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Brandenburg/Havel Gute Chancen auf Ausbildung in der Region
Lokales Brandenburg/Havel Gute Chancen auf Ausbildung in der Region
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20:20 25.09.2016
Mitarbeiterinnen des Oberlandesgerichts stellten ihren Arbeitgeber vor. Quelle: Einbrodt
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Brandenburg/H

Die Frühaufsteher waren deutlich in der Überzahl. Für die Schülerinnen und Schüler aus Rathenow und Premnitz wurde ein Bustransfer eingerichtet, um den Besuch des 18. Berufemarktes am vergangenen Sonnabend auf dem Gelände des Technologie-und Gründerzentrums sowie den Räumen des Überbetrieblichen Ausbildungszentrums (ÜAZ) in der Stadt Brandenburg zu ermöglichen.

Der diesjährige Berufemarkt war nicht nur gut besucht, von Lehrern, Eltern, Jugendlichen, es waren auch deutlich mehr Unternehmen vertreten. 107 Aussteller warben unter dem Motto „ Ausbildungschancen Hoch 3“. Lisa Thiede von der Wirtschaftsförderung der Brandenburger Stadtverwaltung hält seit drei Jahren die organisatorischen Fäden dieser Veranstaltung in der Hand, seitdem die Region Westbrandenburg dazu zählt. So erweiterte sich die regionale Messe auf etwa 250 Berufsbilder. Und die junge Frau brachte gute Ideen ein. „Wir haben ganz bewusst nicht sortiert nach Handwerk, Bürojobs und Industrie. Alle präsentieren sich bunt durcheinander. Das weckt u.a. die Neugier bei Berufen, die bisher weniger von Mädchen gewählt wurden. Zumindest sahen sie schon mal interessiert zu, wie Tim Hentze einen Fugenglattstrich am Mauerwerk vorführte. Der Azubi muss noch zwei Jahre lernen, geschickt ging er jetzt schon mit der Maurerkelle um.

In anderen Bereichen werden wiederum junge Männer vermisst. So in der Pflegebranche. Corinna Lüdecke von „Alexa“ hat sich mit ihrer Chefin Susanne Eggert gut bei der Werbung für ihr Unternehmen abgestimmt. „Wir verschweigen nicht, dass die Arbeit körperlich hart sein kann, dass an Sonn- und Feiertagen gearbeitet wird. Aber wir machen auch auf die flexiblen Arbeitszeiten aufmerksam:“ Sie verweisen auf die Zusammenarbeit mit der medizinischen Fachschule hier in Brandenburg. „Soziale Berufe liegen im Trend“, weiß Corinna Lüdecke: „Wenn wir ehrlich und offen über die Arbeitsbedingungen informieren, gewinnen wir junge Menschen, die engagiert und verantwortungsbewusst sind.“ In diesem Punkt unterscheiden sich die Pflegekräfte kaum von anderen Berufsgruppen. Sie bieten Praktika, Schnupperkurse für Schüler an.

In der Praxis einen Beruf kennenzulernen, offen mit den Voraussetzungen umzugehen, das ist auch Andreas Massner von der Brandenburger Berufsfeuerwehr wichtig. Er freute sich über viele konkrete Fragen und erklärte die notwendigen Vorkenntnisse: Ein handwerklicher Beruf, eine gewisse soziale Reife der jungen Menschen, Vorkenntnisse im Rettungsdienst.

Am Stand des Oberlandesgerichts Brandenburg sagte Kathrin Krüger, Ausbilderin für Justizfachangestellte, der MAZ: „Diesen Beruf wünschen sich die Eltern gern für ihre Töchter.“ Auch das dicke rote Buch, in dem das Deutsche Recht gedruckt ist, schreckt durchaus nicht ab, denn die Angestellten und Azubis erzählen anschaulich über die abwechslungsreiche Ausbildung einschließlich der Einsatzmöglichkeiten an den Gerichten, im Strafvollzug, in der Staatsanwaltschaft. Natürlich wird auch nach dem Gehalt gefragt. Die Gerichte suchen noch gut ausgebildete junge Leute, die Arbeit wird bekanntlich nicht weniger.

Der Berufemarkt hätte sich gut entwickelt, war immer wieder beim Rundgang zu hören. Vor allem auch durch gute Präsentation. Und wer, wenn nicht die jungen Leute selbst, können Schülern zeigen, wie es geht. Dominic Müller und Julian Witt, Azubis in der Zahnradfabrik, machte es Spaß, hier zu reden. Manche hätten ihre Fragen schon vorher notiert.

Die jungen Menschen in der Region zu halten, gut ausgebildet, also mit konkreten Zukunftschancen, das ist letzten Endes das Ziel eines solchen Berufemarktes. Deshalb ziehen die Stadtverwaltungen an einem Strang mit Eltern und Lehrern. Neben der Brandenburger Oberbürgermeisterin Dr.Dietlind Tiemann waren es Bürgermeister Ronald Seeger aus Rathenow und Ralf Tebling aus Premnitz, die die Schirmherrschaft übernommen hatten.

„Das Interesse an Berufen wie Industriemechaniker oder Elektroniker ist groß“, freut sich auch Ralf Rust, Ausbilder im ehemaligen Kirchmöser Weichenwerk, jetzt im deutschen Verbund „voestalpine“. „Wir sind nicht nur heute hier, sondern fahren oft in die Schulen“, erklärt er die Strategie, guten Nachwuchs für die Region zu organisieren. Aber junge Leute wollen auch erst einmal die Welt kennenlernen, bevor sie sich entscheiden, sesshaft zu werden. Er verweist auf ein Projekt mit der Industrie- und Handelskammer, Azubis ins europäische Ausland zu vermitteln.

Früh aufgestanden sind übrigens am Sonnabend auch zahlreiche Azubis des ÜAZ. Sie haben freiwillig die Räume sauber gemacht und hergerichtet, die Kantine wurde geöffnet, so dass die Bedingungen für eine erfolgreiche Berufsorientierung gut waren. Für alle in der Region Westbrandenburg.

Von Brigitte Einbrodt

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