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Brandenburg/Havel Hamlet im Schnelldurchlauf: Klassiker in Kurzfassung auf der Studiobühne
Lokales Brandenburg/Havel Hamlet im Schnelldurchlauf: Klassiker in Kurzfassung auf der Studiobühne
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18:32 26.02.2019
Die Schauspieler Vlad Chiriac, Michael Schwager und Carsta Zimmermann (von links) schlüpfen in elf Rollen. Quelle: Rüdiger Böhme
Brandenburg/H

Mit einer ganz eigenen Fassung von Shakespeares „Hamlet“ begeisterte am Montag das Berliner Hexenberg-Ensemble in der Studiobühne des Brandenburger Theaters sein Publikum. Auf 90 Minuten komprimiert und auf das Wesentliche reduziert haben die Schauspieler die Geschichte über den dänischen Hof erzählt. Das Berliner Regieduo Gabriele Blum und Peter Kaempfe haben die Aufführung inszeniert.

Dabei glänzten die drei Darsteller Carsta Zimmermann, Michael Schwager und Vlad Chiriac in elf unterschiedlichen Rollen und hatten so Gelegenheit, ihr komödiantisches Können voll zu entfalten. Immerhin verlangt diese Inszenierung eine temporeiche Gratwanderung zwischen Komödie und Tragödie, die den Zuschauer vom ersten Moment an in das Stück mit einbezieht, emotional beutelt und schließlich gut unterhält.

Fulminantes Wechselbad der Gefühle

Alles prallt in diesem Stück schnell und gewaltig aufeinander, überrascht und bietet ein fulminantes Wechselbad der Gefühle. Shakespeares Drama, in dem es das alte Dänemark nicht mehr gibt und eine neue Zeit beginnt. Endlich die Chance für einen Neuanfang. Macht oder Ohnmacht, Liebe oder Hass, Wahrheit oder Lüge, Sein oder Nichtsein, früher wie heute. Das Alte geht, das Neue kommt. Wird es eine bessere Zukunft geben? Das ist hier die Frage.

Dabei kam das Publikum selbst zum Zuge. Zuerst bei der Begrüßung des neuen dänischen Königspaares, wo die Zuschauer mit wehenden Winkelementen, die selbstverständlich die dänische Flagge symbolisierten und fleißig verteilt wurden, und lauten Rufen das gemeine und die Herrschaft liebende Volk spielen und lauthals jubeln durften.

Das Publikum hilft mit

Später unter Einbeziehung durch die Schauspieler zur Lösung von Fragen. Und sie agierten als Hilfe und Stütze, um Requisiten in dem eher spartanisch mit nur einem Thron ausgerüsteten Bühnenbild zu ersetzen.

Doch ein Bühnenbild brauchte man bei dieser Inszenierung sowieso nicht, füllten doch die Darsteller auf der Bühne mit ihrer Präsenz allen Raum aus. Und sie wussten sich auf das Wesentliche, die Thematik, zu konzentrieren.

Kurzweiliges Erlebnis – im wahrsten Sinn des Wortes

So geriet die Aufführung zu einem im wahrsten Sinne des Wortes kurzweiligen Erlebnis. Die Zuschauer konnten ein großes Drama aus völlig neuen Blickwinkeln und manchem Verweis auf aktuelle Themen erleben.

Und so sollten am Ende nicht die Schauspieler dem Publikum danken, sondern das Publikum den Schauspielern dafür, dass es mit ihnen gemeinsam dieses in seiner Ausstattung spartanische, aber in der Darstellung fulminante Erlebnis teilen durfte.

Von Rüdiger Böhme

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