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07:00 05.01.2016
Brandenburger Vorlage für die Kulissenbauer: Topps „Nächtliche Stadt“ von 1917. Quelle: Wulf Holtmann
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Brandenburg/H

Der weltberühmte Stummfilmklassiker „Das Cabinet des Dr. Caligari“, der 1920 uraufgeführt wurde, hat seine Wurzeln vermutlich in Brandenburg an der Havel. Der legendäre und vielleicht berühmteste deutsche Stummfilm entstand 1919 und erzählt eine doppelbödige Geschichte über Mord und Wahnsinn. Das Drehbuch bezieht sich auf einen ungeklärten Mädchenmord am Hamburger Holstenwall. Gedreht wurde der Film in Potsdam-Babelsberg.

Der gesamte Film spielt in einer expressionistischen Kunstkulisse, die eigens für diesen Film gebaut wurde und ihn zur Sensation des Jahres 1920 machte. Die drei Kulissenbauer waren Mitglieder der Berliner Künstlervereinigung „Der Sturm“ von Herwarth Walden, wo sie den Brandenburger Maler Arnold Topp kennen lernten. Dieser war damals auf zahlreichen Ausstellungen in Berlin zu sehen.

Filmplakat des Streifens. Quelle: Repro: MAZ

Seine kubistischen Stadtlandschaften waren genau die Vorlagen, die sich die drei Bühnenbildner vorstellten: Sie schufen nach den Gemälden von Topp wie „Nächtliche Stadt“ von 1917 eine expressionistische Alptraumvision, die Kurt Tucholsky am 11. März 1920 in der „Weltbühne“ so beschrieb: „Caligari ist etwas ganz Neues. Der Film spielt – endlich! endlich! – in einer völlig unwirklichen Traumwelt“.

Der Film macht das Innenleben des Menschen sichtbar, Illusionen, Träume und Wahnvorstellungen werden lebendig. Er spielt in der fiktiven Stadt „Holstenwall“ zwischen Jahrmarkt, Altstadt und Irrenanstalt in bizarren, beklemmenden Räumen und Plätzen und erzählt die fantastische Geschichte eines Schlafwandlers, der nachts unter dem Einfluss des verbrecherischen Anstaltsdirektors Morde begeht. Die Filmkulissen machten „Caligari“ und damit den deutschen Film weltberühmt. Herwarth Walden beklagte später, die Bühnenbildner des Films hätten einen seiner Maler, Arnold Topp, plagiiert, natürlich ohne dafür zu bezahlen.

„Caligaris“ Erfolg verhalf dem deutschen Film nach dem Ersten Weltkrieg zur künstlerischen Weltgeltung. 1933 wurde er von den Nationalsozialisten verboten und 1937 auf der Schandausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt. Heute gilt der Film als Paradebeispiel des deutschen Expressionismus und ist auch der im Ausland wohl bekannteste deutsche Stummfilm.

Szene aus dem Film. Quelle: Repro: MAZ

Die Verbindung zwischen den Werken Topps und dem Stummfilm ist das Thema eines Vortrages von Undine und Wulf Holtmann, den Kuratoren der Ausstellung „stattbekannt“. Beginn ist am Freitag, 8. Januar, um 17 Uhr im Gotischen Haus in der Ritterstraße 86. Sie zeigen an ausgewählten Beispielen aus dem Werk Topps und dem Film Parallelen auf. Im Anschluss läuft der Film in der neu restaurierten Gesamtfassung (55 Minuten).

Von Wulf Holtmann

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