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Guter Saisonstart ohne Dauerbrenner

5. Brandenburger Operngala Guter Saisonstart ohne Dauerbrenner

Der rote Teppich war wieder ausgerollt, denn die Operngala zum Auftakt einer Spielzeit verlangt durchaus einen festlichen Rahmen. Damit sollte auch der geplante Einstand des neuen Chefdirigenten der Brandenburger Symphoniker, Peter Gülke, äußerlich gehoben werden. Leider musste er wegen Krankheit absagen. In die Bresche sprang Olivier Tardy.

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Quelle: Daniel Wandke

Brandenburg an Havel. Der rote Teppich war wieder ausgerollt, denn die Operngala zum Auftakt einer Spielzeit verlangt durchaus einen festlichen Rahmen. Damit sollte auch der geplante Einstand des neuen Chefdirigenten der Brandenburger Symphoniker, Peter Gülke, äußerlich gehoben werden. Aber leider musste er wegen Krankheit absagen. So ist sein Antrittsdirigat erst für das 1. Sinfoniekonzert Mitte des Monates vorgesehen. In dem Münchener Dirigenten Olivier Tardy fand man einen Musiker, der sich auf das vielseitige Programm einließ, der sicher und flexibel dirigierte und mit den Symphonikern sowie Gesangssolisten hörbar in gutem Einvernehmen war.

Stimmungsvoll und tonschön

Die bereits zum fünften Mal veranstaltete Operngala verzichtete auch diesmal auf Sängerinnen und Sänger, die man in den großen Opernhäusern landauf, landab, im Radio oder auf CDs erleben kann. Sie machte mit Künstlern bekannt, die an kleineren Häusern Erfolge feiern. Diemal hatte man nur wenige Wunschkonzert-Arien-Dauerbrenner ausgewählt. Die musizierten Opernausschnitte präsentierte man in der Moderation von Peter Fabers blockweise, so dass der Gedanke einer Nummern-Parade von Highlihgts erst garnicht aufkam. Dadurch konnten sich Charakter und Atmosphäre des jeweiligen Musiktheaterwerks eher durchsetzen. Begonnen wurde mit Carl Maria von Webers romantischer Oper „Der Freischütz“. Die Ouvertüre wurde von den Brandenburger Symphonikern unter der Leitung von Olivier Tardy stimmungsvoll und tonschön gespielt. Auch die anderen Ausschnitte wurden individuell auf das jeweilige Geschehen hin präsentiert. Klangintensiv und sensibel, knackig und wo nötig schmeichelnd weich musizierte das Orchester.

Hugo Mallet gab mit der Arie „Durch die Wälder, durch die Auen“ aus dem „Freischütz“ den vokalen Einstieg. Hierbei garantierte sein Tenor Glanz und Tragfähigkeit, bei der Gralserzählung des Lohengrin von Richard Wagner sowie den lyrisch-dramatischen Duetten aus Giuseppe Verdis „Othello“ musste sich Mallet jedoch weitgehend durch den Abend stimmlich stemmen. Alban Lenzen gestaltete die große Arie des Bösewichts Kaspar aus „Der Freischütz“ mit schwarzem schattierungsreichem Bassbariton, auch bei den Interpretationen des Beppo aus Ruggiero Leoncavollos veristischer Oper „Der Bajazzo“ war der Fokus seiner Stimme stets stabil und ausdrucksstark. Der dritte Sänger im Bunde war ein lyrischer Tenor.

Betsy Horne liefert Gesangs-Einlage des Abends

Der Bulgare Milen Bozhkov, der zumeist am Coburger Theater singt, konnte besonders in der Des Grieux-Traumerzählung aus „Manon“ von Jules Massenet überzeugen, die er mit Hingabe und Intimität sang. Die berühmte Arie des Lenski aus Peter I.Tschaikowskis „Eugen Onegin“ blieb trotz schöner Töne in der Gestaltung blass. Bei dem Duett Manon /Des Grieux ließ er sich von der intensiv singenden, zur Stimmschärfe und zur Überzeichnung neigenden Sopranistin Katja Bödner mitreißen. Die Sängerin, die gegenwärtig in Bremerhaven ihre künstlerische Heimat hat, konnte mit dem Vogellied der Nedda aus „Der Bajazzo“ mit leuchtend-leichtem Sopran überzeugen, auch das Gebet der Desdemona aus Verdis „Otehello“ hatte ergreifende Momente.

Das Gesangs-Ereignis des Abends lieferte jedoch die aus Kalifornien stammende Betsy Horne, die in dieser Spielzeit an der Leipziger Oper die Arabella von Richard Strauss verkörpern wird. Die Sopranistin sang ganz unaufgeregt mit hoher Kultur, Geschmack und farbenreicher Stimme die bewegende Briefszene der Tatjana aus „Eugen Onegin“, mit großer Innigkeit Elsas Traum aus „Lohengrin“ und berührender Zärtlichkeit die Desdemona im Duett mit Othello.

Das Publikum zollte allen Mitwirkenden nach jeder Darbietung herzlichen Beifall, der sich nach dem Finale noch steigerte.

Von Klaus Büstrin

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