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Brandenburg/Havel Stadt soll um Harley-Davidson werben
Lokales Brandenburg/Havel Stadt soll um Harley-Davidson werben
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15:38 09.08.2018
Kommunalpolitiker Carsten Eichmüller ist ein Fan des Kult-Motorrades Harley-Davidson und wünscht sich die Produktion in Kirchmöser.
Brandenburg/H

Sie meinen es ernst und sehen ihren Vorstoß nicht als politischen Gag im Sommerloch an: Wenn der US-amerikaische Motorradhersteller Harley-Davidson einen neuen Produktionsstandort in Europa, vielleicht in Deutschland sucht, dann könne der auch im Gewerbe- und Industriegebiet Kirchmöser sein. Der SPD-Ortsvorstand von Kirchmöser/Plaue hat nun Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) aufgefordert, die städtische Wirtschaftsförderung tätig werden zu lassen und für den Standort im Grünen zu werben.

„Mit dem Einführen von Strafzöllen bei der Einfuhr von Stahl und Aluminium beginnt US-Präsident Donald Trump den freien Welthandel empfindlich zu stören. Als Gegenreaktion erhebt die Europäische Union nun ebenfalls Strafzölle, unter anderem auf Motorräder“, schreibt Ortsvereinsvorsitzender Carsten Eichmüller. „Um diesen Strafzöllen zu entgehen, plant die Harley Davidson Motor Company aus Milwaukee, US-Bundesstaat Wisconsin, verstärkt im Ausland Motorräder zu bauen. In Berlin glaubt man, dass die Stadt ein hervorragender Standort für Harley Davidson sein könne. Man hat sich bereits bei Harley Davidson präventiv ins Gespräch gebracht.“ Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Berlin Partner, Stefan Franzke, hat laut „Handelsblatt“ ein entsprechendes Bewerbungsschreiben an Harley-Davidson-Chef Matthew Levatich abgeschickt.

Elektro-Bike in Vorbereitung

Das Unternehmen Harley-Davidson Motor Co. wurde 1903 in Milwaukee, Wisconsin (USA) von William S. „Bill“ Harley (1880–1943) und Arthur Davidson (1881–1950) gegründet. Die Firma ist eine der ältesten Motorradhersteller der Welt, der bis heute Motorräder produziert.

„More Roads to Harley-Davidson“ heißt ein kürzlich veröffentlichtes Programm, in dem ein radikaler Wandel hin zu Elektro-Bikes und leichteren Modellen verkündet wird. Aber Tourer und Cruiser soll es weiter geben.

„Wir als SPD-Ortsverein Kirchmöser/Plaue glauben, dass auch die Stadt Brandenburg an der Havel mit dem Industriegebiet Süd in Kirchmöser ein aussichtsreicher Standort sein kann.“ Dafür sprächen mehrere Gründe: Wie Milwaukee sei auch Brandenburg/Kirchmöser ländlich geprägt, Harley Davidson mit seiner Werbestrategie, die auf Freiheit und Weite gerichtet ist, passe gar nicht in eine enge Großstadt. Über die Eisenbahn gebe es schnelle Anbindungen nach Berlin und in die westeuropäischen Handelszentren, so dass Mitarbeiter wie auch Material und Produkte schnell an- und abtransportiert werden können. Zudem gebe es einen Wasseranschluss mit Hafen in Kirchmöser. Das Industriegebiet Süd in Kirchmöser sei erschlossen und biete Harley Davidson viel Platz. Auch mögliche Zulieferer könnten sich dort niederlassen. „Die Quadratmeterpreise sind hier mit Sicherheit niedriger als in Berlin, zudem kann die Stadt der Harley Davidson Motor Company in eventuellen Investitionsverhandlungen weiter entgegenkommen“, schreiben Eichmüller sowie Karsten Dierich, Gerd Sondermann sowie Ortsvorsteherin Lieselotte Martius.

Mit dem ZF-Werk in Brandenburg an der Havel gebe es sogar einen möglichen Zulieferer direkt vor Ort. Eines der beiden Oberstufenzentren lehre die Fachrichtungen Metall und Fahrzeugbau, die Schule könnte bei der Ausbildung von Mitarbeitern schnell erreichbarer Partner sein.

„Bei einer ernsthaft absehbaren Investition im Industriegebiet Kirchmöser Süd würden der Bund und das Land Brandenburg sicher auch wieder verstärkt über den Autobahnzubringer zur BAB 2 nachdenken“, sind sich der Verfasser sicher.

Sie seien sich bewusst, dass das im Moment nicht mehr als eine Idee, eine Vision oder Träumerei ist. Aber mit Blick auf den möglicherweise weiter steigenden Protektionismus im Welthandel könnten die Absichten von Harley Davidson konkreter werden und dann sollte man vorbereitet sein und sich zumindest ins Gespräch gebracht haben.

Im Rathaus ist das Schreiben noch nicht bei OB Scheller angekommen, sagt sein Stabchef Karl-Hein Erler. „Der Gedanke war uns auch schon gekommen, doch derartige große Ansiedlungen werden über die Wirtschaftsförderung des Landes unter Steffen Kammradt koordiniert. Wir würden ja ganz gut in die Wirtschaftscluster Metall und Automotive passen.“ Zudem kann sich Erler durchaus „optimistisch vorstellen“, dass Scheller sich entscheidet, selbst einen Brief mit einer Art Bewerbung nach Milwaukee zu schicken. Dem Hörensagen nach habe sich schließlich auch Frankfurt (Oder) um den Standort beworben.

Von André Wirsing

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