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Brandenburg/Havel Hausbesitzer stehen vor dem Nichts
Lokales Brandenburg/Havel Hausbesitzer stehen vor dem Nichts
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19:42 20.06.2015
Das Wohnhaus der denkmalgeschützten Birkenreismühle steht in Flammen. Quelle: F. Bürstenbinder
Buckau

Gefolgt von schwarzen Rauchwolken schlagen meterhohe Flammen in den Abendhimmel. Aus mehreren Strahlrohren prasselt Wasser auf das Dach des brennenden Wohnhauses. Kommandos erschallen. Immer neue Schläuche werden ausgerollt, noch mehr Feuerwehren rücken an. In Rettungswagen werden Verletzte behandelt. Die Bundesstraße 107 zwischen Buckau und Rottstock ist abgeriegelt. Vor der Birkenreismühle sieht es aus, wie in einem Heerlager.

Fassungslos schaut Reiner Grossert (63) auf das Chaos. In nur wenigen Minuten macht am Donnerstag gegen 20 Uhr ein Feuer das Zuhause seiner Familie unbewohnbar. 2001 hatten die aus Staaken stammenden Grosserts das an der Buckau gelegene denkmalgeschützte Mühlengehöft gekauft und Schritt für Schritt aus seinem Dornröschenschlaf erweckt. „Jetzt weiß ich erst mal nicht, wie es weitergeht“, sagte der verzweifelte Besitzer der MAZ.

Viel wichtiger: Niemand der acht Bewohner vom Kind bis zum Erwachsenen kommt ernsthaft zu Schaden. Sie können sich ins Freie retten. Mit dem Leben davon kommen auch Hunde, Papageien und ein Kapuzineräffchen. Die Tiere mussten zunächst im Haus zurückbleiben. Das Gebäude kann nicht betreten werden. Zu gefährlich. Reiner Grossert berichtet: „Ich saß mit meinem Enkel vor dem Fernseher. Plötzlich gab es einen Knall. Mein Schwiegersohn kam angerannt und brüllte: Alle raus, hier brennt’s!“

Lange Geschichte

  • Die Birkenreismühle existiert seit 300 Jahren. Die Sägemühle wurde mit dem Wasser der Buckau angetrieben, dann aber elektrifiziert.
  • Zu DDR-Zeiten betrieb die LPG Buckau dort ein Kornlager und eine Schrotmühle.
  • Nach der Wende erfolgte die Rückübertragung an die Alteigentümer und der Verkauf an die heutigen Besitzer.

Der Schwiegersohn und zwei Söhne (37, 44 und 42 Jahre) versuchen zu retten, was zu retten ist. Weil sie giftige Gase einatmen, müssen sie ärztlich behandelt werden. Das im Dachgeschoss ausgebrochene Feuer frisst sich schnell durchs Gestühl. Als die ersten Feuerwehren eintreffen, wird schon von weitem das Ausmaß des Dramas sichtbar. Ein Angriffstrupp unter Atemschutz kommt nicht weit. „Die Bodentreppe war durchgebrannt“, berichtet Einsatzleiter Andy Laube. Löscharbeiten sind zunächst nur von außen möglich.

Schlauchstrecken zur Buckau und zur Teichanlage Rottstock werden aufgebaut. „Wasser marsch!“ heißt es vom Boden und von der Bühne der Drehleiter, von wo aus Kameraden ein Strahlrohr durch ein Giebelfenster halten. Bis nach Mitternacht kämpfen 60 Feuerwehrleute aus dem Amt Ziesar gegen die Flammen und auflodernde Glutnester. Ein Übergreifen des Feuers auf das benachbarte Mühlengebäude wird verhindert.

Andere Einsatzkräfte kümmern sich um die Bewohner, leisten Beistand. Auch Ziesars Amtsdirektor Norbert Bartels und Mitarbeiter Werner Gobel eilen zum Unglücksort. „Wir haben der Familie jegliche Unterstützung zugesichert“, so der Amtsdirektor. Eine erste Welle der Hilfsbereitschaft setzt ein. Kita-Personal aus Görzke kümmert sich um die Kinder und stellt Nachtquartiere bereit. Noch während der Löscharbeiten trifft die Kripo ein. Die Ermittlungen zur Brandursache dauern an.

Von Frank Bürstenbinder

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