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Brandenburg/Havel „Grüß Gott“ auf dem Weg nach Polen
Lokales Brandenburg/Havel „Grüß Gott“ auf dem Weg nach Polen
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16:42 24.06.2015
Helmut Krüger (r.) und eine Pilgerin beim Empfang am Brandenburger Dom. Quelle: V. Maloszyk
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Brandenburg an der Havel

Jeder geht, soweit er mag. Es gibt keine Vorgaben, Erwartungen oder gar Vorschriften. Passendes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung, ja, die sollte man schon tragen. Aber sonst? „Jeder ist hier völlig frei“, betont Helmut Krüger.

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Am Mittwoch machte der 13. Deutsch-Polnische Ökumenische Pilgerweg zwischen Magdeburg und Gniezno (Gnesen in Polen) im Dom zu Brandenburg seine erste Station. Deutsche und Polen, Katholiken und Protestanten luden hier gemeinsam zum deutsch-polnischen Gottesdienst ein. Zwei Dutzend Pilger befinden sich aktuell auf dem 440 Kilometer langen Weg.

Schon seit 2003 und somit seit 13 Jahren begleitet Krüger katholische und evangelische Pilger auf ihrem Weg ins polnische Gniezno, das 50 Kilometer östlich der Stadt Posen liegt. Dieser Weg führte die Pilgergemeinschaft, die zu Wochenbeginn in Magdeburg aufgebrochen war, am Dienstagabend auch nach Brandenburg an der Havel. Hier machten die Gläubigen an der ersten Station ihrer Reise einen ganzen Tag Rast. „Natürlich laufen wir nicht die komplette Strecke nach Polen“, sagt Helmut Krüger über den rund 440 Kilometer langen Weg. Sieben Etappen wollen sie insgesamt bewältigen, die erste stand am Dienstagabend an, als die Reisegruppe mit dem Zug in Kirchmöser ankam.

22 Kilometer am Tag sind drin

Hier wurden sie bereits von Tobias Fleischer erwartet, der das Programm in der Havelstadt organisierte und die Pilger zunächst zur Havelfähre an der Niederhavel führte. Hier gab es Speis und Gesang, ehe sich die Pilger zum Nachtlager in der Gemeinde Heilige Dreifaltigkeit in der Neustädtischen Heidestraße aufmachten – natürlich per pedes. Insgesamt rissen die 18 in Magdeburg gestarteten Pilger an ihrem ersten Tag 13 Kilometer ab. „Das ist nicht viel, an guten Tagen laufen wir bis zu 22 Kilometer“, sagt Krüger. Für die ganz großen Entfernungen zwischen den sieben Etappen gönnen sich die Pilger allerdings Zugfahrten.

Höhepunkt der 24 Stunden in der laut Teilnehmern einhellig zur „wirklich schön herausgeputzten Stadt“ erkorenen Wiege der Mark war dann ein Gottesdienst, zu dem Deutsche und Polen, Katholiken und Protestanten gemeinsam in den Brandenburger Dom einluden. Unter den Augen von Ministerpräsident und Koordinator für die deutsch-polnische Zusammenarbeit, Dietmar Woidke (SPD), sowie Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann predigte hier Diözesanbischof Henryk Muszynski aus dem Pilger-Zielort Gniezno. Am Nachmittag zog die ökumenische Reisegruppe, nun verstärkt durch zwei Brandenburger, weiter in Richtung der polnischen Stadt, wo sie letztlich am 30. Juni erwartet wird.

Beitrag zur Völkerverständigung

Initiator Helmut Krüger ist indes mächtig stolz darauf, dass der Pilgerweg auch in diesem Jahr solch großen Zuspruch erfährt, nicht zuletzt durch den gemeinsamen Gottesdienst von Polen und Deutschen im hiesigen Dom. Er soll zur Völkerverständigung beitragen. „Die Pilgerreise steht stellvertretend für die Verwobenheit von Polen und Deutschen. Wir haben eine gemeinsame Geschichte. Und auch wenn die Grenzen sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder verschoben haben, so sind sie für die Kirche und ihre Gläubigen heute doch nicht mehr von Belang.“ Wichtig sei es doch, dass die Menschen zusammen kommen, sagt Krüger.

Die Pilger folgen auf ihrem Weg indes den Spuren von Kaiser Otto III. und seines Freundes, dem Heiligen Adalbert. Dieser liegt bis heute in der Kathedrale in Gniezno aufgebahrt. Der Weg nimmt zudem die großen christlichen Jubiläen in der Mitte Europas in den Fokus: 2015 das 850-jährige Bestehen des Brandenburger Doms, 2016 das 1050-jährige Jubiläum der Taufe Polens und in zwei Jahren das 500-jährige Reformationsjubiläum.

Von Philip Rißling

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