Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg/Havel „Hände weg vom Slawendorf!“
Lokales Brandenburg/Havel „Hände weg vom Slawendorf!“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:46 05.11.2018
Beim Rolandspectaculum 2018 im Slawendorf in Brandenburg an der Havel ging es entspannter zu als bei der Diskussion über die Zukunft des ABM-Projektes in bester Innenstadtlage. Quelle: Christine Lummert
Brandenburg/H

Mit der Idee, das Areal des Slawendorfes in die Diskussion darüber einzubeziehen, wo in Brandenburg in Zukunft ein Hotel gebaut werden könnte, hat der Fraktionschef der Christdemokraten Jean Schaffer in ein Wespennest gestochen.

Diese Idee werde als „Rohrkrepierer enden“, erklärten am Wochenende die Linken Andreas Kutsche und Heidi Hauffe diskussionslos. Die Linken würden sich „klar gegen den Verlust des Slawendorfes an dieser Stelle“ aussprechen. Auch sei klar, dass „das geschaffene Kleinod so nicht wieder an anderer Stelle entstehen würde.“

Der Wiesenweg ist „nicht unattraktiv“

Kutsche: „Sollte ein Hotel an dieser Stelle gebaut werden, kann es nur im Einklang mit dem Slawendorf geschehen. Aus meiner Erfahrung als Familienvater ist das Kleinod ein beliebter Anziehungspunkt für Familien mit oder ohne Kinder.“ Auch Heidi Hauffe kennt sich aus: „Für Kindergartengruppen und Schulklassen ist es bestens geeignet, um an die geschichtliche Epoche zu erinnern und sie erlebbar zu machen.“ Was beide nicht erwähnen: Der Versuch das Gelände als Slawendorf selbst langfristig zu verpachten, ist mehrfach gescheitert. Sowohl 2010 als auch 2013 fand sich kein Betreiber. In der Stadtplanung spielt das Gelände eine ganz andere Rolle.

Für die Linke gäbe es zwei Plätze für das Hotel: den Grillendamm oder die Freifläche an der Havel am Wiesenweg. Die sei „nicht unattraktiv. Die Zuwegung ist zur Umgehungsstraße optimal. Eine Buslinie könnte über den Wiesenweg geführt werden und so den Schülerverkehr hin zum Gymnasium verbessert“ werden.

„Ersatzloses Schleifen kommt nicht in Frage“

Dort sei ein Wasserweg vorhanden, ein Rad- und Fußweg führt entlang an der Havel direkt in die Innenstadt. In Verbindung mit der E-Bikes und autonom fahrenden Kleinbusse wären „die vermeintlichen Entfernungen auch sehr gut zu bewältigen“.

Auch die Freien Wähler (FW) haben sich unter der Überschrift: „Hände weg vom Slawendorf!“ zu Wort gemeldet. Fraktionschef Dirk Stieger meint: „Wenn in der Standortdiskussion möglicher Hotelentwicklungen das Slawendorfes genannt wird, gilt für uns: Ein ersatzloses Schleifen kommt mit uns nicht in Frage.“

„Erlebniswelt am Havelufer“

Die FW stünden zum Slawendorf „als ein wichtiges Mosaikteil unserer touristischen Angebote und als Freizeit-und Erholungseinrichtung vieler Brandenburger.“ Was Stieger noch nicht – aber einer seiner Mitstreiter – verrät: Seit geraumer Zeit planen die FW, des Slawendorfes abzureißen und an anderer Stelle – womöglich in der Nähe der Verkehrsbetriebe in Hohenstücken – neu entstehen zu lassen.

Sie brauchen das Grundstück für ihr Projekt das unter dem Namen „Erlebniswelt am Havelufer“ zwischen Jahrtausendbrücke und Luckenberger Brücke firmiert. In dem Zusammenhang werben Vertreter der FW im Rathaus schon länger dafür, den Projektentwickler Bernd Jansen das Gelände der zerstörten Saldria am Salzhof mit Wohnungen und Geschäften im Erdgeschoss bebauen zu lassen.

Nur eine Diskussionsgrundlage

Zur Ehrrettung Schaffers sei bemerkt: Er beschrieb seinen Vorstoß als Diskussionsgrundlage, zu der auch eine Verlegung des Slawendorfes an den Marienberg gehören könnte. Und die SPD-Fraktionschefin Britta Kornmesser hatte auch nur erklärt, sie sei bereit über das Thema zu reden um gemeinsam Lösungen zu suchen.

Das Slawendorf hat eine Größe von 1,4 Hektar, Zugang zur Havel sowie zwei Boote. Dazu kommen Übernachtungshütten mit 36 Betten und ein kleiner Gastronomiebereich in dem festen Verwaltungsgebäude, das zum Slawendorf gehört. Das Erlebnisdorf zwischen Jahrtausend- und Luckenberger Brücke war lange Zeit eines der Lieblingsprojekte der Brandenburger Lokalpolitik und der BAS.

Niemand wollte das Dorf und die anderen BAS-Projekte haben

Ungezählte Arbeitsstunden von Ein-Euro-Jobbern und ABMlern wurden dort geleistet, öffentliche Gelder in kaum noch nachvollziehbarer Größenordnung wurden dort verbaut. So entstand über die Jahre eine Nachbildung einer slawischen Siedlung mit einer kleinen Wallburg aus der Zeit des 11. Jahrhunderts. Die Besucher, immerhin einige Tausend pro Jahr, erhielten dort die Möglichkeit, neben der Besichtigung von Ausschnitten aus der Geschichte die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Slawen vor etwa 1000 Jahren aktiv nachempfinden zu können.

Anfang 2010 und 2013 unternahm die BAS den Versuch, das Gelände an den Mann, respektive einen Verein zu bringen. Doch die Ausschreibung scheiterte. Geplant war, dem Slawendorf-Betreiber auch das Märchenwaldprojekt und die Technikausstellung zu geben, die die BAS damals betreute, sagte BAS-Chefin Margitta Scholz.

Von Benno Rougk

Schokolade im Wert von mehr als 60 Euro hat ein junger Ladendieb bei Rewe in den Rucksack gesteckt und nicht bezahlt. Der Ladendetektiv erwischte den Osteuropäer, der illegal in Deutschland lebt.

05.11.2018

Gleich zwanzig Schränke von Mitgliedern haben Unbekannte im Anglerheim am Wiesenweg aufgebrochen. Erbeutet haben sie laut Polizei Anglerutensilien und Werkzeug.

05.11.2018

Ganz schön dreist. Ein Bautrupp aus Bulgarien macht sich ohne Erlaubnis daran, ein Stahldach abzubauen. Dessen Chef behauptet, seine Mitarbeiter dürften das. Doch den Beweis bleibt er schuldig.

05.11.2018