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Haus Schenkenberg wird zur asiatischen Pagode

Buddhisten feiern Einweihung Haus Schenkenberg wird zur asiatischen Pagode

Hunderte Vietnamnesen haben die Einweihung einer buddhistischen Tempelanlage in Schenkenberg gefeiert. Dabei handelt es sich um das frühere Haus Schenkenberg. Wo früher getanzt wurde, ist heute der Buddha-Saal. In den nächsten Jahren ist der Umbau zu einer Pagode nach asiatischem Vorbild geplant.

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Der Buddha-Saal ist das Zentrum der neu geweihten Tempelanlage in Schenkenberg. Im Laufe der nächsten Jahre soll die einstige Dorfgaststätte zu einer asiatischen Pagode umgebaut werden.

Quelle: Rüdiger Böhme

Schenkenberg. Wo früher die Schenkenberger schwoften, beten junge Männer in Anzügen und zierliche Frauen in bodenlangen Seidenkleidern Buddha an. Die einstige Bühne dient als Altar. Davor stehen Tische voller Obst, Blumen und Gebäck – alles Gaben für den „Erwachten“. Trotz der religiösen Gesten herrscht eine ausgelassene Stimmung rund um das frühere Haus Schenkenberg. Hunderte Menschen, vor allem Vietnamnesen, feiern das Ullambana Fest. Es ist das buddhistische Pendant zum Muttertag.

Bethaus und Treffpunkt

Die größte Anhängerschaft in Vietnam hat der Buddhismus, genauer der Mahayana Buddhismus. Diese Richtung des Buddhismus wird auch in Schenkenberg praktiziert. Die Phuc Lam Pagode versteht sich als offenes Haus auch für andere Religionen und als kultureller Treffpunkt. Unter anderem soll es Meditationskurse für jedermann geben. Programme werden an der Info-Tafel am Hauseingang veröffentlicht.

Getragen wird die Tempelanlage von Anhängern aus dem Raum Brandenburg-Potsdam und der näheren Umgebung. Durch Spendensammlungen soll in den nächsten Jahren der Umbau der jetzigen Aufbauten auf dem knapp 3000 Quadratmeter großen Grundstück zu einer asiatischen Pagode ermöglicht werden.

Mitten in Schenkenberg hat sich die Welt verändert. Der aus Vietnam stammende Mönch Thich Thong Dat, mit bürgerlichem Namen Quoc Huy Phan, ist neuer Eigentümer der geschichtsträchtigen Immobilie. Am Sonntag wurde in einer feierlichen Zeremonie der Grundstein für ein religiöses Zentrum der Buddhisten, die Phuc Lam Pagode, gelegt. Sinngemäß lässt sich Phuc Lam mit glücklicher Wald übersetzen. Bislang hat das Anfang der 1930er-Jahre errichtete Gebäude, in das einst Schenkenberger Siedler ein und aus gingen, nichts mit einer Pagode nach fernöstlichem Vorbild gemein.

Mönch und Tempelvorsteher Thich Thon Dat vor einem Modell der künftigen Pagode

Mönch und Tempelvorsteher Thich Thon Dat vor einem Modell der künftigen Pagode.

Quelle: Rüdiger Böhme

Doch das soll sich in den nächsten Jahren ändern. Über 700 000 Euro will der Vorsteher des Hauses einsammeln, um das Objekt Kastanienallee 1a zu einer Pagode umzubauen, wie man sie von Ansichtskarten aus Asien kennt. Ein Modell mit geschwungenen Dächern und einem turmartigen Gebäude gibt es schon. Auf großen Plakaten werben die Buddhisten bei ihren Anhängern für die Zukunftspläne. Diese kamen nicht nur aus Deutschland zur Einweihung des Tempels. „Wir haben auch Gäste aus Polen, Tschechien und Holland in Schenkenberg“, sagte Sandra Seidel, Dolmetscherin und Anhängerin der buddhistischen Lehre.

Buddhistische Würdenträger kommen in einer Prozession zur Einweihung der Tempelanlage

Buddhistische Würdenträger kommen in einer Prozession zur Einweihung der Tempelanlage.

Quelle: Rüdiger Böhme

Zu den Gästen der Feierlichkeiten gehörten sowohl Vertreter der vietnamnesischen Botschaft, verschiedene buddhistische Würdenträger und der Bürgermeister von Groß Kreutz (Havel), Reth Kalsow (CDU). Das Gemeindeoberhaupt hat ein besonderes Verhältnis zu der umgewidmeten Immobilie. Zehn Jahre war Kalsows Mutter Edith dort Pächterin. 1993 konnte sie die frühere HO-Gaststätte von der Treuhand kaufen. Nach ihrem Tod 1996 führte Reth Kalsow das Haus Schenkenberg bis zu seiner Wahl als hauptamtlicher Bürgermeister 2003 fort. Nach dem Scheitern von drei Verpachtungen entschloss sich Kalsow zu einem Verkauf an den buddhistischen Mönch.

Während der Einweihungsfeierlichkeiten

Während der Einweihungsfeierlichkeiten.

Quelle: Rüdiger Böhme

Thich Thong Dat bedankte sich in seiner Rede ausdrücklich bei den vielen Nachbarn: „Wir sind herzlich aufgenommen worden.“ Bereits am Sonnabend hatte die buddhistische Gemeinschaft die Anwohner zu einem Programm in den Buddha-Saal eingeladen. Schenkenbergs Ortsvorsteher Christian Sommer überreichte dem Abt eine Magnolie mit den besten Wünschen zur Tempeleinweihung. Zunächst werden vor allem Laienbuddhisten an den Wochenenden kommen, um ihre Religion zu praktizieren. Später einmal sollen auch Mönche und Nonnen auf Dauer in der dann ausgebauten Tempelanlage leben.

So sieht der Eingang zum einstigen Haus Schenkenberg heute aus

So sieht der Eingang zum einstigen Haus Schenkenberg heute aus.

Quelle: Rüdiger Böhme

Schenkenberg ist nach Päwesin der zweite buddhistische Klosterstandort im Altkreis Brandenburg. Auch in Päwesin hat eine buddhistische Gemeinschaft eine ehemalige Gaststätte bezogen. Beide Einrichtungen haben jedoch nichts miteinander zu tun.

Von Frank Bürstenbinder

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