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Brandenburg/Havel Die Grünen verstärken sich
Lokales Brandenburg/Havel Die Grünen verstärken sich
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16:58 06.03.2019
Anette Lang, Martina Marx und Klaus Hoffmann (von links) sind die Spitzenkandidaten der Bündnisgrünen für die Stadtverordnetenversammlung. Quelle: André Wirsing
Brandenburg/H

Wochentags benutzen die Politessen und sonstigen Verwaltungs-Außendienstler den städtischen Fuhrpark, am Wochenende kann jedermann mit den Autos fahren. In Zusammenarbeit mit Stadtwerken und Verkehrsbetrieben bietet die Kommune ein Carsharing-Projekt an, mit dem das Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs ergänzt wird. Zudem können Fahrräder und E-Bikes in das Konzept eingebunden werden.

Diese Idee ist nur ein Punkt des Kommunalwahlprogramms der Bündnisgrünen, welches am Dienstagabend im Altstadt-Bürgerhaus verabschiedet wurde. Gleichzeitig wurden die Listen mit den Kandidaten für die drei Wahlkreise bestimmt.

Die Bewerberschar ist größer und jünger geworden. 55 Menschen kandidieren auf den Listen der Bündnisgrünen, davon viele Parteilose. Die Partei hat gerade einmal 47 Mitglieder, ist aber im vergangenen Jahr um 20 Prozent gewachsen, weil es zehn Neueintritte gab. Gerecht ist die Geschlechterverteilung: Neben 27 Frauen bewerben sich 28 Männer. Acht Kandidaten sind jünger als 30 Jahre, die Schülerin Yvonne Ahlert ist gerade 18 Jahre alt.

„Es ist super, dass wir so viele Menschen für uns gewinnen konnten. Schließlich wollen wir nicht, dass die AfD hier 20 Prozent abräumt“, sagt die Stadtverordnete Martina Marx. „Bei der vorhergehenden Kommunalwahl hatten wir gerade 17 Bewerber, konnten pro Wahlkreis nur vier bis fünf Bewerber stellen. Jetzt sind es pro Wahlkreis 18 oder 19 Kandidaten.“

„Auf ein Gläschen bei den Grünen“

Die Bündnisgrünen bieten im Vorfeld der Kommunalwahl ein neues Veranstaltungsformat an.

Unter dem Titel „Auf ein Gläschen bei den Grünen“ ist vom 15. März bis zum 24. Mai an jedem Freitag ein Smalltalk von 17 bis 20 Uhr anbraumt, dazu gibt es Wein, Bier oder Saftschorle.

In der Geschäftsstelle Ritterstraße 90 kann jedermann mit den Kandidaten zur Wahl, mit den Stadtverordneten und mit Vertretern der grünen Jugend ins Gespräch kommen, Fragen stellen, Meinungen sagen und Ideen mitbringen.

Die Wahlkreislisten werden von bekannten Gesichtern angeführt: Im Wahlkreis 1 (Altstadt/Nord) ist Martina Marx Spitzenkandidatin, im Wahlkreis 2 (Neustadt/Dom) ist Klaus Hoffmann Erster auf der Liste und im Wahlkreis 3 (Hohenstücken/Görden/Plaue/Kirchmöser) ist es Anette Lang. Weitere bekannte Persönlichkeiten kandidieren für die Bündnisgrünen, unter ihnen beispielsweise THB-Professor Thomas Götze, Mobilitätsforscher Jürgen Peters, der Mathematiker Erhard Gottschalk, der ehemalige Beigeordnete Ralf Krombholz, die Künstler Christian Radeke und Jeannette Goldmann.

Ein besonderer Coup ist den Bündnisgrünen gelungen, indem sie den Bürgerverein Pro Kirchmöser in ihren Listen integriert haben. Bekanntlich besteht der Verein nur noch aus einem halben Dutzend aktiven Mitgliedern. Die Vorsitzende Ines Budick hatte bereits vor Wochen im MAZ-Gespräch angekündigt, dass Pro Kirchmöser nicht mit einer eigenen Liste antrete und sie selbst sich als Einzelperson wiederum für den Ortsvorsteher-Posten bewerbe. Die Zusammenarbeit mit den Bündnisgrünen war die ganze ablaufende Wahlperiode bereits erfolgreich geübt worden, Ines Budick hatte mit den drei Grünen eine gemeinsame Fraktion gebildet. Man kennt und vertraut sich gegenseitig. Und so kandidieren im Wahlkreis 3 Martin und Robert Budick, Petra Kilch sowie Ines Manzke auf aussichtsreichen Listenplätzen gleich hinter Anette Lang, die sagt: „Ich bin mir sicher, dass wir mindestens einen Vertreter von Pro Kirchmöser in die SVV bekommen.“

Prominente Unterstützung wird es im Wahlkampf auch geben. Die Grünen-Bundesvorsitzende Annalena Baerbock kommt am 15. April in die Havelstadt und wird sich einem Bürgertreffen im Rolandsaal des Altstädtischen Rathauses stellen. Im Format eines so genannten Town Hall Meetings (das Vorbild stammt aus den USA) gibt es keine langen Monologe, sondern im Wesentlichen ein schnelles Frage-Antwort-Spiel. Die Grünen hoffen auf großes Interesse bei den Brandenburgern, vorsichtshalber haben sie die Maximalbestuhlung mit 250 Plätzen im Rolandsaal bestellt.

Das Wahlprogramm ist gerade noch in der Druckerei, wird aber in den nächsten Tagen bereits verteilt. Darin geht es unter anderem darum, den bereits im Jahr 2011 beschlossenen Bürgerhaushalt erstmals umzusetzen, damit die Menschen beim Verteilen von Geld zum Wohle der Allgemeinheit mitreden können. Es geht natürlich um Bürgerbeteiligung –bei allen zukunftsweisenden Entscheidungen. Es soll keine neuen Wohngebiete auf der grünen Wiese geben, dafür stünden genügend Flächen zur Verfügung, etwa auf altindustriellen Brachen oder auf freien Arealen in Hohenstücken. Es gelte der alte Grundsatz: Innenentwicklung geht vor Außenentwicklung. Bei der Vergabe städtischer Grundstücke für private Wohnzwecke dürfe nicht der Preis das entscheidende Vergabekriterium sein, sondern das Bau- und Nutzungskonzept. Und Busse und Straßenbahnen sollten am Wochenende kostenlos zu benutzen sein, das vermeide Verkehr und belebe die Innenstadt.

Von André Wirsing

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