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Gutachter hält Flutlichtmasten für sicher

Brandenburg an der Havel Gutachter hält Flutlichtmasten für sicher

Beim Kampf um den Erhalt der Flutlichtmasten des Stahl-Stadions in Brandenburg geht es schon lange nicht mehr nur um die Masten selbst, die sich riesenhaft über das Stadion und die Stadt erheben. Bei den Flutlichtmasten geht es den Stahl-Anhängern um Tradition – und um die Erinnerung an eine große Fußballzeit. Nun schöpfen sie wieder Hoffnung.

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Die Masten im Quenz-Stadion müssen nicht umgelegt werden: Das sagen nicht nur die Fans, das unterstreicht jetzt auch ein Gutachter.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg/H. Beim Kampf um den Erhalt der Flutlichtmasten des Stahl-Stadions am Quenz geht es schon lange nicht mehr nur um die Masten selbst, die sich riesenhaft über das Stadion und die Stadt erheben. Bei den Flutlichtmasten geht es den Stahl-Anhängern um Tradition, um die Erinnerung an eine große Fußballzeit, die untrennbar mit dem Stahlwerk und dem Stahlstadion mit seiner Flutlichtanlage verbunden ist.

Nun liegt es neues Gutachten des Professors Dirk Werner der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) vor. Der hat sich intensiv mit den vier Stahlmasten beschäftigt und kommt zu dem Schluss: „Abgesehen von rein wirtschaftlichen Erwägungen ist ein Erhalt der Masten möglich. An der Stahlkonstruktion ist, soweit das ohne intensive visuelle Prüfung auch von innen beurteilbar ist, kein Sanierungsbedarf. Zur Erhaltung ist örtlich der Korrosionsschutz wieder herzustellen. Der Nachweis der Standsicherheit gelingt mit den Berechnungsmodellen (...) auch bei Erfassung standzeitadäquater Abrostungen.“

Die Botschaft ist eindeutig: Anders als die Verwaltung die Stahl-Fans bisher glauben ließ, geht von den Masten, deren Abriss schon beschlossene Sache ist, offenbar keine Gefahr aus. Dirk Werner: „Die Gründungen müssen intensiver im Detail untersucht werden. Aber auch hier ist eine Sanierung vorstellbar. Da Schäden nur an den frei bewitterten Bereichen zu erwarten sind, kann der Aufwand relativ sicher erfasst werden.“ Für weitere Aussagen werde auf den vollständigen Prüfbericht verwiesen, der in Arbeit sei, so Werner.

Wie berichtet, hatten die Mehrheit der SVV das Ende der Masten jüngst besiegelt. Der städtische Immobilienbetrieb GLM hat in seinem Wirtschaftsplan für 2017 bereits fast 80 000 Euro Eigenmittel für den Rückbau der vier Stahlkolosse eingestellt. „Das von uns beauftragte Büro Köber-Plan mit seinen Prüfstatikern hat signalisiert, irgendwann nicht mehr die Gewähr für die Standsicherheit zu geben“, sagte Bürgermeister Steffen Scheller (CDU).

Er, Scheller, habe auch mit Professor Dirk Werner von der HTW gesprochen. Und der habe „mir erklärt, man könne die Masten sichern, müsse dabei aber den Aufwand beachten. Die Frage, wie viele Mittel uns das wert ist, müssten wir allerdings selbst beantworten“, sagte Scheller vor einiger Zeit.

Nun schreibt Werner: Bisher wurde der Standsicherheitsnachweis mit einer Abrostung von einem Millimeter an den Hauptschweißnähten und der Fundamenteinspannung bewertet. „Die tatsächliche Abrostungsrate wurde nie festgestellt und liegt rein rechnerisch bei unter einem Millimeter.“ Die Gegner des Abrisses, zu denen auch die SPD-Fraktion gehört, werten das vorgelegte Kurzgutachten Werners als Beleg dafür, dass man den Abriss noch hinauszögern könne und die 80 000 Euro GLM-Mittel statt dessen sinnvoll verbrauchen könne.

So meint die Vorsitzende der SPD-Fraktion Britta Kornmesser: „Die Masten sind laut Gutachten standsicher. Es besteht überhaupt keine Veranlassung diese aus Standsicherheitsgründen abzureißen.“ Überdies habe die Interessengemeinschaft ’Freunde des Stahlstadions’ bereits 22 000 Euro für den Erhalt der Masten gesammelt. Mit dem Geld könne man die von Werner angemahnten Arbeiten erledigen und ein Konzept erarbeiten, mit dem man die Flutlichtanlage ertüchtige.

In der Fan-Szene begrüßt man das Werner-Gutachten und hält das Köberplan-Gutachten – was wenig verwundert – für „eine Gefälligkeit“. Kornmesser: „Wir haben doch gar keinen Zeitdruck. Wir sollten das Geld nehmen und den Sonnenschutz in unseren Schulen wie vereinbart verbessern.“ Dass sich der Abriss stoppen lässt, scheint unwahrscheinlich: Die Ausschreibung zum Abriss ist erfolgt.

Von Benno Rougk

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