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Gutes tun in Bububu

Junge Brandenburgerin engagiert sich Gutes tun in Bububu

Viele sprechen darüber, sie tut’s: Die Brandenburgerin Mareike Lange reist Anfang September für vier Wochen nach Tansania. Die Studentin nutzt ihre vorlesungsfreie Zeit, um in dem ostafrikanischen Land nicht etwa zu entspannen und die Beine hoch zu legen – sie wird vielmehr auf der Urlauberinsel Sansibar ehrenamtlich in einem Waisenhaus arbeiten.

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Mareike Lange will in einem Waisenhaus in Tansania arbeiten.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Brandenburg an der Havel. Sansibar? Na klar, ein Tropenparadies. Sehnsuchtsort für Millionen Sonnenhungrige, der mit Luxushotels, Traumständen und unvergesslichen Zeiten fernab des Alltags lockt. Wer an die Insel im Indischen Ozean denkt, dem kommen zwangsläufig derlei Assoziationen in den Sinn. Wenn Mareike Lange an Sansibar denkt, ist das ganz anders.

Die junge Brandenburgerin hat sich zwar dazu entschieden, ihre Semesterferien auf der ostafrikanischen Insel zu verbringen. Mitnichten wird sie dort aber die Beine hochlegen und vom Alltag entspannen. Mareike wird auf der Urlauberinsel vielmehr ehrenamtlich in einem Waisenhaus arbeiten.

Auf eigene Kosten nach Ostafrika

Die 26-Jährige wird den gesamten September in dem 40.000-Einwohner-Ort Bububu verbringen, um dort in einem Waisenhaus mit angeschlossener Schule arbeiten. Vier Wochen lang wird Mareike dort in der Tagesgruppe der Montessori-Schule eingesetzt.

Wie kam die junge Frau dazu, auf eigene Kosten in ein ihr völlig fremdes Land reisen zu wollen, um dort ehrenamtlich tätig zu sein? „Der Wunsch, etwas Ehrenamtliches zu tun, war irgendwie schon lange präsent. Das geht ja vielen Schulabgängern oder Studenten so. Zeit ist genug vorhanden und das Leid in vielen Ecken der Welt groß“, sagt Mareike über ihre Beweggründe.

Den letzten Anstoß, wirklich aktiv zu werden, gab ein Konzert des Sängers Maxim zu Jahresbeginn. „Der stand auf der Bühne und hat sich darüber beklagt, dass die Menschen in Deutschland immer nur reden, aber nichts für die Armen und Schwachen tun. Er forderte auf mutig zu sein und Dinge verändern zu wollen. Das hat mich beeindruckt.“ Mareike fuhr nach Hause und wollte nun nicht mehr eine der vielen sein, die zwar reden, aber ihr Leben einfach weiter leben.

Vorlesungsfreie Zeit sinnvoll nutzen

Zuhause vor dem PC begann sie zu schauen, auf welchem Fleckchen Erde ihre Hilfe gebraucht werden könnte. „Gar nicht so einfach, es gibt ja mittlerweile hunderte Organisationen.“ Mit Kindern wollte sie arbeiten, das war für die angehende Erziehungswissenschaftlerin klar. Zudem sollte sie in ihrem Zielland auch mit der englischen Sprache weiter kommen. Schließlich fiel die Wahl auf Bububu, Sansibar.

In der „Montessori School and Orphanage“ wird sie Anfang September bereits erwartet. 35 Waisenkinder leben dort, gehen zur Schule und werden ganztags betreut. Ein bisschen Bammel hat Mareike wenige Wochen vor dem großen Abenteuer, obschon sie in der Arbeit mit Kindern durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit in einer Brandenburger Kindertagesstätte bereits Erfahrungen hat. „Wie werden mich die Kinder dort aufnehmen? Wie ist das Zusammenleben dort? Ein wenig ist das Ganze schon eine Wundertüte“, blickt Mareike freudig, aber auch gespannt in die nahe Zukunft.

Spendensammeln per Crowdfunding

Dass sie die Kosten für ihr hehres Engagement selbst tragen würde, war für Mareike Lange von Beginn an klar. „Natürlich hätte ich von dem Geld auch einen tollen Urlaub verbringen können“, sagt sie. „Wenn ich aber stattdessen anderen helfen kann und dabei noch Erfahrungen sammle, die mir niemand mehr nehmen kann, ist das doch eine gute Sache“, ist sie überzeugt.

Da sich die Kosten für die Partnerorganisation, Flüge, Visa und Impfungen bereits vor dem Abflug auf über 2.500 Euro summiert haben, hat Mareike eine Spendenaktion gestartet. Per Crowdfunding kann jeder, der ihr Vorhaben unterstützenswert findet, einen frei wählbaren Betrag dazu geben. Die Aktion läuft noch bis 20. August im Netz.

535 US-Dollar sind bis Mittwoch bereits auf dem Konto eingegangen. „Ich freue mich natürlich über jeden Betrag“, sagt die Studentin, die für ihr Vorhaben bereits an die eigenen Ersparnisse ran musste. „Und ein bisschen was kommt vor Ort noch auf mich zu“, weiß sie. Wohnen wird Mareike in den vier Wochen direkt im Waisenhaus, zwei Mahlzeiten bekommt sie am Tag – das war es dann mit der Entlohnung.

Fernab der finanziellen Belastung überwiegt aber eindeutig die Vorfreude: „Ich freue mich einfach total auf die Zeit und bin gespannt, was dort passiert“, sagt sie. „Am meisten natürlich auf die Kids, die ihre Eltern verloren haben und jede Menge Liebe gebrauchen können.“ Die will sie ihnen vier Wochen lang geben.

Von Philip Rißling

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