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Grünes Licht für die Sandgrube

Tagebau Michelsdorf arbeitet wieder Grünes Licht für die Sandgrube

Nicht alles, was einst in der Michelsdorfer Sandgrube abgekippt wurde, gehört dort hinein. Nach einer Beräumung von mehreren tausend Kubikmetern Fremdmaterial hat der seit DDR-Zeiten existierende Tagebau seine Arbeit unter einem neuen Betreiber wieder aufgenommen.

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Die Einfahrt zur Michelsdorfer Sandgrube.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Michelsdorf. Der Radlader hat Arbeit, die Laster rollen. Im Tagebau am Rande von Michelsdorf darf wieder Sand abgebaut werden. Das hat Hand-Georg Thiem, stellvertretender Leiter des Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe, der MAZ bestätigt. Gemeinsam mit dem neuen Betreiber seien die Voraussetzungen für eine Zulassung geschaffen worden, so Thiem. Die seit DDR-Zeiten betriebene Sandgewinnung wird nun auf der Grundlage eines Hauptbetriebsplans fortgesetzt.

Das südlich von Michelsdorf gelegene Gelände war 2010 in die Schlagzeilen geraten. So war dem damaligen Betreiber von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen worden, er habe auf seinem Recyclinghof in Glindow Abfälle angenommen und anschließend in der Michelsdorfer Sandgrube abgekippt. Bei einer Probenentnahme war unter anderem kompostiertes Material mit einem hohen Kunststoffanteil festgestellt worden.

Deponie Mörz saniert

Die Michelsdorfer Sandgrube ist nur einer von zahlreichen Standorten, die im Zusammenhang mit illegaler Müllentsorgung für Schlagzeilen sorgten. Für Aufsehen sorgten insbesondere die kriminellen Machenschaften von Bernd R. aus Borne bei Bad Belzig.

Anstatt ehemalige Mülldeponien zu sanieren, ließ er tausende Lastwagenladungen Haushalts- und Gewerbemüll auf Halden in Zitz, Rogäsen, Wollin, Schlunkendorf, Altbensdorf und Mörz entsorgen.

Die illegale Mülldeponie Mörz bei Niemegk ist gerade für 586 000 Euro beräumt und renaturiert worden. Die Endsumme ist doppelt so hoch, wie die Fördersumme, die es bisher vom Land gab. Niemegks Amtsdirektor Hemmerling hofft, dass auch der Rest vom Land bezahlt wird.

Inzwischen sind unter Aufsicht des Landesbergbauamtes mehrere tausend Kubikmeter Fremdmaterial beräumt und einer ordnungsgemäßen Verwertung zugeführt worden. „Darunter war auch Betonbruch, der zu einer Recyclinganlage gefahren wurde“, bestätigt Bernhard Behrens. Der Baustoffhändler aus Satzkorn betreibt über die SGM Sandgesellschaft Michelsdorf den Tagebaubetrieb. Wie Behrens berichtet, war eine große Menge des nicht zulässigen Abfallmaterials oberflächlich abgekippt worden, was die Entsorgung erleichterte. Eingebaute Verfüllmaterialien hätten dagegen der Zulassung entsprochen, teilte das Landesbergbauamt auf Nachfrage mit. „Es war weniger schlimm, als befürchtet“, so Behrens.

Nach der Sanierung durchgeführte Schürfungen im Auftrag des Landesbergbauamtes hätten keine signifikanten Verunreinigungen im Boden ans Tageslicht gebracht, heißt es in einem Abschlussbericht der Behörde, der im Rathaus von Kloster Lehnin vorliegt. Bürgermeister Bernd Kreykenbohm hatte die Mitglieder des Hauptausschusses auf ihrer jüngsten Sitzung über die aktuelle Lage in der Sandgrube informiert. Baustoffhändler Behrens geht davon aus, dass die Grube noch für viele Jahre Rohstoffvorräte bietet.

Von Frank Bürstenbinder

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