freitagabend beim Poetry Slam im Haus der Offiziere auf der Bühne und boten den Mitstreitern aus Berlin Paroli. Mit sozialkritischen Texten und tiefen Einblicken in ihr Seelenleben begeisterten sie nicht nur das Publikum.

„Ich freue mich immer wieder, wenn Brandenburger dabei sind“, leitet Moderatorin Clara Welsch in den Dichterwettstreit ein. Erstmals steht ihr dabei Markus Richter, Sozialarbeiter in der Jugendkulturfabrik, zur Seite. Bei den Dichtern sind die Havelstädter diesmal sogar in der Mehrheit, aus der Hauptstadt gehen drei Slammer an den Start. Dass sie sich hinter denen nicht verstecken müssen, zeigen die Brandenburger schon in der wertungsfreien Runde – von Welsch anerkennend mit „Wow“ quittiert.

Erster Text in zehn Minuten verfasst

Wie immer gilt es für die Poetry Slammer eingangs in nur zehn Minuten zu einem Bild, diesmal eine Seifenblase, einen Text zu verfassen. Kevin Adam bringt das dazu, davon zu erzählen, „wovon er erzählen könnte“, von Träumen und Wünschen. Abstrahiert der 22-Jährige die eigenen Gefühle, gibt sich Moritz Hanebeck (17) völlig freimütig: „Ich bin gut im Selbstbetrügen“, „ich bin ein einfacher Mensch mit unmöglichen Wünschen“.

Die einzige Dichterin im Wettbewerb: Marie Will (19) aus Brandenburg. Quelle: Britta Kessing

Marie Will (19) sieht die Erde und Jakob Klukas (18) in den schwarzen Schattierungen ein Hakenkreuz. „Aber Seifenblasen platzen, und das ist das Dritte Reich ja auch“, sagt er und sorgt für Raunen im Publikum. Anders als die Brandenburger versuchen sich zwei Berliner in Versen und Reimen, Bastian Mayerhofer (32) zur magischen Kugel, Paul Cossmer (22) über das Leben, das wie eine Seifenblase ist, „kurz und zerbrechlich“. Und Nick Hertzberg (19), ebenfalls aus der Hauptstadt, teilt seine Assoziation vom „Batman“-Logo.

Politisches Kabarett mit Lebensmittel-Begriffen

So vielfältig wie Ideen und Texte sind auch die Gründe der Dichter sich auf die Bühne zu stellen: Nick möchte es endlich mal nach vorne schaffen. Marie schreibt gern und findet es toll, „die Reaktion der Leute zu sehen“. Kevin will sich am Abend überwinden - einmal beim Poetry Slam mitmachen steht auf seiner „Lebensliste“. Leo Bauch (20) aus Brandenburg ist nach zwei Jahren wieder dabei: „Meine Freunde haben gesagt, du schreibst so schön.“

Die Konkurrenz hört Bastian Mayerhofer gebannt zu: Jakob Klukas (18), Moritz Hanebeck (17), Paul Cossmer (22) und der spätere Sieger Kevin Adam (22) (v.l.n.r.). Quelle: Britta Kessing

Schön traurig. Eine Taxifahrt im deutschen Slum mit „grauen Gestalten“ und „Kindern, wie sie morgens Chips und Ice-Tea kaufen“ ist sein Beitrag zum Wettbewerb. Zu hören bekommt das Publikum zudem wirre Liebes- und absurde Lebensgeschichten sowie Politisches: „Wirsing fürs Volk“ heißt Bastian Mayerhofers Beitrag, in dem der gebürtige Österreicher gekonnt mit deutschen und österreichischen Begriffen für Lebensmittel und Gerichte hantiert, sie mit den Ansichten von AfD, Pegida und Co vermengt und daraus ein kleines Kabarettstück kredenzt. So übersetzt werden rechtspopulistischen Phrasen zu: „Müsli mischt man nicht mit Wein“ und „die Amis ziehen im Hintergrund die Schrippen, die machen mit den Russen Kompott“.

Nächster Poetry Slam beim Kleinkunstfestival

Das reicht, um neben Jakob, Moritz und Kevin im Finale zu stehen. Der Sieg geht aber an letzteren. Mit einem humorvollen Text über seine WG-Erfahrung in Leipzig erntet der Brandenburger den meisten Applaus. Vielleicht steht auf Kevins Liste ja jetzt „Poetry Slam-Titel verteidigen“. Am 1. Oktober hätte er die Gelegenheit, beim nächsten Dichterwettstreit im Rahmen des Kleinkunstfestivals in der Katharinenkirche.

Von Britta Kessing

Nach dem Großbrand Mitte Mai in der Altstadt von Brandenburg an der Havel war die Hilfe für die betroffenen vier Familien noch etwas schleppend angelaufen. Doch nun können die Betroffenen hoffnungsvoller in die Zukunft blicken. Dank solcher Initiativen, wie sie der Unternehmer Panajotis Zatlidis jetzt gestartet hat.

17.09.2016

In der kommenden Woche setzt sich halb Kirchmöser in Bewegung. Die Innotrans 2016 vom 20. bis 23. September in Berlin ist ein Pflichttermin für alle Unternehmen, die mit Eisenbahn, Schienen und Gleisen zu tun haben. Firmen wie das Weichenwerk, die Gleisbaumechanik und Wirthwein präsentieren Neuheiten.

17.09.2016

Die 22. Ausstellung von Rohkunstbau mit dem Thema „Zwischen den Welten“ im Schloss Roskow endet diesen Sonntag. Projektleiterin Kristina Worthmann von der Heinrich-Böll-Stiftung hat den Grundschülern der fünften und sechsten Klasse aus Roskow eine spezielle Führung durch die Kunstausstellung gegeben.

17.09.2016
Anzeige