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Brandenburg/Havel Hammerangriff auf Kollegin: „Fremde Macht“ ist schuld
Lokales Brandenburg/Havel Hammerangriff auf Kollegin: „Fremde Macht“ ist schuld
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17:08 09.08.2018
Tatort war der Getränkemarkt der Lebenshilfe Am Gallberg. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Brandenburg/H

Vor dem Landgericht Potsdam hat der Prozess gegen den Mann begonnen, der seine Arbeitskollegin eingesperrt, mit einem Hammer niedergestreckt und schwer verletzt hat. Der Angeklagte schiebt die Schuld auf eine „fremde Macht“.

Torsten H. (61) leidet an paranoider Schizophrenie, ist aber bis zum 8. August 2017 ein unauffälliger Mitarbeiter im Getränkemarkt der Lebenshilfe Brandenburg(/Havel am Gallberg. 18 Jahre lang arbeitet er dort, kommt nur einmal zu spät, weil die Straßenbahn nicht fährt.

Der psychisch kranke Mann hat Spaß an der Arbeit an der Ladenkasse und bei der Auslieferung. Nichts deutet offenbar auf den Gewaltausbruch hin.

Erst Seiteneingang verschlossen

Am Morgen des 8. August ist Torsten H. wieder an seinem Arbeitsplatz, noch ehe der Getränkemarkt öffnet. Der Mann, der in den siebziger Jahren eine Ausbildung zum Melker und Schweinezüchter gemacht hat, holt sich den Schlüsselbund und verschließt die Tür zum Seiteneingang. Inzwischen ist seine noch relativ neue Arbeitskollegin eingetroffen, die im Hinterraum den Fußboden sauber macht. Da nimmt Torsten H. den schweren Schlosserhammer aus dem Werkzeugschrank, nähert sich der Kollegin von hinten und schlägt ihr mit dem Hammer auf den Hinterkopf, dass es blutet.

Die verletzte Frau flüchtet zum Hinterausgang, doch der ist verschlossen. Torsten H. holt erneut aus und schlägt seinem Opfer mehrfach auf den Kopf und ins Gesicht. Dabei soll er gerufen haben: „Du kommst hier heute nicht mehr raus.“

Flucht in den Waschraum

Die Frau kann einige Schläge abwehren, ist aber getroffen. Sie schafft es schließlich, in den Waschraum zu flüchten, sich dort von innen einzuschließen und die Polizei zu rufen. Die Beamten nehmen den Angreifer wenig später fest.

Der Angeklagte ist zum Prozessauftakt ein Jahr später sehr aufgeregt. Er weint, kann anfangs kaum reden. Eine Erklärung für seinen Gewaltausbruch hat er nicht. „Normal war das nicht, was ich da gemacht habe“, räumt er im Gerichtssaal ein. „Ich wollte das eigentlich nicht.“

Auf Nachfrage gibt Torsten H. einer „fremden Macht“ die Schuld. „Sie hat mich ergriffen, dann ging alles wie von selber. Als es vorbei war, war auch die fremde Macht weg.“

Schädel-Hirn-Trauma und Nasenbruch

Das Opfer erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma, eine gebrochene Nase, Platz- und Quetschrisswunden am Kopf und im Gesicht sowie Prellungen am Knie und Oberarm. Die Frau soll am nächsten Prozesstag als Zeugin gehört werden. Torsten H. vergewissert sich, dass er ihr wieder gut geht.

Von Jürgen Lauterbach

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