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Gut für Wassersportler, aber Radwege fehlen

Tourismuskonzept für Havelsee Gut für Wassersportler, aber Radwege fehlen

Mit der Entwicklung einer wassertouristischen Infrastruktur hat die Stadt Havelsee alles richtig gemacht. So verfügt allein der Ortsteil Pritzerbe inzwischen über drei Marinas. Mit dem Naturhafen Kützkow gibt es einen vierten über die Havel zu erreichenden Anlaufpunkt. Neben dem Tourismus rund ums Wasser bleibt jedoch noch einiges für den Fremdenverkehr zu tun.

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TU-Studentin Christin Parz übergibt das Tourismuskonzept an Havelsee-Bürgermeister Günter Noack.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Havelsee. Mit der Entwicklung einer wassertouristischen Infrastruktur hat die Stadt Havelsee alles richtig gemacht. So verfügt allein der Ortsteil Pritzerbe inzwischen über drei Marinas. Mit dem Naturhafen Kützkow gibt es einen vierten über die Havel zu erreichenden Anlaufpunkt. Neben dem Tourismus rund ums Wasser bleibt jedoch noch einiges für den Fremdenverkehr zu tun. Zu diesem Fazit kommt Christin Parz in ihrem Tourismuskonzept, das Bürgermeister Günter Noack für die Kommune in Empfang nahm. In ihrem umfangreichen Papier hat die Studentin der TU Berlin 34 Maßnahmen für die Ortsteile von Havelsee aufgezählt, mit denen das touristische Image der Stadt weiter aufgewertet werden könnte.

Havel als Kulisse

Havelsee entstand 2002 durch den Zusammenschluss der Stadt Pritzerbe und der umliegenden Orte Fohrde, Briest und Hohenferchesar. 2008 kam Marzahne hinzu.

Wichtigste Kulisse für den Tourismus ist die Havel. In den vergangenen Jahren hat sich der Wassersport rasant entwickelt. Am Fluss gibt es vier Marinas und einen Campingplatz in Kützkow. Der Pritzerber See grenzt an den Campingplatz Hohenferchesar und das Rohrwebereimuseum.

Neuer touristischer Anlaufpunkt in Pritzerbe ist der Finow-Maßkahn „Ilse-Lucie“. Im Laderaum gibt es eine Ausstellung über die Geschichte des Pritzerber Schiffbaus zu sehen. Sonntag am Tag des offenen Denkmals ab 12 Uhr geöffnet.

Das Tourismuskonzept ist Teil einer Masterarbeit, die Christin Parz im Rahmen ihres Masterstudienganges Stadt- und Regionalplanung an der TU erstellt. Das Konzept solle örtliche Planungsentwicklungen anstoßen, sagte die Studentin bei der Vorstellung ihrer Arbeit vor dem Tourismusausschuss der Stadtverordnetenversammlung. Nicht alle Vorschläge sind neu, nicht alle Ideen lassen sich ohne weiteres umsetzen. Sie sehe vor allem Bedarf an Beherbergungsmöglichkeiten und touristischen Radwegen, sagte die Studentin den Kommunalpolitikern.

Neue Marina an der Havel in Pritzerbe

Neue Marina an der Havel in Pritzerbe.

Quelle: Frank Bürstenbinder

In der Gemarkung Briest könnte zum Beispiel das einstige Ferienlager in der Parkstraße, welches sich in kommunalem Besitz befindet, für Übernachtungszwecke umgenutzt werden. Dieser Vorschlag setzt allerdings einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan voraus. Was die Rohrweberei in Pritzerbe anbelangt, plädiert Christin Parz dafür den Museumsstandort am Pritzerber See mit einem Biwakplatz für Wasserwanderer zu ergänzen. Naturschutzfachliche Belange sprechen momentan eher dagegen.

Wenn die Studentin ihre Masterarbeit verteidigt hat, soll das Tourismuskonzept durch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden und den Status eines städtebaulichen Konzeptes erhalten. Bürgermeister Noack sprach von einer „Fleißarbeit“, die sich gut ins Leitbild von Havelsee einfüge. „Dank der Buga haben wir derzeit so viele Besucher, wie wir uns nur wünschen können. Das Tourismuskonzept kann uns dabei helfen nachhaltig vom Gästeansturm in diesem Jahr zu profitieren“, so Noack. Nicht alle Ideen werden sich mittelfristig realisieren lassen. Problematisch sieht das Stadtoberhaupt vor allem den Bau von Radwegen, die ohne Zuschüsse Zukunftsmusik bleiben. Amtsdirektor Guido Müller hofft auf ein neues Förderprogramm des Landes zur touristischen Entwicklung, von dem auch Havelsee profitieren könnte.

Von Frank Bürstenbinder

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