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Grundstücke mit Hochwassergefahr

Bauen in Golzow Grundstücke mit Hochwassergefahr

Bauland in Golzow ist knapp. Junge Familien finden kaum Platz für Neubauten. Im Innenbereich verkauft die Kommune jetzt die letzten Grundstücke am Mühlendamm. Doch der Untergrund ist wegen der Nähe zur Plane nicht unproblematisch. Anwohner warnen vor dem Grundwasser.

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Rechts der Plane besitzt die Kommune drei unbebaute Grundstücke im Innenbereich. Sie sollen jetzt verkauft werden.

Quelle: Heiko Hesse

Golzow. Schule, Kita, Supermarkt, Gastronomie und sogar ein Freibad. Es gibt Ärzte, eine Apotheke und zwei Bäcker. Die Autobahn ist nur ein paar Minuten entfernt. Das rund 1300-Einwohner zählende Golzow verfügt für eine Landkommune über eine gute soziale Infrastruktur und Verkehrsanbindung. Wer an der Plane Haus und Hof hat, bleibt seinem Dorf treu. Doch es fehlen Bauplätze für die jungen Leute. Hier und da gibt es noch eine Lücke. Einige wenige Gebäude stehen zum Verkauf. Doch der letzte Bebauungsplan für eine kleine Wohnsiedlung am Kirchfeld liegt 20 Jahre zurück.

Einwohnerzahl gesunken

Golzow könnte neue Bauplätze gut gebrauchen. Die Einwohnerzahl, die vor der Wende bei über 1500 lag, hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verringert. Mit einem durchschnittlichen Bodenrichtwert von um die 30 Euro ist Bauland in Golzow erschwinglich.

Verkehrsmäßig ist Golzow bestens angeboten. Durch den Ort führt die B 102, über die in acht Kilometer Entfernung die Autobahn 2 mit der Anschlussstelle Brandenburg erreicht wird. Die Landesstraßen 85 nach Brück und 86 nach Lehnin beginnen in der Gemeinde.

Verwaltungstechnisch gehört die eigenständige Gemeinde Golzow zum 1992 gegründeten Amt Brück. Golzow wechselte erst 2002 vom Amt Lehnin in das Amt Brück. Zu Golzow gehören die Gemeindeteile Grüneiche, Lucksfleiß, Müggenburg und Hammerdamm.

 

Wer kein Grundstück erbt, oder einen privaten Verkäufer findet, hat schlechte Karten. „Wir haben eine hohe Nachfrage nach Bauland. Leider kämpfen wir seit Jahren erfolglos um eine Erweiterung des Innenbereiches“, bedauert Bürgermeister Ralf Werner. Die Satzung ist auch schon seit 2001 in Kraft. Minimale Ergänzungen haben das Grundproblem in der Vergangenheit nicht gelöst. Eigentlich müsste Golzow seinen Flächennutzungsplan überarbeiten lassen, um neue potenzielle Bauflächen auf den Markt zu bringen.

Bürgermeister Ralf Werner

Bürgermeister Ralf Werner.

Quelle: Andreas Koska

Doch eine Aktualisierung kostet Zeit, Geld und dürfte bei den überregionalen Planungs- und Genehmigungsbehörden auf wenig Gegenliebe stoßen. Der Landesentwicklungsplan gewährt als zusätzliche Entwicklungsoption nur 0,5 Hektar pro 1000 Einwohner für einen Zeitraum von zehn Jahren für zusätzliche Wohnsiedlungsflächen. Für Golzow würde das theoretisch ein Zuwachs von nur einem neuen Grundstück (rund 660 Quadratmeter) pro Jahr bedeuten. Ein Dilemma, vor dem nicht nur Golzow steht. „Wir müssen das Thema komplex betrachten. Junge Familien, die sich in der Region niederlassen, sichern die Zukunft unserer Kitas und Schulen. Deshalb sind erhöhte Anstrengungen in der Planung nötig“, sagte Amtsdirektor Marko Köhler der MAZ.

Weil kurzfristig keine Entspannung in Sicht ist, hat Golzow bereits private Landbesitzer im Innenbereich dazu aufgerufen, Bauland bereit zu stellen. „Wir haben viele Gespräche gesucht. Schwerpunkt waren mögliche Lückenbebauungen. Aber richtig zu Potte gekommen sind wir nicht“, sagte Bürgermeister Werner auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung. Deshalb unternimmt die Kommune jetzt einen Vorstoß, um einige der letzten freien gemeindeeigenen Grundstücke im Innenbereich zu veredeln. Es handelt sich um ein Areal am Mühlendamm hinter dem ehemaligen Schlossgelände, im Volksmund Büdnergärten genannt. Im nicht öffentlichen Teil ihrer Versammlung haben die Abgeordneten dem Verkauf zugestimmt.

Auch das gibt es in Golzow

Auch das gibt es in Golzow: Für dieses bebaute Grundstück gab es bisher noch keinen Käufer.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Ob sich die Liegenschaft auch praktisch als Baugrund eignet, steht auf einem anderen Blatt. Zwar ist es hinter dem Mühlendamm schön grün, aber auch feucht. Die Anwohnerin und ehemalige Gemeindevertreterin Sylvia Hollstein hat da so ihre Bedenken. Es sei nicht zu begreifen, dass die Kommune die Flächen verkaufen wolle, kritisierte sie in der Einwohnerfragestunde. Hollstein verwies auf die Gefahr von ansteigendem Grundwasser bei Hochwasserlagen in der nahen Plane. Deshalb will die Kommune mögliche Käufer auf Nachteile hinweisen. Denkbar seien auch andere Nutzungen, zum Beispiel als Wiese. Verkauft werden soll in jedem Fall. Denn Golzow ist angehalten, jede Einnahmequelle auszunutzen. Die Gemeinde arbeitet mit einem Haushaltssicherungskonzept und braucht noch Jahre, um ihre Schulden abzubauen.

Von Frank Bürstenbinder

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