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Große Nachfrage beim Regionalmarkt

Brandenburg an der Havel Große Nachfrage beim Regionalmarkt

Gewürze, Häkelware, Knoblauchcremes, Wildschweinschinken, Whisky – es gibt im Land Brandenburg nichts, was es nicht gibt. Beim 4. Regionalmarkt im Archäologischen Landesmuseum trafen am Wochenende Fans und Produzenten von regionalen Produkten aufeinander. Die ganz großen Erzeuge waren jedoch nicht dabei – und das nicht ohne Grund.

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Erhart und Monika Gottschalk ließen es sich beim 4. Regionalmarkt schmecken.

Quelle: Annika Jensen

Brandenburg/H. Der erste spürbare Herbsttag an diesem Samstag in Brandenburg und der Regen macht alles trist und grau. Die Brandenburger stört es nicht. Ihr Regionalmarkt ist für sie zur Institution geworden. Das vierte Jahr begegnen sich im Archäologischen Landesmuseum im Paulikloster Fans und Produzenten von regionalen und zumeist biologisch angebauten Produkten. Aus dem ganzen Bundesland sind sie angereist. Gewürze, Häkelware, Säfte, Marmeladen, Knoblauchcremes, Wildschweinschinken, Pilze, Äpfel, Leinöl, Honig, Whisky – es gibt im Land Brandenburg nichts, was es nicht gibt.

Gudrun-Aimée Spalke aus Kloster Lehnin presst öl aus Leinensamen

Gudrun-Aimée Spalke aus Kloster Lehnin presst öl aus Leinensamen.

Quelle: Annika Jensen

„Ich komme jedes Jahr“, sagt Elfriede Schultze aus Neuschmerzke. Sie kauft gerade ein Leinöl bei Gudrun-Aimée Spalke, Feinkosterzeugerin aus Kloster Lehnin. „Es ist eine Bereicherung für die Menschen und es gibt hier Sachen, die man überhaupt nicht kennt.“ Am Stand von Spalke ist sie da nicht verkehrt. Ihr veganes Leinölschmalz etwa verkauft sich hervorragend oder das Kaffeegewürz. Sie steht neben ihrem Ölprinzen und grinst. „Ich kann mit dieser Ölpresse alle Sorten von Ölsamen und Nüssen pressen. Frisch gepresst sind die Öle etwas ganz Besonderes.“

Eine Chance für kleine Produzenten

Die Marktstände stehen nicht dicht gedrängt auf dem Klostergelände und im Friedensgarten, Vertreter der ganz großen Erzeuger sucht man vergeblich. Stattdessen kommen die Menschen schnell ins Gespräch. Es ist eine Atmosphäre, in der man dem Alltag entfliehen und sich auf das Produkt regionales Lebensmittel besinnen soll. Das Konzept geht auf. Dahinter stehen die Mitarbeiter des Archäologischen Museums, Janina Ludwig und Michael Schneider. Die beiden Historiker haben bei der Auswahl der Erzeuger Wert darauf gelegt, Vielfalt zu gewährleisten und den kleinen Produzenten eine Chance zu geben.

Janina Ludwig und Michael Schneider vom Archäologischen Landesmuseum haben den Regionalmarkt organisiert

Janina Ludwig und Michael Schneider vom Archäologischen Landesmuseum haben den Regionalmarkt organisiert.

Quelle: Annika Jensen

„Unsere Standmiete ist viel geringer als es auf den großen Märkten der Fall ist“, sagt Janina Ludwig. „Uns geht es nicht um den Kommerz, sondern darum, dass Händler und Besucher zusammenkommen, dass Händler ihr Netzwerk ausbauen, dass die Besucher ihr Bewusstsein für Regionalität stärken.“ Der Markt könne in Kombination mit dem Museum die Kulturgeschichte des Essens live erlebbar machen.

Regionalität steht im Fokus

Zurück zu den Wurzeln möchte auch die Mosterei Ketzür. Nur den Saft der Frucht oder des Gemüses verkaufen sie, sonst nichts. An ihrem Stand bilden sich Schlangen. Überall ist Apfel drin. Die Kombinationen können vielfältiger nicht sein: Apfel-Rhababer, Apfel-Aronia, Apfel-Sanddaorn, Apfel-Quitte. „Unsere Früchte kommen alle aus Brandenburg“, sagt Manuel Stephan von der Mosterei. Der Regionalmarkt sei für ihn eine zentrale Veranstaltung im Jahr, um seinen Saft zu verkaufen. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Markt, weil er als Regionalmarkt einen Fokus auf die Produkte aus der Umgebung legt“, sagt er begeistert. „So etwas gibt es in Potsdam nicht. Ich finde es auch gut, dass die Veranstalter ausgiebig werben, deshalb ist es für uns einer der Märkte, auf denen wir richtig gut verdienen.“

Monika und Erhart Gottschalk indes erfreuen sich ebenso an der Regionalität der Produkte, beginnen aber auch schnell, politisch zu denken. „Wir halten ganz viel von den regionalen Produkten und davon, die Produzenten zu unterstützen“, sagt Erhart Gottschalk. Er könne nicht verstehen, warum so viele Produkte nach Deutschland importierte werden. „Wir haben sie viele verschiedene Apfelsorten in Deutschland und trotzdem werden Äpfel um die halbe Welt geflogen.“ Was ihnen auf dem Markt fehle, sei ein lokaler Milchbauer. „Aber die gibt es ja ohnehin nur noch kaum, bei den Milchpreisen. Ich finde aber, dass die landwirtschaftliche Vielfalt dringend erhalten bleiben sollte.“ Der Regionalmarkt in Brandenburg und das Archäologische Museum bieten in diese Vielfalt einen tiefen und geschmacklich einzigartigen Einblick.

Von Annika Jensen

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