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Brandenburg/Havel Guten Appetit für alle: Die Tafel wird 20
Lokales Brandenburg/Havel Guten Appetit für alle: Die Tafel wird 20
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16:06 27.09.2017
Nach sieben Jahren im Vorstand überreicht Gabriele Beer den Vorsitz der Tafel an DRK-Chef Andreas Griebel. Quelle: Tobias Wagner
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Brandenburg/H

„Essen, wo es hingehört“. Unter diesem Motto verteilt die Brandenburger Tafel seit 20 Jahren Nahrungsmittel an die Bedürftigen der Stadt und verhindert das Verschwenden von Lebensmitteln durch die Industrie. Am Mittwoch feierte die gemeinnützige Organisation ihr Jubiläum im Dom.

Darüber hinaus gab es einen Wechsel im Vorstand. Vorsitzende Gabriele Beer übergab nach sieben Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit ihr Amt an Andreas Griebel, Geschäftsführer im DRK-Kreisverband. „Ich übernehme das Amt ehrfürchtig“, betonte Griebel. „Es ist schön, dass die Tafeln existieren, aber schlimm, dass immer mehr Menschen auf diese angewiesen sind“.

Die Tafeln bemühen sich mit ihren 25 000 bundesweit agierenden ehrenamtlichen Helfern für einen Ausgleich zwischen Armut und Überfluss. Denn nicht alle Menschen können sich Lebensmittel in entsprechender Qualität und Quantität leisten. Trotzdem vernichtet die Industrie täglich unzählige Lebensmittel, die im Wirtschaftsfluss nicht mehr verwendet werden können, aber qualitativ tadellos sind.

Die erste Tafel wurde 1993 in Berlin gegründet, etwa 940 Tafeln existieren heute im gesamten Bundesgebiet.

Die Brandenburger Tafel wurde am 1. Oktober 1997 gegründet und versorgt neben den Kunden des Tafelladens in der Wilhelmsdorfer Straße auch karitative und soziale Einrichtungen der Stadt sowie in Potsdam Mittelmark. Dazu zählen die Arbeiterwohlfahrt, das Frauenhaus und das DRK, aber auch eine Vielzahl von Einrichtungen für Kinder und Jugendliche. „Die steigende Zahl unversorgter Kinder ist besorgniserregend“, sagt Griebel.

Beim Festakt wurde auf eine wechselhafte Geschichte zurückgeblickt. Denn die Gründung der Tafel in der Stadt war schwieriger als erwartet. Nachdem sämtliche Hürden der Sozialverwaltung genommen waren, fehlten anfangs die Spender. Und von den wenigen die zur Verfügung standen, transportierte man die Lebensmittel per Privat-Auto zur Tafel, bevor es im Oktober 1998 das erste „Tafel-Auto“ gab. „Eine aufregende Zeit“, sagte Beer.

1997 lebten deutlich mehr Menschen in Brandenburg als heute, die Arbeitslosenquote betrug 21,9 Prozent. Die Folge war ein hoher Bedarf an sozialer Hilfe, der von den damaligen sieben Mitarbeitern der Tafel nur schwer gedeckt werden konnte. Heute leben in der Stadt 72 000 Menschen, die Arbeitslosenquote beträgt 9,1 Prozent. Dennoch verteilen die nunmehr 20 Mitarbeiter der Tafel täglich 50 Ausgaben, insgesamt 1200 im Monat. Anzahl steigend.

Zudem werden die Helfer immer älter, man sucht nach jungen Ehrenamtlern. Die wachsende Armut ist nicht zu leugnen, deswegen sei man für jede Hilfe dankbar.

Von Tobias Wagner

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